Woche 16

Sonntag:

Sunday as usual, Frühstück auf dem Balkon mit kleinem Sonnenbad.

Zum Hochzeitstag hat Isi Cliff ein Modellmotorrad seiner indischen Wunschmarke Royal Enfield geschenkt und, passend dazu, eine Probefahrt arrangiert.

Wir haben Sonntag für die Probefahrt gewählt, da sonntags deutlich weniger Verkehr herrscht. Wir brechen vormittags auf, um der Hitze des Nachmittags zu entgehen.

Es kann losgehen! Im Test: Baer 650, Royal Enfield
Die Helme haben wir uns gegönnt, weil wir nicht in die benutzen Leihhelme schlüpfen wollten und weil wir davon ausgehen, dass wir sie noch öfters benötigen werden.

Testfahrt im Gelände, unnötiger Ballast wird abgeworfen.

Etwas später durfte Isi dann doch wieder aufsteigen und es ging zurück in die Stadt.

Ob das Eis wohl später dem Verzehr dient? 🤔

Die Fahrt verlief unproblematisch und wir haben uns gut im Verkehr zurechtgefunden. Cliff ist zufrieden mit dem Fahrverhalten, will aber noch 1-2 Bikes mehr testen, bevor er sich für ein Modell entscheidet.

Montag:

Der Arbeitstag endet heute erst nach 22 Uhr. Anschließend müssen noch die Koffer gepackt und die Wohnung urlaubsfertig gemacht werden. Daher wird die Nacht entsprechend kurz.

Dienstag:

Nach der Arbeit fahren wir zum Flughafen nach Ahmedabad, für 120 km sind wir im Abendverkehr 2,5 h unterwegs.

Sardar Vallabhbhai Patel und Mahatma Gandhi – die zwei zentralen Figuren des indischen Unabhängigkeitskampfs.

Am Flughafen ein Lichtblick: kaltes Bier!

Die Enttäuschung folgt prompt: der Kühlschrank ist aus und das Bier darf nicht getrunken, sondern nur mitgenommen werden. 😢

Kurz vor Mitternacht startet unser Flug mit leichter Verspätung nach Kuala Lumpur, Malaysia. Die knapp 6 h Flugzeit werden zur Qual, Air Asia ist nicht für europäische Abmessungen gemacht, außerdem ist der Flug komplett ausgebucht, also auch keine Ausweichmöglichkeit in Sicht.

Eine Lektion für‘s Leben.

Mittwoch:

Beim Stop Over in Kuala Lumpur haben wir nur einen sehr kurzen Aufenthalt, sodass wir direkt in den Flieger nach Denpasar, Bali, einsteigen können. Der Flieger bietet diesmal ein wenig mehr Platz, worüber wir sehr happy sind, sodass der 3-stündige Flug schnell vorbeigeht.

Erster Blick auf Bali.

Nach einem über einstündigen Immigrationsprozess für Cliff (Isi konnte mit ihrem EU Pass binnen einer Minute durch die automatische Passkontrolle, was mit Cliff‘s Liechtensteiner Pass leider nicht funktionierte), machen wir uns per Auto auf den Weg in das 2 Stunden entfernte Ubud im Landesinneren.

Direkt nach Ankunft im Hotel springen wir erstmal in unseren Pool und lassen es uns gut gehen.

Anschließend gibt es ein sehr feines Abendessen in einem nahegelegenen Restaurant.

Gut gesättigt und müde machen wir uns auf den Heimweg.

Unterwegs treffen wir viele Menschen, die in der Dunkelheit mit Taschenlampen auf den Reisfeldern und in den Bächen unterwegs sind. Neugierig geworden, fragen wir eine der Personen, und diese verrät uns, dass hier Nachts Sumpfaale gesucht werden. Eine „Delikatesse“, die wir uns gerne entgehen lassen…

Als wir zurück im Hotel sind, hat uns in der Zwischenzeit eine Kröte ein kleines Geschenk im Pool zurückgelassen: ein Schaumnest, in dem es seine Nachkommen brütet. Nicht sehr hübsch anzusehen, aber dennoch faszinierend.

Donnerstag:

Heute ist Cliff‘s Geburtstag!

Geburtstags-Pancake

Der Tag startet mit einem „Floating Breakfast“ im Pool. Den ersten Sonnenbrand gibt es gratis dazu.

Zum Frühstück können wir einen Reisbauern hautnah bei der Arbeit beobachten. Die Vögel begleiten die Bauern immer, da sich beim Umgraben der Erden schmackhafte Snacks offenbaren, die schnellstmöglich verspeist werden wollen.

Anschließend mieten wir uns einen Roller und düsen in den Monkey Forest, wo man süße, frei lebende Makaken bestaunen kann, was sehr unterhaltsam ist.

Kleine Pause vom stressigen Affen-Alltag.
„… wenn ich ab sofort nur noch Blätter esse, könnte ich es noch rechtzeitig zum perfekten Summer-Body schaffen…“

Dann machen wir eine kleine Wanderung durch Ubud, wo wir anschließend in ein Restaurant mit super leckerem Essen einkehren.

Marinierte Jackfruit
Sommer-Rollen

Zurück im Hotel erwartet Cliff eine kleine Überraschung, die Isi für ihn organisiert hat. Der Pool ist mit Blüten dekoriert und wir genießen eine balinesische Massage direkt bei uns am Pool. Nach der Massage gibt es ein Bad im Blütenmeer und wir stoßen mit einem guten balinesischen Weißwein auf Cliff‘s Geburtstag an.

Tiefenentspannt brechen wir zum Abendessen auf und lassen Cliff‘s Geburtstag gemütlich ausklingen.

Freitag:

Heute gibt es Katze zum Frühstück.

Nach dem Frühstück (doch keine Katze) geht es mit dem Roller zu den Tegallalang Reis-Terrassen. Bisher war es auf Bali überall recht ausgestorben, es sind überraschend wenige Touristen unterwegs. Ebenso heute. Es ist kurz vor Hauptsaison, aber auch die Einheimischen berichten, dass auffallend wenig für Mai los ist, was vermutlich an der politischen Weltlage und den hohen Flugpreisen liegt.

Ein guter Zwischensnack darf nicht fehlen.

Kurzer Boxen-Stopp an der Tankstelle.

Moped mit Beiwagen

Auf dem Heimweg halten wir kurz in einem Supermarkt an, als wir von irgendwoher ein lautes Gackern hören. Als wir die Quelle finden, sind wir etwas überrascht und denken kurz darüber nach, dem Hähnchen die Freiheit zu schenken, entscheiden uns dann aber dafür, dem Schicksal seinen Lauf zu lassen.

Abends gönnen wir uns erneut eine Massage, weil sie uns so gut gefallen hat und genießen unseren letzten Abend in Ubud.

Samstag:

Heute stehen wir früh auf, denn vor der Weiterreise nach Munduk wollen wir noch einen Tempel besuchen.

Am Eingang des Tempels angekommen, werden wir erstmal in angemessene Kleidung gesteckt und dann kann es auf Erkundungstour gehen.

Zurück im Hotel gibt es Frühstück, anschließend wird gepackt und mittags werden wir von unserem Fahrer für die 2,5-stündige Fahrt in den Norden Balis, die Munduk Highlands, abgeholt.

Kurzer Snack-Stop in einem balinesischen Restaurant, das der Fahrer ausgesucht hat. Variationen vom Schwein, die Innereien überlassen wir großzügig einem bettelnden Straßenhund.

Ankunft im Hotel mit grandioser Aussicht. Hier ist es deutlich kühler, aber immer noch warm genug für kurze Kleidung.

Unsere Bleibe für die nächsten 4 Nächte.

Abends gibt es einen BBQ Abend mit Live-Musik in der Unterkunft. Cliff geht es seit dem Morgen nicht so gut, er hat starke Schmerzen von seinem Sonnenbrand und es machen sich grippeähnliche Symptome breit. Wir hoffen, dass es sich schnell wieder legt und wir schwungvoll in Woche 17 mit vielen neuen Erlebnissen starten können…

Woche 15

Sonntag:

Heute verbringen wir den Tag zu Hause. Den Vormittag lassen wir gemütlich angehen: etwas Sonne tanken, etwas gärtnern und, als es draußen zu warm wird, die Aktivitäten nach innen verlagern und ein bisschen faulenzen. Die Schlechtwetter-Sonntage, bei denen man sich gemütlich und ohne schlechtes Gewissen, bereits am Nachmittag aufs Sofa schmeißt und Netflix schaut, gibt es hier nicht in diesem Sinne. Hier laufen aber alle Tage mit Temperaturen über 40 Grad als Schlechtwettertage und so sehen wir diese Tatsache als Legitimation für eine faule Netflix-Session am frühen Nachmittag.

Am frühen Abend rappeln wir uns nochmal auf, Isi muss die liegen gebliebene Arbeit der Vorwoche aufarbeiten und Cliff schmeißt währenddessen den Haushalt mit Wäsche waschen und Kochen.

Und wieder ist ein Tag vorbei.

Montag:

Neue Woche, neuer Wasserschaden bei Hilti, angeblich ist diesmal die Klimaanlage schuld.

Abends gibt es leckere selbstgemachte Pasta mit Cliff‘s importierter Nudelmaschine.

Choose your husband wisely 😌

Weil Cliff nachts immer noch am Hals friert (trotz optimierter Klimaanlage), schläft er neuerdings mit einem trendigen Sophie Scarf (Dank geht an dieser Stelle raus an die begabte Designerin Jessi ❤️).

Dienstag:

Unser neuer Esstisch wird geliefert!

Leider kommt die Ernüchterung prompt, statt eines ganzen Tisches befindet sich nur der Fuß in der Lieferung, laut Lieferbestätigung müsste es aber der gesamte Tisch sein.

Auf Nachfrage erhalten wir glücklicherweise die Info, dass die Platte separat geliefert wird und sie in den nächsten Tagen eintreffen sollte. Mit dem Fuß sind wir optisch schonmal sehr zufrieden.

Mittwoch:

Morgens vernehmen wir ein lautes Plätschern aus einem unserer Bäder. Der selbstgedruckte Anschluss für die Selbstbewässerungsanlage hat leider frühzeitig den Geist aufgegeben, sodass Cliff vor unserem Urlaub nochmal in eine Optimierungsschleife muss. Da sich der Wasseranschluss in der Dusche befindet, ist glücklicherweise kein Schaden entstanden.

Abends gibt es erst Mc Donald‘s…

… dann Workout (gegen das schlechte Gewissen).

Donnerstag:

Wir machen mittags Feierabend, weil wir heute unseren ersten Hochzeitstag feiern. Cliff hat auf dem Heimweg über einen Kollegen noch eine Getränkequelle aufgetan, damit wir auf unseren Jahrestag anstoßen können. Die Übergabe erfolgt auf einem Parkplatz, wir kommen uns wie kleine Gangster vor.

Wir haben Glück und die noch fehlende Tischplatte für unseren Esstisch wird gerade angeliefert, als wir zu Hause ankommen.

140 kg, die nicht in den Aufzug passen, es finden sich 4 Helfer, die uns für 20 € (inkl. harter Verhandlungen) beim Hochtragen helfen
Geschafft
Das Warten hat sich gelohnt

Abends gehen wir in ein sehr schönes Restaurant und lassen es uns gut gehen.

Das Restaurant ist unter freiem Himmel und man fühlt sich wie im Dschungel
Alkoholfreie Cocktails – sehr lecker

Isi bekommt von Cliff einen sehr schönen Ring geschenkt. Er wurde bei der Auswahl von vier unserer Kollegen beraten. In Indien ist es Tradition, dass man der Frau zum ersten Jahrestag einen Ring schenkt, in den Folgejahren gibt es aber nix mehr. Cliff musste seinen eigenen Geschmack energisch gegen die vier indischen Sichtweisen behaupten, da die Auffassungen von Schlichtheit und Eleganz deutlich voneinander abwichen. Isi freut sich sehr, Cliff hat ihren Geschmack definitiv getroffen.

Nach dem Essen geht es glücklich und satt nach Hause.

Freitag:

Morgens haben wir mal wieder beste Unterhaltung durch unsere ansässige Affenbande.

Die Jungen toben
Die Alten lassen die Seele baumeln

Nach Feierabend machen wir uns spontan einen gemütlichen Abend mit unserem Expat-Kollegen Chris bei uns zu Hause, wo es den Getränke-Resten des Hochzeitstag an den Kragen geht. Aus einem kurzen Absacker nach der Arbeit wird 1 Uhr morgens… Müde von der anstrengenden Woche fallen wir anschließend in unser Bett.

Samstag:

Der Tag startet gemütlich und wir verlassen erst gegen 15 Uhr unser Bett. Aus dem Bett heraus erledigen wir auch unseren Wochenendeinkauf, der 15 Minuten später geliefert wird. Der restliche Tag verläuft unspektakulär mit ein paar Arbeiten im Haushalt, dem Aufholen liegengebliebener Arbeit von der Woche und weiteren Experimenten mit unserem Bewässerungssystem. Die Lösung scheint gefunden, jetzt bleiben noch 4 Tage bis zum Urlaub, um die Robustheit des Systems zu testen – drückt uns die Daumen! 🙂

Woche 14

Sonntag:

Der Tag in Mumbai startet früh mit einem wunderschönen Sonnenaufgang.

Guckuck

Anschließend gibt es ein ausgiebiges Frühstück und wir erkunden erneut das Hotel, es ist wirklich riesig und sehr schön eingerichtet. Es herrscht reges Treiben und viele Leute kommen auch einfach so vorbei, ohne dort zu übernachten, da das Hotel aufgrund seiner langen Historie und seiner Exklusivität im ganzen Land sehr bekannt ist. Leider hat es 2008 auch traurige Berühmtheit erlangt, als es – im Rahmen einer Anschlagserie auf ganz Mumbai – 3 Tage lang von pakistanischen Terroristen belagert wurde und der Anschlag 34 Menschenleben und 300 Verletzte forderte.

Ein Sitar-Spieler sorgt für die passende Atmosphäre
Prominenter Besuch war bereits vor uns da

Dann machen wir einen kurzen Mittagsschlaf, bevor wir nochmals zu einem schnellen Stadtbummel aufbrechen.

Die Roller, die die Straße zuparken, werden auch hier gnadenlos abgeschleppt

Nach dem Bummel gibt es einen kurzen Boxenstop in einer Bar, in der es die angeblich schärfsten Momos von ganz Indien gibt, „Momos from Hell“. Da Cliff sehr schärferesistent ist, wagt er den Versuch und bestellt. Sein Urteil fällt auf eine 6,5 von 10 auf seiner persönlichen Schärfeskala, immerhin der von ihm höchstangegebene Schärfewert seitdem wir in Indien sind. Man sieht ihm deutlich körperliche Merkmale der Schärfe an, er schwitzt stark und seine Augen werden feucht. Isi ist mutig und probiert einen halben Momo, er ist wirklich sehr scharf und die Schärfe wird mit der Zeit immer schlimmer, selbst als der Momo bereits seit einer Stunde verdrückt ist, klagt Isi immer noch über ein brennendes Gesicht.

Anschließend geht es zurück zum Hotel, wo wir kurz unser Gepäck abholen und per Taxi zum Flughafen düsen. Isi klagt noch immer über die Schärfe und die anhaltende Hitze am ganzen Körper, als Cliff plötzlich einen eigenartigen Ausschlag an ihrem Rücken feststellt – wie es scheint eine Reaktion ihres Körpers auf die Schärfe. 🙈

Nach einer Stunde ist alles wieder gut und es geht ab in den Flieger zurück nach Vadodara. Es war ein tolles Wochenende in Mumbai und wir kommen ganz bestimmt wieder!

In Vadodara angekommen geht es per TukTuk zurück nach Hause, wo wir den Sonntag gemütlich ausklingen lassen und uns mit der Reiseplanung für unsere anstehende Bali-Reise Anfang Mai befassen. Am Ende des Tages ist die erste Unterkunft gebucht und die Visa vermeintlich beantragt.

Im Vergleich zu Mumbai ist das Klima in Vadodara sehr heiß, dafür aber weniger feucht, was uns ein bisschen besser gefällt.

Montag:

Die Arbeitswoche startet ohne besondere Vorkommnisse.

Nach Feierabend ein neuer Anlauf für die Visa, da Isi für ihr Visum die Zahlungsfrist von 3 h versäumt und bei Cliff‘s Visum die falsche Mailadresse angegeben hat.🤦🏼‍♀️ Diesmal ist der Anlauf erfolgreich, der Reise steht also nix mehr im Weg!

Nun blieb nur noch die Frage zu klären, wie unsere Blumen während unserer Abwesenheit in der Hitze überleben können. Eine Selbstbewässerungsanlage ist schnell bestellt, allerdings finden wir nirgendwo ein passendes Adapterstück für den Wasseranschluss. Dank unseres 3D Druckers aber kein Problem.

Dienstag:

Morgens um 6, kurz nach dem Aufstehen, bestellt Isi 40 kg Erde für weitere Pflanzexperimente, die sie für das Wochenende geplant hat. Der Lieferservice in Indien ist wirklich eine grandiose Erfindung, die wir sehr ausgiebig nutzen!

Heute hat Cliff einen Innovationspitch an der Arbeit, bei dem man 15000 CHF für ein Projekt gewinnen kann, um die erste Machbarkeit der Idee nachzuweisen. Die Community kann abstimmen, Ende der Woche soll das Ergebnis verkündet werden. Neben Cliff‘s Idee gibt es Hilti-weit noch 5 weitere Ideen, wir sind gespannt auf das Ergebnis.

Choose the shape – not the tool

Am Nachmittag ist das monatliche Business-Update.

Abends erhalten wir unsere sehnsüchtig erwartete Möbellieferung: zwei Sofas, zwei Balkonstühle und ein Regal. Wir machen extra 17:30 Feierabend, um pünktlich um 18:15 zu Hause zu sein, weil für dann die Lieferung angekündigt ist. Da es aber scheinbar Probleme mit dem Transport gibt, treffen die 7 (!) Möbelpacker erst gegen 20:30 Uhr ein. Die Freude währt nur kurz: die Sofas sind dreckig, die Beine kaputt und stümperhaft angeschraubt und an einer Stelle ist der Stoff aufgerissen. Wir reklamieren beim Eigentümer des Möbelhauses, der verspricht morgen um 19 Uhr vorbeizukommen, um sich dem Problem anzunehmen.

Wie es sein sollte
Wie die indische Lösung aussieht…
Der aufgerissene Stoff, nicht groß, aber dennoch ärgerlich

Trotzdem sind wir optisch sehr zufrieden mit unserer Auswahl und hoffen, dass die Probleme bald aus der Welt geschafft sind.

Mittwoch:

Der Tag startet mit einem unschönen Ereignis. Auf dem Weg an die Arbeit stehen wir in einem starken Stau und kommen nur langsam vorwärts. Am Stauende sehen wir den Grund: es gab einen Verkehrsunfall, bei dem leider ein Mensch ums Leben kam. Da sich der Unfall vermutlich erst kürzlich ereignet hat, liegt der Mensch noch auf der Straße, immerhin mit einer Decke abgedeckt. Das Ereignis hängt uns den ganzen Tag noch ziemlich nach und wir bekommen die Tatsache, dass Indien weltweit das Land mit der höchsten Anzahl an Verkehrstoten ist, zum ersten Mal hautnah zu spüren.

Abends halb 9 kommen zwei Männer vom Möbelhaus vorbei, die unsere Sofas putzen sollen. Nach 5 Minuten stümperhafter Putzerei sagen sie uns, sie seien fertig. Das Ergebnis: Eines der beiden Sofas haben sie gar nicht gereinigt und das zweite Sofa hat immer noch lauter Flecken. Wir schicken sie weg und beschließen, lieber selbst Hand anzulegen.

Erschöpft vom Tag schlüpfen wir in unser Bett. Plötzlich überkommen uns Gelüste auf Schokolade und so klingelt es 8 Minuten später – abends halb 11 – an unserer Türe und wir gönnen uns ein köstliches Snickers.

Donnerstag:

Seit Wochen geht bei unserer Alkohollizenz nichts vorwärts. Der Personaler, der uns dabei unterstützt, ist eine ziemliche Trantüte und der Prozess an und für sich ist, wie alles in Indien, sehr umständlich und bürokratisch. Aber heute rückt es endlich wieder! Das Interessante dabei: ab jetzt läuft die Genehmigung unserer beider Lizenzen über Cliff, der als „Familienoberhaupt“ auch meine Lizenz verwaltet. So viel zum Thema Gleichberechtigung…

Um Arbeitssicherheit wird sich in Indien nicht groß gekümmert.

Abends halb 8 kommen wieder zwei Männer aus dem Möbelhaus mit 4 neuen Sofa-Füßen vorbei, somit sind jetzt immerhin die Füße wie sie sein sollen. Das Loch wird versucht stümperhaft zu vertuschen, indem sie den Stoff einfach etwas straffen und das Loch somit in einer der Falten verstecken. Einmal am Stoff gezogen, ist das Loch wieder prominent sichtbar. Wir schicken sie weg und hoffen auf eine Klärung mit dem Eigentümer am nächsten Tag.

Freitag:

Es wird immer wärmer und der Peak ist noch nicht erreicht.

Nach der Arbeit haben wir einen Termin bei der Bank, um die Konditionen für Geldtransfers nach Europa in Erfahrung zu bringen.

Cliff ist vor Abreise Isi‘s Style-Check entgangen und so ist diese modisch fragwürdige Kombination nun auf Indien‘s Straßen unterwegs…

Nach Hause geht es anschließend per TukTuk und es gibt wieder einiges zu sehen.

Straßenverkäufer
Ob er seine Wassermelonen heute wohl alle noch los wird? 🤔
Ein pelziger Sozius
Noch ein kurzer Einkaufs-Zwischenstopp

Zu Hause angekommen bestellen wir uns Abendessen und machen es uns gemütlich. Obwohl wir nun endlich zwei Sofas haben, liegt Cliff trotzdem lieber auf dem Boden.

Samstag:

Der Tag startet gemütlich mit selbstgemachtem Masala Tee auf dem Balkon.

Ein paar Sonnenstrahlen haschen, um die blasse Haut Stück für Stück an die Sonne zu gewöhnen
Jeden Tag wird es ein bisschen wärmer

Dosa im Selbstversuch, zweiter Anlauf. Immer noch nicht ganz so lecker wie von den Profis, aber wir kommen der Sache immer näher.

Die Reklamation beim Möbelhaus bezüglich des Lochs stößt auf wenig Verständnis. Da es sich nicht um einen Fabrikationsfehler handelt und es aufgrund eines „Missgeschicks“ beim Transport passiert ist, sieht sich der Eigentümer nicht für einen Ersatz verpflichtet. Wir geben nicht auf, schauen wir mal, was wir noch erreichen.

Selbstbewässerungsanlage in the making
Der Anschluss und die Schaltuhr sind im Bad, über das Fenster führt der Schlauch raus auf den Balkon
Installation und Stunde der Wahrheit – die Anlage funktioniert, nur mit dem Timing klappt es noch nicht so ganz

Am Nachmittag ziehen wir los, um weitere Pflanzgefäße für unsere Tomatensetzlinge zu kaufen.

Eindrücke von unterwegs.

In Indien wird alles mögliche per Lastenfahrrad transportiert
Fliegende Gemüsehändler

Abends wird gegärtnert. Um 21 Uhr hat es immer noch 32 Grad, aber mit dem Deckenventilator auf dem Balkon lässt es sich gut aushalten.

Zufrieden mit dem Ergebnis machen wir es uns auf unseren Sofas gemütlich und ruhen uns aus, um noch etwas Kraft für die neue Woche zu tanken.

Woche 13

Sonntag:

Da unsere Klimaanlage im Schlafzimmer uns nachts immer zu stark anbläst (Cliff reklamiert, dass es nur ihn auf seiner kleinen Bettseite betrifft – na gut), druckt er mit seinem 3D-Drucker Klimagebläse-Volumenstrom-Umlenkschaufeln in Leichtbauweise. Die Montage ist unkompliziert und die Wirkung wie erhofft. Einziger Nachteil: wir schwitzen seither mehr. 😂

Die Leiter ist ein Überbleibsel der Bauarbeiten, das einfach in der Wohnung zurückgelassen wurde. Aufgrund ihres Zustands beten wir bei jeder Nutzung, dass sie nicht zusammenbricht.

Mittags treibt uns der Hunger auf die Straße und als wir auf das TukTuk warten, beobachten wir am Nachbargebäude einen abenteuerlichen Fensterputzer.

Das Gebäude
Der Fensterputzer – zum Glück scheint er schon so gut wie fertig zu sein
Die professionelle Sicherung – das Seil scheuert über eine scharfe, raue Betonkante

Unterwegs wieder Spuren des Großbauprojekts der Schnellzugstrecke. Die ganze Straße ist aufgerissen für die unterirdische Stromzufuhr. Rechts und links keinerlei Sicherung, die Stände verkaufen fröhlich weiter auf engstem Raum.

Am Ziel angekommen gibt es Pizza und Pasta aus einem Teigteller – sehr lecker!

Pasta in der Teigschale – nur der Basilikum hat etwas zu viel Hitze abbekommen

Wir kaufen dem Chef noch 4 sehr delikate Büffelmozzarella aus Delhi, 2,5 kg San Marzano Tomatensoße und 2 kg Pizzamehl ab und gehen in einen Einrichtungsladen ganz in der Nähe, um weiteren Krimskrams für unsere Wohnung zu kaufen.

Die Qual der Wahl – das plötzlich eintretende Foodkoma ist der schnellen Entscheidungsfindung nicht gerade dienlich
Shoppingtour dennoch erfolgreich beendet

Der restliche Tag wird mit Putzen, Chillen und Hindi-Stunden verbracht.

Montag:

Wer dachte, dass Deutsch eine schwere Sprache ist, hatte es noch nie mit Hindi zu tun. Isi’s Lernfortschritte gehen nur sehr langsam voran, aber sie gibt nicht auf.

Ein neuer Metzger im Test, die Qualität kann leider nicht überzeugen, das Fleisch ist geschmacklich zwar gut, aber leider zu zäh. So können sich die Straßenhunde über ein Extra-Leckerli freuen.

Dienstag:

Isi hat ein Teams-Meeting mit einem Kollegen, der eigentlich Urlaub hat und sich auf einer spirituellen Reise befindet, sich aufgrund der Dringlichkeit aber Zeit für das Meeting nimmt. Isi staunt nicht schlecht, als der Kollege plötzlich oberkörperfrei vor ihr sitzt. (Zum Schutz des Kollegen und seines Kindes haben wir ihn unkenntlich gemacht und seinen Namen geschwärzt. 😉)

Cliff macht seinen üblichen Ausflug zum Teestand, die Ausflüge werden aufgrund der steigenden Temperaturen aber immer beschwerlicher.

Mittwoch:

Family on Tour, ein ganz normaler Anblick in Indien.

Abends halb 9 klingelt es an unserer Tür. Schon beim Öffnen vernehmen wir ein lautes Wasserplätschern aus dem Flur. Der Nachbar über uns steht nervös vor der Tür und fragt uns, ob wir wüssten, wo sich der Hauptwasserhahn in den Wohnungen befindet. Cliff macht sich auf die Suche und kann nach kurzer Zeit helfen. Ursache des Problems war wohl ein geplatzter Wassersprenkler, das Ergebnis sieht so aus:

(Isi’s Befürchtung von Anfang der Woche, dass es in dieser Woche möglicherweise nicht so viel für den Blog zu berichten gibt, hat sich somit spätestens mit Beendigung des Mittwochs in Wohlgefallen aufgelöst.)

Donnerstag:

Romantische Lagerfeuer-Stimmung beim High Tea.

Der Teebeutel
Die Kühe drehen jeden Stein um auf der Suche nach verwertbarem Futter
Zum Feierabend gönnen wir uns erstmal eine ordentliche Nase voll Frischluft

Auf dem Heimweg streift unser Taxi ein entgegenkommendes Moped und es tut einen lauten Schlag. Als wir uns umdrehen, um zu sehen, ob etwas passiert ist, fährt der Mopedfahrer relativ unbeirrt weiter. Aus einer der Milchkannen, die er rechts und links über seinen Sitz geladen hat, fließt die Milch in Strömen. Die Milchkanne hat ihm wohl als Airbag gedient.

Heute sollte eigentlich unser Sofa geliefert werden, leider müssen wir uns aber noch bis Dienstag gedulden.

Abends packen wir die Koffer für unseren Wochenend-Trip nach Mumbai und fallen zufrieden ins Bett.

Nicht wirklich, aber trotzdem lecker

Freitag:

Off to Mumbai! Nach der Arbeit geht es direkt zum Flughafen.

1 h später landen wir in Mumbai. Vom Flughafen zum Hotel dauert die Fahrt noch 1 Stunde. Sie führt uns über eine 22 km lange Meeres-Brücke, die erst 2024 eröffnet wurde und die Anreisezeit deutlich verkürzt.

Unterwegs das übliche Verkehrschaos.

Der Kreativität sind beim Transport von Gegenständen keine Grenzen gesetzt

Ankunft im Hotel.

Hält den Regen ab

Wir haben ein sehr schönes Zimmer im Taj Mahal Tower mit direktem Blick auf das Gateway of Mumbai.

Zur Begrüßung wurden wir gesegnet, unser erster indischer „Punkt“.🙂

Nach einer kurzen Ruhepause ziehen wir los um etwas Essen zu gehen.

Hier wird auf maximale Kapazität gestuhlt

Beschwipst machen wir uns gegen Mitternacht auf den Heimweg und fallen erschöpft in unsere gemütlichen Betten (jeder hat sein eigenes 😂).

Samstag:

Der Tag startet mit einem ausgiebigen Frühstück und Isi hat – nach wochenlanger Abstinenz – endlich wieder eine Dosa zum Frühstück!

Anschließend gibt es eine kleine Erkundungstour durch das Hotel.

Das Netz ist über das gesamte Außenareal gespannt zum Schutz vor Schmutz und Tauben – nicht schön, aber wirkungsvoll

Zurück auf dem Zimmer stellt Isi fest, dass eine weiße Hose nicht gerade die beste Wahl in Indien ist. Das Ergebnis nach nur einem Tag.

Nach einer Runde Faulenzen geht es schon wieder zum Essen, es gibt Vada Pavs, fluffige Brötchen, die mit einer frittierten Kartoffelmasse gefüllt sind.

Wir sind nicht die Einzigen mit dieser Idee

Anschließend machen wir uns im Food Koma auf zur Sightseeing Tour.

Zwischendrin eine kleine Stärkung.

Nach der Stärkung machen wir eine Shopping-Mall unsicher. Unser Geldbeutel wird weitestgehend geschont, da wir zu faul sind, Dinge anzuprobieren und es sich hauptsächlich um internationale Marken handelt, die man zum gleichen Preis auch bei uns bekommt.

Der Eingangsbereich
Mehrere alte Video-Projektoren aus einem Kino sind in der Mall ausgestellt (weckt hauptsächlich Cliff‘s Begeisterung 😉)
Im Apple Store gönnt Isi sich zwei kleine Accessoires für ihr Handy

Auf dem Rückweg zum Hotel besuchen wir noch einen Gewürzmarkt.

Hier werden die Gewürze
zerkleinert

21 Uhr sind wir wieder zurück im Hotel und wollen eigentlich nur eine kurze Ruhepause einlegen, bevor wir zum Abendessen losziehen. Als wir das nächste Mal die Augen öffnen, ist es Sonntagmorgen 6 Uhr, immerhin pünktlich zum Sonnenaufgang. Die letzten Tage waren wohl zu ereignisreich und eine extra Mütze voll Schlaf dringend nötig.

Woche 12

Sonntag:

Pünktlich zum Ostersonntag ist die Hasen-Familie komplett und der technisch versierte Osterhase hat Isi eine Ordnungsbox für ihr Bad-Chaos gebaut. 😍

Auf 10/11 Uhr ist mal wieder ein Sanitär bestellt, um unser Problem mit dem fehlenden warmen Wasser in der Küche zu lösen. Um 12:30 Uhr trudelt er gemütlich ein und das Problem ist schnell gelöst. Da inzwischen zwei unserer Toiletten wieder Wasser verlieren, bitten wir ihn, sich auch diesem Problem anzunehmen. Da er aber mal wieder kein geeignetes Werkzeug dabei hat, geht er und sagt, er komme gleich wieder. Aus dem „gleich“ werden zwei Stunden, weshalb wir beschließen, nicht mehr auf ihn zu warten und zu unserem Kollegen Harshit zu gehen, der uns bei sich zu Hause zum Essen eingeladen hat. Als wir gerade die Türe hinter uns schließen um aufzubrechen, kommt er gemütlich mit einer Plastiktüte angeschlappt, in der sich ein paar Werkzeuge befinden. Wir sagen ihm, dass es jetzt zu spät sei und dass er abends wiederkommen solle (Sonntag ist hier kein Ruhetag). Er bestätigt und zieht von dannen.

Wir verbringen einen schönen Nachmittag mit sehr leckerem Essen bei unserem Kollegen und seiner Familie.

Zuerst wird eine Runde „Mensch Ärgere Dich Nicht“ mit den Kids gespielt

Die indischen Familien leben üblicherweise mit 3 Generationen in einem Haushalt. Hier lebt noch der Vater von Harshit mit in einem 3-Zimmer-Haushalt.

Die Kids haben sogar T-Shirts mit Osterhasen an 🙂

Die Einladung selbst führte anfänglich zu einem Missverständnis. Als wir das Treffen vor ein paar Tagen ausgemacht haben, war es nicht möglich unserem Kollegen eine Uhrzeit zu entlocken, auch nicht als wir ihn konkret um eine Zeitangabe baten, er sprach die ganze Zeit von „Nachmittags„. Also planten wir gegen 5 bei ihm zu sein. Sonntagvormittag um 11 Uhr fragte er dann, wann wir denn kämen und wir sagten ihm, dass wir gegen 5 bei ihm sind. Darauf entgegnete er, dass das Essen fertig sei und sie auf uns warteten… Da wir aber noch auf den Sanitär warten mussten, konnten wir erst gegen halb 3 bei ihnen sein. So gab es dann für uns und die Eltern ein verspätetes Mittagessen, die Kinder und der Opa hatten bereits pünktlich zu Mittag gegessen.🙈

Am Abend fahren wir nach Hause, vom Sanitär wie erwartet keine Spur.

Montag:

Impressionen vom Arbeitsweg.

Abschleppdienst on Duty

Nach der Arbeit geht es in einen Tabakshop, um etwas Zubehör für unsere Wasserpfeife für das nächste soziale Event zu kaufen. Cliff‘s Handel-Instinkt ist mal wieder geweckt, das Schild vor seinem Kopf ignoriert er gekonnt, der Eigentümer bleibt aber hartnäckig und rückt nicht von seiner Preisvorstellung ab. Auch ein Handelkönig muss sich hin und wieder geschlagen geben.

Unser Abendessen: Kartoffelpüree meets Ladyfingers, ein in Indien sehr beliebtes Gemüse.

Dienstag:

Seit heute hat Cliff endlich einen Monitor an der Arbeit, nachdem er die letzten 3 Monate seine Konstruktionen immer auf dem kleinen Laptop-Bildschirm machen musste.

Zu Hause angekommen erwarten uns zwei Pakete. Endlich ist der Topper für unsere Matratze da und Cliff hat sich weitere Filamente für seinen 3D-Drucker gekauft.

Wie auf Wölkchen
Ab jetzt sind der Kreativität keine Grenzen mehr gesetzt.

Mc Dreamy hat in unserer Abwesenheit mal wieder Unfug getrieben und sich dabei an einem Kabel verschluckt.

Zum Abendessen werden wir mit einem steilen Beat aus der Nachbarschaft beschallt.

Dazu ein gutes „Bier“.

Mittwoch:

Ein neues 3D gedrucktes Utensil!

Morgens kommt immer der Müllwagen vorbei, der Mann fährt und die Frau sammelt den Müll auf und sortiert ihn während der Fahrt, während sie mitten im Müll steht.

Der erste Einrichtungsgegenstand für das Wohnzimmer ist bereits seit letztem Wochenende da und wartet sehnsüchtig auf Gesellschaft.

Nach dem Abendessen packt es uns und wir buchen uns einen Trip nach Mumbai für das übernächste Wochenende.

Cliff beschwert sich immer, dass er zu wenig Platz im Bett hat, Isi zweifelt das aber an und unterstellt ihm, zu übertreiben. In einem unbeobachteten Moment macht er ein Beweisfoto. Abstreiten zwecklos, die Übeltäterin ist überführt!

Donnerstag:

Hin und wieder nehmen wir uns selbstgekochtes Essen vom Vorabend mit in die Firma. Da es keine Mikrowelle oder Ähnliches gibt, die Temperaturen aber allmählich die 40 Grad ankratzen, hat Cliff sich eine alternative Aufwärmmethode ausgedacht und stellt unser Essen immer 30 Minuten vor der Mittagspause in die Sonne.

Eindrücke vom Heimweg.

Ein Friseurladen
Der Marktstand packt zusammen
Die Einkäufe werden heimgebracht
Die Kühe stehen oft Mitten in den Müllhaufen und suchen sich Futter
Reges Treiben zu Feierabend an den Essens- und Markständen

Seit einiger Zeit zieht sich ein riesiges Bauprojekt durch Vadodara, es wird eine neue Schnellzugstrecke gebaut, die zukünftig Mumbai mit Delhi (1400 km) in Rekordzeit verbinden soll. Überall in der Stadt sieht man die Bauarbeiten in vollem Gange.

Zuhause erwartet uns eine neue Möbellieferung. Weil eine der Kisten nicht in den Aufzug passt, müssen wir diese selbst zu uns in den 3. Stock tragen, was ein ganz schöner Kraftakt ist (vor allem für Isi, die 2 Tage später noch über schweren Muskelkater klagt).

Zur Stärkung gibt es Parmesan aus dem Himalaya, schmeckt fast so gut wie echter Parmesan.

Freitag:

Heute geht es nach der Arbeit Blumen shoppen!

Ich glaub ich steh im Wald
Der Blumenverkäufer rechnet eifrig zusammen und freut sich über sein Freitagabend-Geschäft

Nach der Bezahlung vereinbaren wir eine Lieferung der Pflanzen für Samstagmittag und brechen pünktlich zum Sonnenuntergang Richtung Zuhause auf.

Für den Heimweg gibt es heute ein luxuriöses Mercedes-TukTuk.

Sogar mit Ambiente-Beleuchtung

Noch ein kurzer Stop in einem Drogeriemarkt, dann geht es nach Hause.

Im UG dieses Gebäudes befindet sich der Drogeriemarkt

Samstag:

Nach dem Frühstück brechen wir auf um einen Adapter für unseren Gartenschlauch zu kaufen. Nach dem zweiten Anlauf sind wir erfolgreich und bekommen das passende Adapterstück für den Wasserhahn. Vor dem Laden treffen wir auf einen fliegenden Obsthändler und decken uns mit unserer wöchentlichen Obst-Ration ein.

Zuhause wird mit unserem nun funktionierenden Gartenschlauch erstmal der Balkon gründlich entstaubt. Die Lieferung der Pflanzen ist auf 12 Uhr angekündigt, diesmal werden wir überrascht und die Lieferanten stehen bereits 11:30 vor unserer Türe.

Alle packen mit an und nach 15 Minuten haben wir alle Blumen in unserer Wohnung.

Nach der Schlepperei wird erstmal geruht.

Cliff träumt sich gedanklich auf sein Sofa, das hoffentlich bald geliefert wird

Zum Wochenausklang noch ein paar Eindrücke unserer Möbel.

Schuhschrank
Wohnzimmer Sideboard
Isi’s Kleiderschrank in ihrem Bad

Zufrieden beenden wir den Tag mit Netflix und passendem Popcorn. 🙂

Woche 11

Sonntag:

Zum Frühstück gibt es Pancakes mit frisch gekauftem Obst vom TukTuk-Händler.

Die Qual der Wahl, eine bzw. zwei dieser Farben werden es für unsere Sofas werden. Hellbeige ist zwar nicht sehr praktisch in einem so staubigen Umfeld wie Indien, aber die Ästhetik wird vermutlich über unsere Vernunft siegen.

Am Mittag kommt unser Bänker Jaydeep vorbei und bringt Isi’s Bankkarte und hilft bei der Konto-Einrichtung. Wir werden ihn kaum wieder los und bei der Verabschiedung sagt er, dass Cliff jetzt sein Bruder und Isi seine Schwester ist, so schnell hat man in Indien Familie. 😉

Nachmittags wird unser neuer Fernseher wie versprochen geliefert (mit nur 3 h Verspätung).

Anschließend gehen wir nochmal in das Möbelhaus, um zwei Sofas, zwei Balkonstühle und ein Regal zu kaufen. Es wird wie gewohnt gehandelt, als Cliff nicht locker lässt, fragt der Inder überrascht, wie lange wir schon in Indien seien, weil Cliff bereits wie ein echter Inder verhandele.

Auf dem Rückweg sticht uns dieses Schmuckstück ins Auge.

Goldener Drahtesel DIY

Abends gibt es Ziegen-Bolognese, klingt nicht sooo lecker, schmeckt aber überraschend gut.

Montag:

Cliff macht mal wieder einen Ausflug zum nahegelegenen Teestand und inspiziert die Frühstücksoptionen, von einer Verkostung sieht er ab.

Verschiedene Gewürze für den Spicy Flavor
Rice in the making
Es wird wohl mit einem großen Andrang gerechnet

Die tierische Begleitung darf nicht fehlen

Die erste Schlangensichtung: asiatische Wassernatter (Ruhe in Frieden)

Abends kommt unser Bänker nochmal vorbei und bringt auch Cliff‘s Karten. Er scheint sich sichtlich wohl zu fühlen und mag gar nicht mehr gehen.

Dienstag:

Morgens kommen wir an die Arbeit und im Eingangsbereich fließt vom oberen Stockwerk das Wasser den Wänden herunter, auf den Treppenstufen stehen Eimer, um das Wasser abzufangen und der Putztrupp ist nervös damit beschäftigt, das Wasser von den Fliesenböden der Cafeteria aufzunehmen, aus den Teppichen des Flurs zu saugen und die mit Wasser vollgesogenen Aktenkartons aus dem Archiv zu retten. Als Isi ihre Kollegen fragt, was dort passiert sei, erzählen diese ihr, dass der Reinigungstrupp einfach nur ordentlich den Boden geputzt hätte. Als Isi dies anzweifelt, wird ihr mehrfach erklärt, dass es wirklich nur eine gründliche Reinigung sei und dass man das hier so mache. Genau.

Die Tiefenreinigung (auch 3 Tage später steht das Wasser noch in den Wänden)

Weil es gestern so schön war, heute gleich wieder ein neuer Teestand für Cliff.

So wird der Tee zubereitet

Am Abend wird gegärtnert!

Basilikum, Coriander, Amaranth und Tomaten

Mittwoch:

Wir passen uns der indischen Bauweise an und pfuschen uns ein TV-Regal zusammen.

Heute ist Cliff besonders glücklich, er hat endlich seinen 3D-Drucker! Es wird nicht lange gefackelt und die ersten Druckgänge werden direkt gestartet.

Das Ergebnis:

Ostern kann kommen!

Donnerstag:

Heute gibt es nach der Arbeit Pizza!

Die Pizzakunst wird hier sehr ernst genommen und es gibt sogar einen Welcome-Guide mit den wichtigsten Regeln.

Wir geraten mit dem Eigentümer in ein Gespräch und er berichtet uns, dass es in Italien zwei Jahreszeiten gibt: 1. Kalt und 2. Regen. Wir hören ihm staunend zu.

Die Pizza ist sehr gut und schmeckt fast wie in Italien! Cliff schmeckt sie so gut, dass er direkt noch eine zweite Pizza hinterher bestellt. Die Preise der Pizza kommen denen in Italien allerdings ebenfalls sehr nahe, aber sie ist definitiv jeden Rupee wert.

Zuhause angekommen freuen wir uns über die Lieferung eines Kärcher Hochdruckreinigers und eines Kärcher Bodenwischers. Cliff macht sich direkt an den Produkttest und blickt hoffnungsvoll in eine staubfreiere Zukunft.

Freitag:

Heute gibt es Osterschokolade für unsere Arbeitskollegen.

Vor dem Vergnügen gibt es noch etwas frei gestaltete Bibel-Kunde durch Isi
2 kg Schokolade waren innerhalb von 3 Minuten verschwunden

Nach der Arbeit macht sich Cliff mit ein paar Kollegen auf den Weg, um beim Metzger des Vertrauens Hähnchen zu kaufen.

Unsere Pflanz-Experimente zeigen bereits nach 2 Tagen gute Ergebnisse!

Der Amaranth hat es besonders eilig

Am Abend gibt es geschmuggelten Gin Tonic aus Goa. Dabei stellen wir fest, dass selbst die Eiswürfel in Indien Nährwertangaben haben.

Genuss ohne Reue 😌

Von seiner Shoppingtour hat Cliff heute auch eine Shisha mitgebracht, die direkt getestet wird.

Auch die Affen lassen den Start ins Wochenende gemütlich angehen.

Samstag:

Fruits of the day!

Die Freude mit unserem Kärcher Bodenwischer währte nur kurz, nach dem zweiten Wischgang haben wir es bereits mit einem irreparablen Getriebeschaden zu tun.

Unser Sportzimmer ist seit letzter Woche in reger Nutzung, die angefutterten Pfunde der ersten 3 Monate müssen jetzt schnellstmöglich wieder abtrainiert werden.

Nachmittags gehen wir ein paar Dinge für die Wohnung kaufen und abends kommen Kollegen zum Essen zu Besuch.

Die Männer haben die Küche fest im Griff
Der Schnitzelmaster

Und so geht es frisch gestärkt auf in die nächste Woche!

Woche 10

Sonntag:

Nachdem gestern nach dem Stromausfall Stück für Stück die Lichter in den umliegenden Wohnungen wieder angingen, kam Cliff auf die glorreiche Idee, unseren FI zu überprüfen, was prompt zum Erfolg führte. 🙂

Heute geht die Putzaktion weiter, auf dem Plan stehen Balkon und Bäder. Beim Balkonputzen erspähen wir das Obst-TukTuk auf unserem Hof, Cliff begibt sich auf Shopping-Tour, Isi schaut vom Balkon aus zu.

Das Obst ist hervorragend und so gibt es anschließend ein sehr schmackhaftes Frühstück.

Vormittags kommen Kollegen vorbei und bringen selbstgeernteten Toddy, einen Palmsaft, der über den Tag so schnell vergärt, dass er bereits nach wenigen Stunden der Ernte einen bierähnlichen Alkoholgehalt hat. Nach ein paar wenigen Schlücken beschließen wir, dass der Palmwein nichts für uns ist und schütten ihn, nachdem unser Besuch weg ist, heimlich in den Abfluss. 🤫

Bei Verabschiedung der Kollegen trifft Cliff auf unseren Property Manager, der ihm erstmal alle Annehmlichkeiten unseres Wohnkomplexes zeigt, von denen wir – mit Ausnahme des Pools – bisher gar nicht wussten, dass es sie gibt.

Ein Badminton-Feld (Boden muss erneuert werden 🙈)
Ein Fitnesstudio
Tischtennis und Billard
Ein Kino zum Mieten für private Kino-Abende

Am Nachmittag wird Cliff von einem weiteren Kollegen abgeholt und sie gehen gemeinsam zu einem Metzger, um Hähnchen und Lamm zu kaufen. Der Laden ist nichts für schwache Nerven, hier kann man sich das Huhn der Wahl lebend aussuchen, dann wird kurzer Prozess gemacht und man kann das Huhn frisch entfedert und filetiert mit nach Hause nehmen.

Der Metzger von außen, die Indoor-Fotos lassen wir lieber aus

Abends findet eine private Geburtstagsparty inklusive Konzert in unserem Innenhof statt.

Montag:

Morgens gibt es Verwirrung, weil wir mal wieder einen neuen Fahrer haben, der aber nirgends zu finden ist. 20 Minuten verspätet können wir dann aber Richtung Arbeit aufbrechen.

In der Mittagspause machen wir einen kleinen Spaziergang über das Werksgelände, dort findet Isi das Fahrrad wieder, das sie bereits vor 3 Jahren bei ihrem Besuch fotografiert hat, inzwischen fehlt neben den Pedalen auch die Polsterung des Sattels. Gut, dass die Räder Vollgummi sind, so kann man wenigstens nicht über platte Reifen klagen.

Seit heute hat immerhin Isi ein Bankkonto, nun fehlen nur noch die Zahlungen von Hilti, die gerade noch in der Autorisierung irgendeines Vorgesetzten hängen. Gut, dass wir es nicht eilig haben.

Heute hat Cliff einen schlechten Tag und auf dem Heimweg wird der IOTD (Idiot of the Day) gekürt, der während der Autofahrt bis ins kleinste Detail auseinandergenommen wird. Die Autofahrt reichte zum vollständigen Entladen nicht aus, sodass das Geschimpfe auch zu Hause weitergeht. Erst das energische Kleinhacken diverser Gemüse- und Käsesorten scheint Linderung zu bringen und so schließen wir den Abend mit einem schnellen Abendessen und hoffen, dass der neue Tag erfreulicher verläuft.

Dienstag:

Der heutige Morgen startet etwas früher als sonst (um 5 Uhr waren wir ausgeschlafen 🤓) und es bleibt bis zur Abholung durch unseren Fahrer ausreichend Zeit, um einmal bewusst unsere Umgebung wahrzunehmen. Zum Sonnenaufgang zwitschern so viele verschiedene Vögel, dass unsere Neugierde geweckt ist und Isi ihre Vogelstimmen-App befragt, um welche Vögel es sich handelt.

Die Vielzahl ist erstaunlich und es klingt tatsächlich so, als wäre man mitten im Urwald.

Heute haben wir uns mal wieder recht kurzfristig dazu entschlossen, über das kommende Wochenende zu verreisen, diesmal ist das Reiseziel Goa. Die Flüge sind gebucht, Donnerstagmittag geht es los!

Eine weitere frohe Botschaft auf dem Heimweg, Konto inkl. Geld ist ab sofort verfügbar!

Am Abend kredenzt Cliff uns Hähnchenschnitzel Wiener Art, das jeden Wiener neidisch werden lässt (muss ja niemand wissen, dass es kein Kalb ist 🤫).

Parallel dazu bereitet Isi einen Lammbraten zu, der bereits seit 2 Tagen in Quark badete und den es morgen zum Essen geben sollte. Das Ergebnis:

Also morgen kein Lamm…

Mittwoch:

Kurz vor Ankunft in der Firma stellt Isi fest, dass sie ihren Laptop zu Hause vergessen hat. Nochmal heimzufahren kostet zu viel Zeit (mind. 1,5 h) und passt nicht in den Ablauf, also versucht sie den Tag ohne Laptop zu überleben, was aufgrund der vielen Termine tatsächlich auch problemlos gelingt.

Cliff macht heute 2 h früher Schluss um sich beim Friseur für unseren Kurzurlaub aufhübschen zu lassen. Als Isi abends nach Hause fährt, entdeckt sie mitten auf der Straße einen nackten Inder, der ganz selbstverständlich und selbstbewusst auf der Straße spazieren geht. Sie wundert sich sehr darüber, da Nacktheit in Indien illegal ist, es in diesem Fall aber niemanden zu interessieren scheint.

Abends werden die Koffer für Goa gepackt und die Vorfreude steigt!

Donnerstag:

Breakfast Romance.

Den Vormittag verbringen wir mit Arbeiten, Isi führt Bewerbungsgespräche und Cliff freut sich, dass er endlich einen Monitor hat, auf dem er vernünftig mit seinen CAD Programmen arbeiten kann, was in der Firma leider nicht der Fall ist – traurig aber wahr.

12 Uhr geht es los Richtung Flughafen.

Safety first

Nach 1,5 h Flugzeit kommen wir in Goa an. Von dort aus geht es noch 2 h weiter mit dem Auto bis zu unserer Unterkunft. Wir haben ein Shuttle über das Hotel bestellt, welches uns bestätigt, dass der Fahrer am Ausgang auf uns warten wird. Vom Fahrer keine Spur, nach 30 Minuten kommt er endlich an, wir sind beide recht sauer und Cliff lässt es den Fahrer deutlich spüren, er verbietet im sogar das Telefonieren und Chatten während der Fahrt, was in der indischen DNA tief verankert und eigentlich nicht wegzudenken ist. Während der Fahrt beruhigen sich die Gemüter wieder, Cliff und der Fahrer freunden sich an und zum Abschied gibt es sogar eine Umarmung.🙂

Ein paar Eindrücke von der Fahrt.

Reisfelder soweit das Auge reicht
Zwischenstop für Snacks & Drinks
Das erste Bier seit unserem Heimatbesuch 😋

Beste musikalische Unterhaltung während der Fahrt.

Fast am Ziel

Wir kommen pünktlich zum Sonnenuntergang im Hotel an, der Blick ist traumhaft und der Strand wunderschön.

Wir sind nicht die einzigen Gäste

Danach machen wir uns frisch und gehen zum Abendessen.

Badewanne mit Ausblick
Die Auswahl für den Hauptgang
Fiiis of the Day: Red Snapper
Candle-Light-Romance in einer Zwiebelschale

Freitag:

Der Tag startet entspannt mit einem guten Frühstück. Danach geht es an den Strand.

Unsere Strand-Bekanntschaft
Hier brüten die Schildkröten von Morgen

Zwischendrin wird gesnacked was das Zeug hält

Snack 1
Snack 2
Snack 3
Behind the Snack-Scenes

Viel zu schnell neigt sich der Tag dem Ende entgegen.

Nach dem Abendessen gibt es noch einen kurzen Verdauungsspaziergang durch den Ort (um Aloe Vera für unsere Sonnenbrände zu kaufen, die Sonnencreme mit LSF 100 sollte man für optimalen Sonnenschutz halt auch verwenden…🙈).

Die Kirche von Agonda

Samstag:

Beste Aussichten zum späten Frühstück

Mittags geht es per Taxi zurück zum Flughafen. 2 Tage waren kurz, haben aber für die perfekte Erholung gesorgt.

Bye Goa, wir kommen definitiv wieder

Um 17 Uhr landen wir wieder in Vadodara. Nach einem kurzen Zwischensnack brechen wir auf, um uns einen Fernseher zu kaufen und ein Sofa auszuwählen. Der Fernseher wird morgen gegen Mittag geliefert, für das Sofa nehmen wir uns Stoffproben aus dem Laden mit, da wir uns mit der Farbe unschlüssig sind.

Die Liegeprobe ist schonmal bestanden, die Farbe noch ausbaufähig

Wieder zu Hause angekommen, bestellen wir uns aus dem Bett heraus unsere Wochenendeinkäufe, die 15 Minuten später geliefert werden. Wir lassen den Abend mit heimlich aus Goa geschmuggeltem Wein (Gujarat ist ja ein Dry State, in den man keinen Alkohol einführen darf 😇) und einem kleinen Snack ausklingen und freuen uns schon auf die neue Woche, die vor uns liegt, da wir nun endlich unsere Wohnung vollständig einrichten können.

Woche 9

Sonntag:

Wir räumen vormittags unsere Ferienwohnung und brechen Richtung Bodensee auf. Dort sind wir zum Mittagessen mit Isi’s Familie in einem Brauhaus in Tettnang verabredet. Wir nutzen nochmal die letzte Chance und gönnen uns einen Zwiebelrostbraten mit Kässpätzle.

Nach dem Essen wird erstmal eine Runde mit Onkel Cliff geblödelt.

Anschließend geht es zu Isi’s Eltern nach Markdorf, wo wir einen kleinen Verdauungsspaziergang machen. Jojo hat sichtlich Spaß mit ihrem neuen Bike.

Abends kündigt sich ein Freund zum Abendessen an. Wie erwartet dauert der Abend mal wieder länger als geplant (😇) und es wird eine kurze letzte Nacht für uns in Deutschland.

Montag:

Wir werden morgens mit einem wunderschönen Sonnenaufgang begrüßt.

Nach einem ausgiebigen Frühstück brechen wir Richtung Zürich Flughafen auf.

Cliff‘s Rucksack erweckt die Aufmerksamkeit des Security Personals, da er einen Staubsauger-Roboter im Handgepäck mitführt. Nach ausgiebiger Taschenkontrolle, darf der Roboter zum Glück mit nach Indien reisen. In Isi’s Rucksack befinden sich ein Kärcher Fenstersauger und ein Teil eines elektrischen Staubsaugers, was aber glücklicherweise ohne weitere Beanstandungen durchgewunken wird.

Einen Staubsauger-Roboter im Handgepäck sieht man sicher nicht alle Tage 😉

Kurz vor Abreise gönnen wir uns die letzte Dosis Rindfleisch für die nächsten 3 Monate.

Im Flugzeug angekommen, freuen wir uns über etwas mehr Beinfreiheit als bei den vorherigen Flügen.

Dienstag:

00:30 Uhr nachts kommen wir in Delhi an. Die Immigration läuft problemlos und wir fahren mit dem Shuttlebus zum 20 Minuten entfernten Terminal für Inlandsflüge. Beim dortigen Security-Check werden unsere beiden Taschen rausgezogen und wir bangen um unser Sauger-Equipment. Nachdem 4 verschiedene Sicherheitsbeamte unser Equipment inspiziert haben und Isi energisch erklärt, dass wir die Geräte unbedingt brauchen, weil wir erst frisch nach Indien gezogen sind, lassen sie Gnade walten und wir dürfen die Sachen mitnehmen.

4:50 Uhr geht es pünktlich weiter nach Vadodara, wo wir um 6:20 Uhr, nach knapp 19 h Reisezeit, endlich ankommen.

Heute mit getrennten Plätzen

Vom Flughafen aus nehmen wir ein Uber. Da das Gepäck nicht vollständig in das Auto passt, wird es kurzerhand ohne weitere Sicherung auf dem Dach platziert.

In unserer Wohnung angekommen, gönnen wir uns erstmal ein paar wenige Stündchen Schlaf.

Unsere Luftfracht kommt natürlich nicht wie angekündigt um 10 Uhr an. Auf Nachfrage wird uns zugesichert, dass wir die Lieferung heute zwischen 15:30 und 16:00 erwarten können, was auch tatsächlich passiert!

200 kg Luftfracht, die wir bereits sehnsüchtig erwartet haben

Cliff ist glücklich, dass es sein PC unbeschadet nach Indien geschafft hat.

Mittwoch:

Vor ein paar Tagen wurden wir von unserer Vermieterin darauf aufmerksam gemacht, dass unsere Stromrechnungen monatlich per Post zugestellt werden und diese mit dem darauf befindlichen QR Code zu begleichen sind. Also machen wir uns auf die Suche nach unserem Briefkasten, von dem wir bisher nicht wussten, dass es ihn überhaupt gibt, und finden dort auch prompt einen ganzen Berg an Stromrechnungen.

Nun galt es nur noch zu klären, wie man ohne indisches Konto eine Rechnung begleichen kann und wie das Bezahlsystem überhaupt funktioniert. Daher schreibt Isi den Stromanbieter an, um einen Zahlungsaufschub zu erwirken und um die Zählernummer auf uns umschreiben zu lassen. Nach einem ergebnislosen E-Mail Ping-Pong werden wir an das lokale Büro oder alternativ eine Hotline verwiesen. Nach unseren Erfahrungen mit indischen Behördengängen, entscheiden wir uns für die Hotline und so ruft Isi frohen Mutes und gleichzeitig etwas angespannt bei der Hotline an: die Zahlungsfrist ist nämlich mit 20.03. vermerkt und unsere Vermieterin teilte uns mit, dass die Stromanbieter bei ausbleibender Zahlung kurzen Prozess machen und der Neuantrag nur über aufwändige Behördengänge vollzogen werden kann.

Nach einer indischen Bandansage und Ziffernoptionen, von denen Isi mit ihren paar gelernten Hindi-Fetzen glücklicherweise die richtige Ziffer wählt (es war die 9), wird sie auf Englisch umgeleitet und auch relativ schnell mit einer Service-Mitarbeiterin verbunden. Die Anrufqualität ist extrem schlecht, gleiches gilt für die Englisch-Skills der Dame. Als sie fragt, ob Isi nicht auch Hindi mit ihr sprechen könne, legt diese entnervt auf und vertagt das Problem auf den Abend. Immerhin bleiben ja noch eineinhalb Tage Zeit, um die Abschaltung des Stroms zu verhindern…

Auch der Abend führte zu keiner neuen Erkenntnis und so entschlossen wir uns dazu, unsere Vermieterin um die Übernahme der Stromrechnung zu bitten, da wir ihr ja bisher „nur“ die Kaution und schlappe 2 Monatsmieten schulden. #armabersexy

Donnerstag:

Die Vermieterin übernimmt glücklicherweise die Stromrechnung für uns und die Elektrizitätsversorgung für den nächsten Monat ist erstmal gesichert!

Auf dem Heimweg von der Arbeit lassen wir uns bei einer Bank absetzen, um etwas Bargeld von unseren europäischen Konten für das tägliche Auskommen abzuheben. Beim Betreten des Bankomat-Raums werden wir mit einem ohrenbetäubenden Alarm empfangen, der uns schlagartig in die Flucht treibt.

Die Bankangestellten, die kurz zuvor den Hauptbereich der Bank geschlossen haben und sich gerade auf den Heimweg machen, teilen uns mit, dass wir uns keine Sorgen machen sollten, und dass wir einfach eintreten könnten, weil der Alarm eh in 3 Minuten aufhören würde und dass das ganz normal sei. Isi’s Apple-Watch ist da anderer Meinung:

Nachdem der Maximalbetrag von 10000 Rupees (100 €) nicht verfügbar war und Isi sich daraufhin auf dem Display verdrückt, spuckt der Automat ihr 100 Rupees (1 €) aus und berechnet ihr zum Dank noch eine Bearbeitungsgebühr von 250 Rupees (2,5 €).

Auf dem Heimweg von der Bank, weht uns bereits ein ungewöhnlich starker Wind entgegen, zu Hause angekommen erleben wir unser erstes indisches Gewitter mit anhaltendem Regen.

Freitag:

Zum Frühstück können wir oft eine Affenbande beobachten, die auf dem gegenüberliegenden Dach ihr Unwesen treibt. Von tobenden Babies bis gemütlichen Senioren ist alles dabei und es macht immer wieder Spaß, den Affen zuzuschauen.

Das gestrige Gewitter hat die Luft herrlich geklärt und uns erwartet ein frischer Morgen bei strahlend blauem Himmel. Das Wasser steht auch morgens noch auf den Straßen, obwohl der Regen noch gar nicht sooo stark und anhaltend war. Wir sind gespannt auf die Regenzeit und können uns zum ersten Mal vorstellen, dass es nicht unüblich ist, dass es die Krokodile aus den Flüssen auf die Straßen der Stadt schwemmt, weil das Wasser einfach nicht abfließen kann.

Eindrücke unseres Arbeitswegs, unser neuer Fahrer kennt eine ganz besonders abenteuerliche Abkürzung, die uns über Stock, Stein, Land und Felder führt, heute haben wir sogar einen Transport-Elefanten gesehen, der von einem Mann geritten wurde, leider hat es aber nicht für ein Foto gereicht.

Hier wohnen Leute in Zelten

Heute machen wir bereits um 16 Uhr Feierabend und läuten das Wochenende mit einem kleinen Sonnenbad in unserer Wohnung ein.

Nachdem am Abend zwei Bestellversuche ins Nichts laufen (1. Versuch: der Fahrer storniert kurz vor dem Ziel die Bestellung, 2. Versuch: das Restaurant ruft an und teilt uns mit, dass ihr gesamtes Sortiment leergekauft ist…), ziehen wir los und gehen in einem nahegelegenen Restaurant zum Abendessen, der „Aufwand“ hat sich mehr als gelohnt!

Nepalesische Momos
Paneer Momos
Vegetarische Sizzlers mit Momos
Cliff möchte nicht mit auf‘s Bild, deshalb muss Isi ihn unkenntlich machen

Auf dem Heimweg macht Isi erste vorsichtige Annäherungsversuche zu den hiesigen Friseuren.

Der Dutt hätte eine Runderneuerung schon mal nötig, die Not ist aber noch nicht ausreichend groß

Zuhause angekommen spielt selbst unser sonst so zuverlässiger Staubsaugerroboter „Mc Dreamy“ verrückt, reißt seine eigene Ladestation beim Saugen aus der Steckdose und nimmt sie mit auf eine kleine Spritztour durch die Wohnung.

Mc Dreamy fühlt sich in Indien young, wild & free

Samstag:

Isi hat aus Europa irgendeinen grippalen Infekt mitgebracht, mit dem sie sich bereits durch die ganze Woche geschleppt hat, pünktlich zum Wochenende schlägt er voll zu und deshalb lassen wir es heute ganz gemütlich angehen und bleiben bis mittags im Bett.

Nach dem Aufstehen wird gefrühstückt, es gibt indische Papads mit importiertem Schweizer Käse.

India meets Switzerland

Dann machen wir uns an das Kisten auspacken und Wohnung putzen. Isi hat sich wieder aufgerappelt und nimmt sich die Küche vor.

Am Nachmittag kommt die Affenbande wieder vorbei, besonders süß ist das kleine Äffchen, das sich an einem Kabel zu den anderen Affen auf das Dach hochzieht.

Als wir es uns abends gerade im Bett gemütlich machen wollen, gibt es plötzlich einen lauten Knall und in unserem ganzen Komplex fällt der Strom aus. Als sich nach 45 Minuten noch immer nichts tut, bereiten wir uns schonmal mental auf eine Nacht ohne Klimaanlage vor und beschließen, unsere Eisvorräte aus dem Gefrierfach lieber zu Essen anstatt sie dem sicheren Hitzetod zu überlassen (2 Eis für jeden! 😍).

Auf geht‘s in eine spannende neue Woche…!

Woche 8

Sonntag:

Ankunft in Zürich um 6 Uhr morgens.

Premium-Abholung vom ADAC Service Mobil 🙂

Wir werden mit bestem Wetter, wunderschöner Fernsicht und auffallend frischer Luft begrüßt.

Säntis
Die Churfirsten

Wir genießen ein leckeres Frühstück in Toggenburg. Wir sind müde, aber sehr glücklich, Cliff holt erstmal sein Käse-Defizit mit einem deftigen Raclette-Baguette auf.

Ankunft in unserer hübschen Ferienwohnung in Schaanwald, Liechtenstein. Jetzt wird erstmal ausgiebig gechillt, der Chill-Modus wird konsequent bis zum abendlichen Zubett-Gehen aufrechterhalten. 🙂

Emilio war auch Teil des Empfangs-Komitees 🙂

Montag:

Der Jet lag lässt die erste Nacht in Liechtenstein für uns beide frühzeitig um 4 Uhr enden, trotzdem fühlen wir uns ausgeschlafen und ausreichend erholt.

Nachmittags trifft Isi sich mit ihrer Mama, um Feldkirch ein wenig unsicher zu machen und um ein paar Dinge zu besorgen, die wir mit nach Indien nehmen wollen.

Wenn Mutti‘s Fotos machen…
Abstecher beim Juwelier Kopf, der wie gewohnt sehr um unser leibliches Wohl bemüht ist

Abends gibt es lecker Käsefondue, um das Käse-Defizit weiter abzubauen.

Dienstag:

Heute hat Cliff seine Blutabnahme und MRT Untersuchung in St. Gallen. Ansonsten ist es ein recht unspektakulärer Arbeitstag bei Hilti ohne besondere Vorkommnisse. Isi mogelt sich den ganzen Tag durch irgendwelche per Batch verschlossenen Türen, weil sie nirgendwo mehr Zutrittsrechte hat und fühlt sich wie eine Industrie-Spionin. 🕵️‍♀️

Industrie-Spionage macht hungrig

Mittwoch:

Heute gönnt sich Isi einen Tag frei, es geht nach Stuttgart zu einem Überraschungsbesuch bei ihrem Bruder und Familie. Währen Mama und Papa an der Arbeit sind, passen Isi und ihre Mama auf klein Johanna auf und machen die Gegend unsicher.

Vor dem Mittagsschlaf ist die Stimmung durchwachsen – zumindest bei Johanna
Nach dem Mittags-Bubu sieht die Welt gleich besser aus

Am Abend geht es wieder zurück nach Liechtenstein, Isi und ihre Mama gönnen sich noch eine leckere Pizza in der schönen Ferienwohnung.

Donnerstag:

Nach der Arbeit fahren Cliff und Isi nachmittags nochmal gemeinsam nach St. Gallen, um die Ergebnisse der Blutuntersuchung und des MRT durchzusprechen. Alles ist gut, wir freuen uns sehr darüber und fahren gut gelaunt und bei bestem Wetter wieder zurück nach Liechtenstein.

Bodensee-View
Zurück in Liechtenstein 🇱🇮

Abends teilen sich Cliff und Isi auf, da sie ihre ganzen Verabredungen nicht unter einen gemeinsamen Hut bekommen: Isi ist mit ein paar Freunden zum Barhopping in Feldkirch verabredet und Cliff trifft sich zum Dinner mit ein paar anderen Freunden in Liechtenstein.

Freitag:

Nach einer viel zu kurzen Nacht geht es leicht zerknittert auf in den letzten Arbeitstag der Woche. Abends werden wir von Cliff‘s Mama bei Hilti abgeholt um nach Feldkirch zu fahren, wo wir das Wochenende zusammen mit Cliff‘s zweitjüngster Schwester und seinem ältesten Bruder in einem gemütlichen Café-Restaurant einläuten. Anschließend geht es nach Hause, wo wir uns auf einen ruhigen Abend mit Sofa und Netflix freuen. Isi hat sogar 20 Minuten des Films mitbekommen, bevor sie eingeschlafen ist… (rekordverdächtig!)

Samstag:

Heute geht es in unser Lager, um ein paar Dinge abzuholen, die wir mit nach Indien nehmen wollen.

Unser ausgeklügeltes Inventur-System zahlt sich aus, wir finden alles weitestgehend auf Anhieb

Anschließend fährt Isi zusammen mit ihrer Mama in den Lindt-Werksverkauf nach Altendorf in der Schweiz, um sich mit Schokolade für Indien einzudecken.

Nur unschwer zu übersehen
Osterhasen so weit das Auge reicht

Anschließend geht es noch in das nahegelegene Läderach Outlet nach Bilten, um noch mehr Schokolade zu kaufen.

Cliff ist währenddessen bei seinem langjährigen Kollegen, der im April in den Ruhestand gehen und nach Australien auswandern wird, zum Mittagessen eingeladen. Als Isi ihn am Nachmittag abholt, macht Cliff einen recht lustigen Eindruck, die Weinbegleitung zur Pasta scheint Wirkung zu zeigen. 😉

Pasta, Vino & Amore 💙

Am frühen Abend kommt Isi‘s Freundin aus Friedrichshafen zu Besuch für einen gemütlichen Abend mit Pizza, Wein und schlechten Horrorfilmen (Cocaine Shark ist „sehr“ zu empfehlen 😉).

Damit neigt sich unsere prall gefüllte Woche in der Heimat dem Ende entgegen. Morgen früh fahren wir zusammen mit unserer Freundin an den Bodensee, wo es noch ein Familientreffen mit Isi’s Familie geben wird.

Es war schön mal wieder eine recht strukturierte Woche ohne große Überraschungen erleben zu dürfen, dennoch freuen wir uns auch schon wieder sehr auf unser chaotisches und unvorhersehbares Leben in Indien und sind gespannt, welche Erlebnisse und Überraschungen uns in den nächsten Wochen erwarten.

Woche 7

Sonntag:

Nach einem schnellen Frühstück begeben wir uns auf die 4-stündige Heimfahrt von Daman nach Vadodara.

Schön!

Zu Hause angekommen, legen wir uns erstmal zum Nachmittagsschlaf in unser frisch aufgebautes Bett – sehr gemütlich! Abends werden Lebensmittel bestellt, die 15 Minuten später eintreffen, und es geht ans Kochen. Als wir unseren Gasherd anstellen wollen, stellen wir fest, dass unser einziges Feuerzeug fehlt. Wir hatten dem Makler für Samstag unseren Schlüssel überlassen, um die Mängel an der Wohnung zu beseitigen (unsere Wertsachen haben wir im Schlafzimmer unzugänglich abgesperrt). Die Mängel sind immer noch da, nur fehlt jetzt obendrein noch unser Feuerzeug… Also schnell ein Feuerzeug bestellt, 10 Minuten später ist es da. Nach dem Essen will Isi sich weiter ans Putzen machen, muss aber leider feststellen, dass die Putzkolonne vom Samstag den Dreck da gelassen und neu verteilt hat, und zur Belohnung unser Putzequipment mitgenommen hat… Wutentbrannt schreibt Isi eine Mail an den Makler und fordert das Equipment bis spätestens Montagabend zurück.

Montag:

Als Isi morgens ihre Arbeitstasche packt, muss sie feststellen, dass sie ihre AirPods nirgends finden kann. Sie ist sich aber sehr sicher, dass sie sie am Freitag vor Abreise nach Daman auf dem Esstisch zurückgelassen hat. Weil keine Zeit mehr für eine detaillierte Suche ist, will sie die weitere Suche auf abends vertagen. An der Arbeit kommt ihr die Idee, dass sie die Suchfunktion der AirPods nutzen kann, und muss feststellen, dass ihre AirPods fröhlich ihre Kreise durch Vadodara ziehen…

Mit jedem neuen Standort steigt Isi‘s Wut

Jemand vom Reinigungstrupp (oder der Makler selbst?!) muss sich also wohl am Wochenende bedient und sie mitgenommen haben. Isi fackelt nicht lange, beschwert sich beim Makler, bei der Eigentümerin und bei unserer Personalerin (die Wohnungssuche und der Makler liefen über Hilti). Die Personalerin ist entsetzt und droht dem Makler, dass die Kosten für die AirPods von der Maklerprovision abgezogen werden und – siehe da, wie durch ein Wunder – sind die AirPods 2 h später gefunden. Auf eine Entschuldigung warten wir vergebens, es scheint sich keiner verantwortlich dafür zu fühlen. Uns war es jedenfalls eine große Lehre, wir werden nie wieder jemanden während unserer Abwesenheit in unsere Wohnung lassen.

Glück gehabt – da sind sie wieder.

Am Nachmittag haben sich zwei Mitarbeiter einer Bank für einen Besuch bei Hilti angekündigt, um endlich unsere langersehnten Konten zu eröffnen. Wir müssen mal wieder einen Haufen offizieller Dokumente zusammensammeln, ausdrucken und zusammen mit unseren Passbildern (von denen wir glücklicherweise sehr viele in Isi‘s Geldbeutel mitgenommen haben) bei den Bänkern abgeben, dann noch viele leere Dokumente unterschreiben, die erst später befüllt werden (unter jedem Unterschriftenfeld steht: „Don‘t sign, if the form is not filled!“ – naja) und noch ca. 10 Bearbeitungstage abwarten, dann haben wir endlich unsere Konten.

Gerade noch rechtzeitig kurz vor Feierabend, kommen die von Isi bestellten Visitenkarten für die Konferenz am Donnerstag an! Die Freude währt nicht lange, der Name ist mal wieder falsch geschrieben (Isabel mit einem „l“), was noch zu verkraften gewesen wäre, leider ist aber die völlig falsche Mailadresse eines Kollegen abgedruckt. Also prompt reklamiert, morgen sollen die neuen Karten nach Hause geliefert werden.

Zu Hause angekommen eine zur Abwechslung erfreuliche Nachricht: Isi‘s Reisepass ist rechtzeitig zurück, der Geschäftsreise am Mittwoch und dem Heimatbesuch am Wochenende steht nun nix mehr im Weg!

Sehnsüchtig erwartete Post

Dienstag:

Heute ist Feiertag, der Tag vor Holi, da Cliff und Isi aber am vergangenen Sonntag frei hatten, was aufgrund des heutigen Feiertags ein vorgezogener Arbeitstag war, arbeiten beide von zu Hause aus. Isi muss – mal wieder auf den letzten Drücker – ein Poster und eine Stellungnahme für einen Produkt-Award, an dem Hilti auf der Konferenz teilnehmen wird, sowie obendrein noch ihre Konferenzpräsentation fertig machen, und ärgert sich, dass sie nicht schon früher begonnen hat, ist sich aber gleichzeitig im Klaren darüber, dass sich gewisse Dinge nie ändern werden.😉 Also, Augen zu und durch.

Heute hat sich nochmal ein Sanitär angemeldet, der auch tatsächlich mit nur 2 Stunden Verspätung kommt und alle unsere Toiletten repariert. Warmwasser in der Küche haben wir immer noch nicht, aber das Problem will er morgen lösen.

Am Nachmittag kommen wie versprochen Isi‘s Visitenkarten, diesmal sogar ohne Fehler.

Abends kommt ein Kollege vorbei, der Isi dabei unterstützt hat, das auf den letzten Drücker erstellte Poster zu drucken, das Ergebnis kann sich sehen lassen, dem Produkt-Award steht nichts mehr im Wege.

Mittwoch:

Leider können wir auf keines der zahlreichen Holi-Feste gehen, da Isi noch ihren Koffer packen muss und Cliff auf den Sanitär wartet und noch ein Meeting mit einem Kollegen aus Schaan hat.

Von unserer Wohnung aus können wir das bunte Treiben zumindest ein bisschen verfolgen.

Vor unserem Haus wird stundenlang wild getrommelt und mit Farben um sich geworfen.

Unsere Kollegen schicken Bilder von den Feierlichkeiten, wir leiden unter FOMO. 😂

Für 11 Uhr war der Sanitär angekündigt, bis 13 Uhr keine Spur von ihm. Isi begibt sich auf den Weg zum Flughafen, die Straßen sind gespenstisch leer aufgrund des Feiertags, alle Leute sind von oben bis unten voll mit Farbe und überall auf den Straßen sieht man bunte Farbkleckse.

Am Flughafen angekommen trifft Isi auf ihre Kollegen Erik und Surya, die sie auf die Konferenz begleiten. Surya, der einen sehr dunklen Hautton hat, hat am Vormittag Holi gefeiert und leuchtet trotz mehrfachen Duschens immer noch in allen erdenklichen Farben (aus Anstand hat Isi ihn nicht fotografiert, auch wenn die Versuchung groß war 😇). Er erklärt, dass die Farben in 2-3 Tagen wieder weg sein sollten. Isi ist in diesem Moment doch ganz froh, dass sie mit ihrer hellen Haut und den hellen Haaren Nix von den Farben abbekommen hat.

Es geht los! Eine seltene Gelegenheit bei Tageslicht aus Vadodara zu starten, da unsere Flüge ansonsten meistens nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang gehen. Isi hat sich noch fix einen Fensterplatz ergaunert und hat ihre Kamera gezückt für ein paar Schnappschüsse.

Statt Wolken sieht man hier die Dunstglocke, unter der wir immer sitzen.

Ankunft in Chennai und Fahrt zum Hotel

Oh Jesus!

Nach einem feinen Abendessen außerhalb des Hotels, voller kulinarischer Empfehlungen unseres südindischen Kollegen Surya, gibt es noch einen Absacker in der Hotelbar.

Im Staat Tamil Nadu ist das Trinken von Alkohol zwar erlaubt, trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass man es lieber sein lassen sollte

Als es sich Isi nach dem Absacker im Bett gemütlich macht, schrickt sie plötzlich auf, nachdem sie ein eigenartiges Geschöpf an ihrer Zimmerdecke identifiziert.

Sie ist bereits gedanklich dabei den Zimmerservice anzurufen, um das Insekt entfernen zu lassen. Mutig wagt sie es, sich dem vermeintlichen Insekt zu nähern und stellt bei näherem Hinsehen fest, dass es sich nur um einen schlecht installierten Wassersprinkler handelt. 🤦🏼‍♀️

Donnerstag:

Erster Konferenztag!

Positiv auffallend an Chennai ist, dass es deutlich sauberer und die Luftqualität wesentlich besser ist.
Die Konferenz-Deko: Stil kann man nicht kaufen – Stil hat man 😉

In der Pause geht Isi mal wieder auf Welpenschau

Abends ist Hilti Sponsor des Kulturprogramms, deshalb muss Isi auf die Bühne und den Musikern danken.

Die Musiker – während der Danksagung erfährt Isi, dass sie sehr selten zusammen spielen und heute hauptsächlich improvisiert haben – there might be signs…

Freitag:

Heute hält Isi auf der Konferenz einen Vortrag.

Sogar mit Pokal (den hat aber jeder bekommen)

Seit gestern ist Isi‘s Teammitglied Surya (frisch von der Uni) gestresst davon, dass sie sich im chaotischen Indien, in dem es keine strukturierten Regeln zu geben scheint, in der Konferenz-Location nicht an die Laufwege auf den ausgelegten roten Teppichen hält. Ständig nimmt sie Abkürzungen und wird regelmäßig von Surya aufgefordert, sich an die Laufwege zu halten. Am Abend – nachdem Isi mal wieder eine Abkürzung nimmt – spricht er sie darauf an und empfiehlt, dass sie sich an die Wege halten sollte. Isi antwortet salopp, dass es manchmal besser ist, sich nicht an Regeln und ausgetretene Wege zu halten, sondern eigene Wege zu gehen. Er ist irritiert und fragt, wie er ihr als Chefin dann folgen soll, wenn sie sich selbst nicht an die Regeln hält. Isi sagt: Folge mir, und du wirst es herausfinden… 😉

Cliff ist am Abend in Vadodara mit ein paar Kollegen verabredet.

Unterwegs auf dem Moped
Inzwischen vertragen wir auch Rohkost ganz gut

Unterwegs wird er Zeuge einer eigenartigen und einzigartigen Kommunikationsform 😂

Samstag:

Heute heißt es früh aufstehen für Isi, denn sie möchte zusammen mit Surya den Sonnenaufgang am Strand von Chennai bewundern.

Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt

Anschließend geht es zu Fuß zu einem nahegelegenen Tempel

Am Ende der Straße kann man den Tempel bereits erahnen

Manchmal sagt ein Blick mehr als tausend Worte. #momlife

Wieder im Hotel angekommen, beobachtet Isi badende Kühe – oder sind es mal wieder Wasserbüffel?

Nach dem Sightseeing geht es ein letztes Mal zur Konferenz. Von dort aus startet Isi am Nachmittag direkt zum Flughafen für den Flug nach Delhi.

Boarding in Chennai pünktlich zum Sonnenuntergang

Auch Cliff macht sich in Vadodara am frühen Abend per TukTuk auf den Weg zum Flughafen, um nach Delhi zu fliegen.

Ankunft in Delhi

In Delhi treffen sich Cliff und Isi dann ENDLICH (😉) wieder, um in der Nacht zum Sonntag gemeinsam nach Zürich zu fliegen.

Unsere erste Indien-Etappe nimmt hiermit ein Ende. Viele verrückte, überraschende, schöne und auch vereinzelt unschöne Momente, aber wir freuen uns auf all das, was uns erwartet, wenn wir wieder zurück in Indien sind.

Cheers & see you next week in Switzerland/ Liechtenstein/ Germany!🇨🇭🇱🇮🇩🇪