Woche 29

Sonntag:

Per App haben wir eine professionelle Sofareinigung bestellt. Der erste Dienstleister sagt nach 45 Minuten Verspätung grundlos ab. Daraufhin haben wir einen neuen Dienstleister bestellt, der ausschließlich mit einem handelsüblichen Staubsauger auftaucht. Heute also keine Sofareinigung, das Geld ist trotzdem weg (zum Glück nur ca. 10 €).

Montag:

An der Arbeit hat sich ein frecher Wauzi an unserem strengen Wachpersonal vorbeigeschlichen und suhlt sich sichtlich zufrieden auf unserer sattgrünen Wiese.

Beim Mittagessen erzählt Isi einem indischen Kollegen, dass sie seit Indien keine Nachrichten mehr verfolgt. Daraufhin empfiehlt dieser ihr, dem deutschen Tagesschau Instagram Kanal zu folgen, da er diesen für sehr informativ hält. Dieser Tipp kam überraschend.

Nach der Arbeit kaufen wir mal wieder Blumentöpfe.

Die Mückenstiche gibt es gratis dazu

Wir kaufen vorerst nur ein farbiges Modell, die farblosen Töpfe bringen uns aber auf eine Idee. Und so bestellen wir auf dem Heimweg 4 Liter Acrylfarbe und Malerpinsel, um uns in Zukunft unsere eigenen Töpfe nach Lust und Laune zu gestalten…

Auf dem Heimweg platzt plötzlich der Himmel auf und es regnet in Strömen. Man beachte den tapferen Schirmhalter auf dem Moped:

Dienstag:

Heute gibt es an der Arbeit eine Wettbewerbsanalyse mit Trennscheiben aus der ganzen Welt. Isi‘s Aufmerksamkeit liegt auf einer Trennscheibe, die aus ihrer ehemaligen Heimat Friedrichshafen vertrieben wird. Ein netter Zufall, der Isi ein klein wenig wehmütig macht.

Seit dieser Woche läuft unser Entfeuchter auf Dauerbetrieb aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit.

Heute hat Cliff sich auf eigene Faust an seine Steuererklärung gesetzt. Innerhalb von 30 Minuten war alles erledigt, eine Nachzahlung von lediglich ca. 50 € wurde fällig. Isi hatte das Privileg einer Steuerklärungsagentur genutzt, alleine für die Zusammenstellung aller erforderlichen Dokumente hat sie 3-4 mal so lange gebraucht. Damit stellte sich der Mehrwert der Agentur durchaus in Frage.

Nach der Arbeit holen wir uns unsere August-Ration im Liquor Shop ab, wie gewohnt verpacken wir es anonym in unserem Reisekoffer für den Abtransport nach Hause.

Außerdem wurde heute unser neues Sideboard geliefert, das wir am Wochenende für unseren Essbereich bestellt haben. Erfreulicherweise sieht es in Echt genauso hübsch aus, wie online dargestellt und so bestellen wir direkt ein weiteres Sideboard dieser Sorte.

Mittwoch:

Nach Feierabend wird mal wieder fleißig umgetopft und die Blumen werden für ein Wochenende „allein zu Hause“ vorbereitet, denn Morgen geht es für Cliff auf Überraschungstrip: Isi hat zum ersten kirchlichen Hochzeitstag einen kleinen Ausflug geplant.

Versehentlich artet der Abend zu einer kleinen Privatparty zu zweit aus, die mit einer Mc Donald‘s Bestellung um 3:30 Uhr morgens endet. 😇

Donnerstag:

Etwas zerknittert starten wir mit knapp 2 h Verspätung am Vormittag per Taxi zu unserem Ziel. Cliff ist nach wie vor ahnungslos.

Die Spuren der Party sind durchaus noch sichtbar

Unterwegs gibt es mal wieder einige Kuriositäten zu bestaunen.

Die offizielle Pipi-Pause lässt Isi gerne aus und verdrückt sich einige Zeit später, als es nicht mehr auszuhalten ist, in ein einsames Gebüsch.

Nach knapp 6 h Fahrt Ankunft in unserer Bleibe.

Wir kommen in einem sehr authentischen und gemütlich eingerichteten Guest House unter und fühlen uns direkt wohl
Von der Dachterrasse unserer Unterkunft haben wir beste Sicht auf den Stadtpalast Udaipurs

Nach einem kurzen taktischen Nachmittagsschlaf brechen wir zu einer ersten kleinen Stadterkundung und zum Abendessen auf.

Vom Restaurant aus haben wir besten Blick auf den Pichola-See
Der Wein schmeckt schon wieder
Die Luft hier ist herrlich und wir frieren fast ein bisschen bei kühlen 26 Grad, die hohe Luftfeuchtigkeit spürt man interessanterweise kaum
Ein Luxushotel mitten auf dem See, das nur per Boot zu erreichen ist

Auch hier prägen die Kühe das Stadtbild, selbst vor den engen verwinkelten Gassen der Altstadt machen sie nicht Halt.

Die Häuserwände in der Altstadt sind mit hübschen Gemälden geschmückt.

Der Wauzi hat sich zum Schlafen auf ein sicheres Dach begeben

Nach einem kurzen Verdauungsspaziergang zurück zur Unterkunft, begeben wir uns auf die Dachterrasse, um mit unserer Drohne einen Nachtflug zu starten. Cliff fliegt unbeirrt über die Stadt, den See, entfernte Berge und auch den Stadtpalast, als wir plötzlich von aufgeregten Rufen des Sicherheitspersonals des Stadtpalasts aufgeschreckt werden, die uns wohl zu verstehen geben wollen, dass Drohnenflüge über dem Palast nicht gestattet sind. Wir packen zügig das Equipment zusammen, verschwinden in unserem Zimmer, verstecken die Drohne in einem von Isi’s Kleidern (sicher ist sicher, man kann ja nie wissen 🙂) und fallen müde ins Bett.

Freitag:

Wir gönnen uns heute eine Extra-Portion Schlaf und starten den Tag mit einem ausgiebigen Mittagessen in einem Grill-Restaurant mit hübscher Dachterrasse.

Chicken Biryani
Paneer Masala
Die bisher besten Cocktails, die wir in Indien genossen haben

Im Anschluss erkunden wir weiter die Stadt und besuchen den Stadtpalast, den wir gestern Nacht bereits ausgiebig per Drohne aus der Luft begutachtet haben. Auf dem Palastgelände werden wir mal wieder zu einem begehrten Fotomotiv, sodass es eine ganze Weile dauert, bis wir uns zum Eingang des Palasts vorgearbeitet haben.

Von dieser Mauer rief uns gestern Nacht das Wachpersonal freundlich zu, den Drohnenflug zu unterlassen

Der Palast ist riesig und die Besichtigung sehr ermüdend, sodass wir im Anschluss zurück zu unserer Unterkunft gehen und eine kurze Pause einlegen, bevor wir abends wieder zum Abendessen aufbrechen.

Nicht nur wir fanden den Palastbesuch ermüdend, andere Besucher geben ihrer Müdigkeit direkt nach und machen es sich auf der Palastwiese gemütlich

Mit frisch getankter Kraft brechen wir zum Abendessen auf.

Die Abendessen-Location, auch heute wieder auf einer Dachterrasse (so ziemlich jedes Restaurant besitzt eine)
Eine feine asiatische Pho Suppe und im Hintergrund Laal Maas, eine scharfe Lamm-Spezialität aus Udaipur

Samstag:

Heute heißt es früh aufstehen, denn wir werden um 5:15 von unserem Fahrer abgeholt, um den Sonnenaufgang auf einem nahegelegenen Berg, dem Baahubali, zu beobachten. Das Aufstehen hat sich gelohnt, die Aussicht ist wirklich wunderschön, leider waren wir aber nicht die Einzigen mit dieser Idee, sodass das Erlebnis nicht so einsam wie erwartet wird.

Die Drohne kommt auch zum Einsatz
360 Grad Aufnahmen mit fragwürdigem Equipment als durchaus gutes Geschäftsmodell, die Inderinnen stehen Schlange
Ein Special Maggi Point darf unterwegs zur Stärkung nicht fehlen

Anschließend fahren wir zurück zum Hotel, wo Cliff im Frühstücksraum Bilder entdeckt, die ihm sehr gut gefallen.

Die Objekte der Begierde

Er fragt unseren Gastgeber, wo er die Bilder her hat und dieser erzählt ihm, dass sie von einem lokalen Künstler seien. Prompt ist der Kontakt hergestellt und so begeben wir uns nach dem Frühstück in das 5 Quadratmeter große Atelier von Rajesh Soni, der uns stolz seine Kunst und seine zahlreichen Artikel in Kunstzeitschriften präsentiert. Nach einigen Verhandlungen haben wir 7 der Kunstwerke gekauft, und wir fahren mit Rajesh zu einem Restaurant, das er uns wärmstens empfiehlt, um auf unseren ersten gemeinsamen Kunstkauf anzustoßen.

Anekdote aus dem Atelier: Der Künstler zeigt uns viele seiner Bilder, bei einem ist Isi abgelenkt, das Bild weckt aber ihre Aufmerksamkeit, allerdings hat Rajesh das Bild bereits wieder weggepackt und Isi findet es nicht mehr. Da sie das Bild nochmal sehen will, beschreibt sie das Bild förmlich und etwas kompliziert, dass es sich um eine etwas korpulentere Frau oder Figur handele, die auf dem Boden sitzt oder kniet. Als Rajesh damit nichts anfangen kann, wird Cliff deutlicher und sagt, dass es eine fette Frau war, die auf dem Boden saß. Dann kommt ihm ein Geistesblitz, er zückt prompt das Bild und sagt empört, dass es sich dabei um den Gott Lord Krishna handele. Hupsi 😂

Wir haben einen köstlichen Nachmittagssnack und da wir bei Betreten des Restaurants von kleinen Kindern um Geld oder Essen angebettelt werden, bestellen wir noch eine Extra-Portion Pommes, die wir im Anschluss einem Mädchen anbieten. Wir haben den Eindruck, dass ihr Geld lieber gewesen wäre, dennoch nimmt sie die Pommes zögerlich an.

Unterwegs gibt es wieder einiges zu Bestaunen.

Wir ziehen noch etwas durch die Altstadt Udaipurs, um Gewürze für Cliff‘s Biryani-Experimente zu kaufen (Vision: nach 3 Jahren möchte er DER Biryani-Experte Indiens sein 🙂) und kaufen noch das ein oder andere dekorative Stück für unsere Wohnung.

Kurze Tee-Pause beim Gewürzhändler
Cliff schult kurzerhand zum Spirituosen-Verkäufer um

Zurück in der Unterkunft begeben wir uns auf unsere Dachterrasse, um den Sonnenuntergang zu genießen (leider ist es aber etwas bewölkt, daher ist es eher unspektakulär). Cliff hat Isi noch eine tolle Überraschung zum Jahrestag organisiert, mit der sie nicht gerechnet hatte: die Uhr, die sie vor 2 Wochen anprobiert hatte, als Cliff sich seine Uhr gekauft hat. Außerdem hat er ihr noch eine Uhrenaufbewahrung per 3D Druck gedruckt, die sich beliebig erweitern lässt, damit noch viele weitere Geschenke folgen können. ☺️

Im Anschluss gehen wir ganz romantisch Abendessen in einen Pizza-Imbiss mit sehr guter Pizza, die ihrem italienischen Vorbild recht nahe kommt und beenden den Abend mit einem Absacker auf einer der unzähligen Dachterrassen.

Pure Romance im Pizza-Imbiss ❤️

Woche 28

Sonntag:

Nach einem ausgiebigen Frühstück und einem gemütlichen Start in den Tag, brechen wir zum Cherai Beach im Norden Kochi‘s auf. Wir nehmen eine kleine Abkürzung per Fähre, die uns 30 Minuten Weg spart.

Die 5-minütige Fahrt kostet für Cliff 3 Rupees
(< 3 ct), für Isi ist die Fahrt kostenlos
Vor der Fähre gibt es eine lange Schlange, es ist ein beliebtes Fortbewegungsmittel, da man durch die vielen Wasserkanäle sehr viel Zeit im Vergleich zum Landweg sparen kann
Ankunft auf der anderen Seite

Von dort aus buchen wir uns ein Taxi, um unsere Reise fortzusetzen. Nach 45 Minuten kommen wir am Strand an. Leider setzt pünktlich zu unserer Ankunft auch der Regen ein, sodass wir uns erstmal in ein Restaurant flüchten. Wir gönnen uns eine kleine Stärkung in fester und flüssiger Form.

Die Leergut-Sammelstelle des Restaurants, selten sieht man in Indien so viel Struktur und Ordnung
Generell ist es in Kochi viel sauberer als in Vadodara, vermutlich liegt das an den Mülltonnen, die überall zur Verfügung stehen, selbst für Flaschen gibt es separate Sammelbehälter und die Leute scheinen sich daran zu halten

Nach kurzer Zeit klart der Himmel wieder auf und wir begeben uns an den Strand, um etwas Drohne zu fliegen.

Mit dem besseren Wetter nehmen auch die Menschenmassen am Strand zu
Wir finden einen weitestgehend leeren Strandabschnitt, das Baden lassen wir aber aus

Anschließend treten wir den Rückweg an, da am Abend etwas Kultur angesagt ist: wir besuchen eine Kathakali Tanzshow, für die Kerala sehr berühmt ist. Die Kostüme und Schmink-Kunst sind faszinierend, wenngleich wir etwas Probleme mit der Interpretation der Geschichte haben. Im Grunde ist die Storyline aber immer die Gleiche: ein tapferer Held, das Gute und das Böse, die um das Herz des tapferen Helden kämpfen, am Ende gewinnt natürlich das Gute. 🙂

Die Show beginnt mit einem eigenartigen Augentanz:

Die Bösewichtin:

Grande Finale:

Nach der Show gönnen wir uns ein letztes köstliches Abendessen in unserem Hotel.

Chicken-Biryani im Bananenblatt

Montag:

Zum checkout bekommen wir noch einen schmackhaften Abschiedsgruß, bevor wir zu einer kleinen Shopping- und City-Tour aufbrechen.

Synagoge
Mattancherry Palace mit historischem Museum zur Geschichte Kochis und Keralas
Eine Trage für faule Staatsoberhäupter
Antiquitäten

Ein Gemälde der Straße haben wir uns als Andenken mit nach Hause genommen.

Der Künstler behauptete, dass die Wasserflecken auf dem Bild beabsichtigt seien, um die Regenzeit darzustellen. Wir sind uns bis heute nicht so sicher, aber egal, denn wir mögen das Bild trotzdem sehr – vielleicht gerade weil es so perfekt unperfekt ist, wie so vieles in Indien… 🙂

Im Anschluss geht es an den Flughafen, wo wir uns Dank unserer Bankkarte für schlappe 25 Rupees (< 25 ct) Lounge-Zutritt verschaffen und noch eine kleine Stärkung zu uns nehmen, bevor der Flieger pünktlich kurz nach 18 Uhr abhebt.

Ankunft um 21 Uhr in Ahmedabad, Rückreise nach Vadodara mit dem Taxi (zum Glück ohne Regen), Ankunft zu Hause um 23:30 Uhr. Im EG erwartet uns eine große Lieferung, nach langem Warten ist endlich unser Gästebett angekommen! Besucher sind ab sofort also herzlich Willkommen. 🙂

Wir schleppen als letzten Akt des Tages die Pakete in die Wohnung und fallen anschließend müde ins Bett.

Dienstag:

Nachdem wir unsere Aadhaar-Nummer nun haben, gehen wir nach der Arbeit ins Autohaus und bestellen unser Wunsch-Auto. Dort erfahren wir, dass nun noch zusätzlich die Steuer- und Aadhaar-Nummer miteinander verknüpft werden müssen, was unser Unterfangen erneut verzögert.

Anschließend gönnen wir uns ein Abendessen mit stilvollem Sushi-Haus (vegetarisch, aus Sicherheitsgründen 😉).

Dimsum
Curry-Ramen

Mittwoch:

Nach der Arbeit gehen wir in ein Uhrengeschäft, weil Cliff sich eine Uhr für den Alltag kaufen möchte. Seine Wahl fällt auf die indische Marke Titan, die geschmackvolle Uhren zu erschwinglichen Preisen anbietet.

Auf dieses Modell ist Cliff‘s Wahl gefallen, kostet ca. 130 €

Isi stöbert auch ein wenig, belässt es aber ausnahmsweise beim Gucken.

Keramik-Modelle sind etwas teurer und liegen bei ca. 450 €

Donnerstag:

Marktbesuch nach der Arbeit. Anders als sonst, werden wir heute permanent und sehr aufdringlich von bettelnden Kindern verfolgt. Als Cliff ihnen 10 Pflaumen kauft, rennen sie sofort weg, um kurze Zeit später ohne die Pflaumen wiederzukommen, und mit ihrer Bettelei weiterzumachen. Wir schwanken zwischen Mitleid und Genervtheit, haben aber den Eindruck, dass es sich bei den Kindern um einen Teil der bekannten Bettelmafia handelt, da die üblichen Bettler nicht so aufdringlich sind. Wir sind jedenfalls froh, als wir mit unseren Einkäufen fertig sind und uns wieder in unser Auto begeben können.

Abends baut Cliff das Gästebett auf, leider müssen wir feststellen, dass die Füße teilweise falsch geliefert wurden und keine einheitliche Farbe haben.

Gold
Schwarz
Schwarz

Nun ja, mal wieder eine kleine Extra-Runde, die wir drehen müssen…

Freitag:

Als wir gerade aufstehen wollen, bekommen wir einen Anruf von unserem Fahrer. Er empfiehlt uns, aufgrund der starken Regenfälle heute nicht an die Arbeit zu gehen.

Wir sind uns unschlüssig, bekommen aber Stück für Stück von einigen Kollegen mit, dass auch diese nicht an die Arbeit kommen, weil die Straßen teilweise knietief unter Wasser stehen.

Eindrücke aus der Wohnung eines Kollegen

Somit gibt es heute einen ungeplanten Tag im Homeoffice, den Isi effizient mit Multitasking verbringt.

Am frühen Abend kommt unser Autoverkäufer bei uns vorbei, um die Anzahlung zu finalisieren, nachdem die Verknüpfung unserer Steuer- und Aadhaar-Nummer gestern bestätigt wurde. Somit steht dem Kauf nun nichts mehr im Wege, die Lieferzeit beträgt 1-2 Monate, wir sind schon voller Vorfreude und Aufregung!

Abends setzt Isi Sauerteig für ein neues Back-Experiment an. Diesmal gibt es Zimtschnecken! 😋 Nachts um 12 ist der Teig fertig, morgen früh um 6 geht es weiter.

Samstag:

Vor Arbeitsbeginn macht Isi die Zimtschnecken fertig: Teig ausrollen, befüllen, zusammenrollen, portionieren und auf dem Blech platzieren.

Dann heißt es wieder Warten. Da es auch heute stark regnet und wir beide nicht wirklich gesund sind (Isi plagt ihr Infekt seit 5 Wochen, Cliff schwächelt seit dieser Woche mit ähnlichen Symptomen), beschließen wir, nicht an die Arbeit zu fahren und unsere Aufgaben von zu Hause aus zu erledigen.

Nach 3 Stunden Gehzeit, kommen die Zimtschnecken in den Ofen.

Davor
Dazwischen
Danach

Hoffentlich schmecken sie so gut wie sie aussehen! 😍

Durch den Regen herrscht eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit, die die eigentlich angenehmen 26 Grad recht unerträglich macht.

Die Feuchtigkeit drückt auch merklich in die Wohnung, glücklicherweise lässt sich das aber mit der Klimaanlage relativ gut regulieren.

91 % Luftfeuchtigkeit

Gegen Mittag werden die Zimtschnecken verkostet, sie sind unfassbar lecker! 🤤

Monsun-Gespräche:

Isi und Cliff stehen am Fenster und schauen nach draußen.

Isi: „Es ist schon verrückt, der Regen hier in Indien ist teilweise ganz anders, viel feiner. Man schaut raus, denkt es regnet nicht und trotzdem regnet es in Strömen. Oder?“

Cliff: „Keine Ahnung, habe ich noch nicht beobachtet. Und gerade regnet es ja nicht.“

Isi schaut Cliff verwundert an.

Isi: „Dann schau nochmal genauer hin.“ 🙂

Abends muss Cliff erstmal das Internet reparieren…

… bevor es per Flugsimulator von Vadodara nach Ahmedabad geht.

Nach einer sanften Landung folgt ein gemütlicher Wochenausklang auf dem Sofa.

Woche 27

Sonntag:

Isi versucht sich heute auch zum ersten Mal an Sauerteig-Experimenten. Sie entscheidet sich für eine süße Variante in Form eines Sauerteig-Zopfs.

Mal schauen, ob das was wird

In der Gehzeit bis zum Backen bestellt Isi sich ein Spa-Treatment nach Hause: koreanische Gesichtsbehandlung, Wimpern zupfen und Pediküre. Ein 3-stündiges Treatment für ca. 25€.

Nach der sehr guten und entspannenden Behandlung, wird der Zopf in den Ofen geschoben, bevor etwas Action angesagt ist: wir machen Probefahrten mit unseren zwei Favoriten, dem Mahindra 7X0 und dem Mahindra Thar!

Von außen sieht er schonmal sehr gelungen aus!
Auf dem Weg zum Autohaus gibt es mal wieder allerhand Kuriositäten zu bestaunen
Trockenübung, bevor es auf die Straße geht
Die Praxis überlässt Isi für‘s Erste aber doch lieber Cliff

Sätze, die Isi während der Probefahrt zu Cliff sagte:

„Brems!!!“

„Ich glaube jetzt bist du Geisterfahrer.“

Eindrücke von unterwegs: wenn man mal etwas Cabrio-Feeling braucht, aber gerade keines zur Hand hat

Alles in allem verliefen die Probefahrten mit unseren zwei bevorzugten Modellen aber unproblematisch und Cliff hat sich fantastisch im indischen Straßenverkehr geschlagen.

Zu Hause angekommen, gönnen uns erstmal eine Portion Zopf.

Schmeckt wunderbar!

Auch Cliff hat wieder Brot gebacken, mit jedem Mal wird es immer noch ein kleines bisschen perfekter. Diesmal backen wir auch Brötchen, aus denen wir uns am Abend einen leckeren Chicken-Burger zaubern.

Montag:

Nach der Arbeit gibt es vor der finalen Entscheidung eine letzte Probefahrt, diesmal mit einem Kia Seltos. An einem Wochentag ist der Verkehr deutlich dichter und chaotischer, aber auch hier schlägt sich Cliff souverän und seine auf Gujarati gelernten Schimpfwörter machen sich endlich bezahlt.

Nach der Probefahrt ist Abendessen angesagt und es wird sich eifrig über die Fahrzeugwahl ausgetauscht. Am Ende des Essens ist die Entscheidung getroffen – stay tuned für die Auflösung. 🙂

Veganes Jackfruit Shawerma – unglaublich lecker!

Dienstag – Mittwoch:

Business as usual.

Bei Hilti auf dem Werksgelände gilt Helmpflicht, wenn man mit dem Moped oder Motorrad anreist. Ein häufig beobachtetes Phänomen: die Kollegen fahren ohne Helm bis kurz vor das Werksgelände, halten an, ziehen sich den Helm auf und fahren auf das Gelände. #safetyfirst

Der Pflanzen-Wahn geht weiter: wir stellen fest, dass wir zu viele Setzlinge gezogen haben und wollen uns jetzt am liebsten von keinem trennen, allerdings gehen uns allmählich die Töpfe aus.

Donnerstag:

Nach mehr als 180 Tagen in Indien sind wir endlich Aadhaar berechtigt, ein Identitätsnachweis, den wir zum Kauf eines Autos benötigen, aber auch dafür, um nach unserem Indien-Aufenthalt unsere eingezahlten Sozialleistungen wiederzukommen.

Offiziell öffnet das Büro um 10 Uhr, als wir 10:15 Uhr ankommen, ist es immer noch geschlossen und die Menschen warten im strömenden Regen vor dem Gebäude. 10:30 Uhr kommen die Beamten endlich gemütlich anspaziert und öffnen die Pforten.

Die beiden Mädels warten auch auf die Öffnung, beim Schutz vor dem Regen werden sie kreativ

Es gibt eine lange Schlange, man muss sich zuerst manuell in ein Buch eintragen und dann wieder laaange warten. Als wir zu einem Beamten gerufen werden, dem wir unser Anliegen erklären, erklärt er uns, dass wir noch 5 weitere Monate warten müssen, bis wir Aadhaar-berechtigt sind, weil unser letzter Einreisestempel auf den 15.06. datiert ist. Als Isi daraufhin ein wenig der Kragen platzt, weil das bedeuten würde, dass wir nie Aadhaar berechtigt sein werden, weil wir spätestens alle 3 Monate wegen Cliffs Vorsorgeuntersuchungen aus Indien ausreisen müssen, lenkt der Herr ein und schickt uns in das obere Stockwerk, um es mit dem Chef zu klären. Nach weiteren ermüdenden Minuten/ Stunden, werden wir in das Büro gerufen. Hier interessiert sich plötzlich niemand mehr für Ein- oder Ausreisestempel, das einzige Datum, das zählt, ist das Startdatum unseres indischen Visums, der 08. Januar 2026.

Ein paar Eindrücke aus dem Aadhaar Office:

Bitte lächeln!
Kaum zu glauben, dass sich in einem so runtergekommenen Gebäude eine offizielle Behörde befindet. Immerhin wird uns stolz von dem neu angeschafften, hochfortschrittlichen IT-Equipment berichtet – ein ziemlicher Widerspruch.

Nach 3 Stunden ist es endlich geschafft und wir verlassen glücklich das Aadhaar Office. In 1-2 Wochen sollten wir die Aadhaar Karte per Post erhalten.

Während der Warterei regnete es unermüdlich, inzwischen verstehen wir, warum die Einheimischen meistens nur in Schlappen rumlaufen, vor allem während der Monsun-Zeit.

Anschließend düsen wir ins Büro, unterwegs holen wir uns noch eine kleine Stärkung aus einer Bäckerei.

Zurück im Office klingeln plötzlich alle Handys gleichzeitig- eine Wetterwarnung aufgrund der anhaltend starken Regenfälle. Nachdem unsere Kollegen aber alle entspannt bleiben, beschließen wir, es ihnen gleichzutun.

Rosige Aussichten für die nächsten Tage

Zu Hause angekommen, installieren wir das Bewässerungssystem für unsere Pflanzen, da es morgen für ein verlängertes Wochenende auf Reisen geht! Die Vorfreude ist riesig, wir hoffen, dass der anhaltende Regen uns keinen Strich durch unsere Reisepläne macht.

Freitag:

Heute geht es nach Kochi, Kerala! Wir haben frei und starten früh zum Flughafen nach Ahmedabad. Unser Taxi hat den Dichtheitstest aufgrund des ganzen Regens der letzten Stunden nicht bestanden und so gibt es das Fußbad gratis dazu.

Unterwegs steht alles unter Wasser, die Autobahn ebenfalls, wir sind mehr als glücklich, als wir nach 2 h Autobahn endlich in Ahmedabad ankommen.

Auch Ahmedabad steht unter Wasser, wir kommen dennoch gut vorwärts und erreichen den Flughafen früher als geplant.

Am Flughafen läuft auch alles reibungslos und so haben wir noch ausreichend Zeit für ein gemütliches Frühstück. Der Flug verläuft ruhig und wir kommen nach knapp 2,5 h pünktlich in Kochi an. Auch hier regnet es, allerdings deutlich weniger als in Gujarat.

Nach 1,5 h Fahrt vom Flughafen zur Unterkunft haben sich die Wolken aufgelöst und es erwartet uns ein strahlend blauer Himmel.

Erste Station nach Ankunft: ein Diner, das Beef Burger mit Bacon anbietet. 🤫 (in Kerala ganz normal)

Dann brechen wir zu einem Spaziergang auf, um die Gegend ein wenig zu erkunden. Erster Stop: die chinesischen Fischernetze.

Hübsch
Nicht so hübsch
Kochi ist für indische Verhältnisse extrem sauber, nur ausgerechnet an einer der Haupt-Touristenattraktionen, türmt sich der Müll.
Wir legen selbst Hand an und bedienen eines der Fischernetze

Danach treffen wir auf Isi‘s persönliches Paradies: zwei Hundemamas mit insgesamt mehr als 15 Welpen! 😍

Der Schal weckt besonderes Interesse
Hier wird sich erstmal eine Runde ausgeruht, bevor wieder wild weitergetobt wird
Die älteste Kirche Indiens
Ausklang des Abends mit einem köstlichen Südindischen Abendessen im Hotel

Samstag:

7 Uhr morgens startet der Tag mit einem geführten Heritage Walk durch Fort Kochi.

Unser Hotel von außen
Imposante Rain Trees prägen das Stadtbild von Kochi
Die Fischernetze aus einer anderen Perspektive

Reges Treiben auf dem Fischmarkt am frühen Morgen. Die meisten der Fische sind noch am Leben – zwar ist es das beste Frischekriterium, leider aber eine Qual für die armen Fische…

Die Katzen wissen, wo sie sein müssen, um auch etwas von der Beute abzubekommen. Ironischerweise handelt es sich bei dem Fisch um einen „Catfish“.
Wir treffen auch wieder auf unsere pelzigen Freunde, diesmal sind sie aber nicht ganz so aktiv wie am Vortag.

Die Einwohner Kochis sind morgens sportlich sehr aktiv: es wird gejoggt oder geradelt, es gibt Outdoor-Fitnesskurse, es wird Fußball oder Cricket gespielt.

Nach dem Sightseeing gehen wir zurück ins Hotel und frühstücken ausgiebig. Dann wird eine Runde gefaulenzt, bevor es am Nachmittag per Boot in die Backwaters von Kochi geht!

Unser Boot
Cliff‘s erster Outdoor-Flug mit seiner neuen Drohne, und das direkt auf dem Wasser – gewagt, aber es geht zum Glück alles gut. 🙂 (die atemberaubenden Videos folgen in einem separaten Beitrag)

Wir stoppen auf dem Grundstück einer älteren Dame, die uns zeigt, wie man aus Kokosfasern ein Seil herstellt und wie man aus den Blättern einer Kokospalme ein Dach flechtet.

Anschließend begeben wir uns auf den Rückweg, nicht ohne mal wieder eine neue Hundefreundschaft geschlossen zu haben. Isi hat den Hund von seiner Leine befreit, der Abdruck am Hals und die riesige Begeisterung über seine neu gewonnene Freiheit deuten darauf hin, dass er sein Dasein hauptsächlich an einen Strick gefesselt fristet. Wir werden wohl nie erfahren, ob es der Dame gelingen wird, den Hund wieder einzufangen…

Wieder zu Hause angekommen, machen wir uns kurz frisch und brechen in ein nahegelegenes Restaurant auf, wo wir den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Das beste Dessert seit wir in Indien sind: Kokosnusspudding, leicht und frisch mit nur wenig Süße – ein Traum! P.S.: Kerala bedeutet übrigens übersetzt „Land der Kokosnuss“

Außerdem erreichen uns heute erfreuliche News von der Aadhaar-Behörde. Unsere Anträge wurden genehmigt, somit steht dem Autokauf nun nichts mehr im Wege. 🙂 Auf allzeit gute Fahrt und viele neue Abenteuer…

Woche 26

Sonntag:

Der Wecker klingelt 7:30 Uhr für das WM Spiel Schweiz gegen Argentinien.

Anschließend verbringen wir den Vormittag faul im Bett. Nachmittags same procedure as every Sunday: Putzen, Gärtnern, Kochen, Büroarbeiten,…

Das Pürieren im indischen Mixer geht leider schief, die Brokkoli-Suppe können wir jetzt von den Wänden löffeln…

Die Suppe hat sich bis in den letzten Ritz verteilt
Verbrennungen inklusive

Montag:

Cliff bleibt heute zu Hause, weil er abends die Nachtschicht als Night-Duty-Officer antritt. Aufgrund der aktuell angespannten Situation, müssen die Mitarbeiter im Wechsel Nachtschicht machen, um sicherzustellen, dass auch nachts alles ordnungsgemäß produziert wird. Isi ist von der Regelung ausgeschlossen, weil sie als Frau aus gesetzlichen Gründen nach 22 Uhr nicht arbeiten darf, ohne dass die Firma zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen trifft.

Schlangensichtung auf dem Werksgelände – zum Glück ein ungefährliches Exemplar
Einer arbeitet – 5 gucken zu 🙂 (ein Phänomen, was man nicht nur aus Indien kennt)
Nachtversorgung – geschmacklich wie immer deutlich besser als die Optik vermuten lässt

Dienstag:

Keine besonderen Vorkommnisse.

Mittwoch:

Der Monsun ist noch nicht so recht in Schwung gekommen. Seit dem letzten Starkregen vergangenen Montag regnet es heute am frühen Abend zum ersten Mal wieder sehr stark.

Das erste Mal „kalt“ genug (28 Grad), um statt der Klimaanlage abends einfach das Fenster zu öffnen und die frische Luft zu genießen. Irgendwann drückt die Luftfeuchtigkeit aber unangenehm stark in die Wohnung, daher müssen wir zum Schlafen leider wieder auf Klima umsteigen.

Donnerstag:

Mal wieder ein kleiner Wasserschaden

Abends testen wir einen neuen Dosa Spot – unser bisheriger Favorit!

Mrs. Kitchen – von außen Bescheiden, aber es kommt ja bekanntlich auf die inneren Werte an 🙂
Cliff‘s Vorfreude ist nicht zu übersehen

Zu Hause angekommen, erhält Isi ihren ersten indischen Steuererbescheid: knapp 4 € Rückzahlung sind fällig – Frechheit!

Nachdem spät am Abend die liegengebliebene Arbeit erledigt ist, die wir über den Tag nicht geschafft haben, gönnen wir uns als Absacker noch einen kleinen Schuss indischen Rums

Freitag:

Sir Odlot ist zurück und hat seine Familie mitgebracht.

Kleiner Frechdachs – anstatt sich über unsere mitgebrachten Kekse zu freuen, frisst er lieber die Riesen-Ameisen vom
Boden, die ihn mit ihrer Säure piesacken. Wir sind uns nicht mehr so sicher, ob wir ihm einen Gefallen tun würden, wenn wir ihn bei uns aufnehmen.
Isi im siebten Hunde-Himmel
Unterwegs die üblichen Unterbringungen der mittellosen indischen Bevölkerung – irgendwann ist man nicht mehr so schockiert darüber, Gewohnheit wird es aber nie

Auf dem Heimweg von der Arbeit sehen wir die vorläufige Höchstzahl an Personen auf einem Moped: 5!

Die Kleinste sitzt seitlich auf dem Schoß ihrer Mama
Die Kleinste ist glücklicherweise (?) immer noch auf dem Moped, aus dieser Perspektive sieht man sie nur nicht

Abends geht es nach der Arbeit zu einem Mahindra-Händler, um uns unser neues Auto auszusuchen. Wir haben uns noch nicht final entschieden, aktuell schwanken wir zwischen einem Mahindra und einem Kia.

Für Basic Abenteurer – Bolero
Für fortgeschrittene Abenteurer – Thar
Für die Weichgespülten – Scorpio N

Unser Favoritenmodell haben wir leider vergessen zu fotografieren. 🤔 Es kommt aber dem Scorpio N relativ nah, nur ein wenig kleiner.

Samstag:

Heute geht es morgens wieder an die Arbeit. Die Samstage an der Arbeit sind immer unglaublich produktiv, weil es kaum Ablenkung durch die üblichen Meeting-Marathons gibt. Es reicht sogar für eine kurze Kaffeepause mit Aussicht, ein seltener Moment in den letzten Wochen.

Cliff kann heute in Ruhe seine Versuche mit Prototypen-Werkzeugteilen durchführen, die er über Nacht zu Hause gedruckt hat. Er ist soweit zufrieden mit dem Outcome der heutigen Versuche.

Nach der Arbeit besuchen wir einen Kia-Händler, um unsere Favoritenmodelle zu vergleichen. Fotos haben wir mal wieder vergessen. Unser Kia-Wunschmodell – den Kia Seltos – haben wir allerdings bereits in einem früheren Blog-Beitrag vorgestellt. Nachdem uns der Vergleichsbesuch noch mehr verwirrt, gehen wir im Anschluss erneut zum gestrigen Mahindra Händler. Am Ende ist es ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wir haben allerdings beide eine leichte Tendenz zum Mahindra.

Eine seltene Situation – da wir es ausnahmsweise mit einer Verkäuferin zu tun haben, regeln die Ladies heute das Business (Cliff wird weitestgehend von der Verkäuferin ignoriert – welcome to Isi’s world)

Da Autos gucken hungrig macht, gehen wir im Anschluss zu einem neuen Dosa Spot, der nicht enttäuscht. Heute gibt es zusätzlich zu den Dosas noch Idli, ebenfalls eine südindische Spezialität, die aus dem gleichen Teig wie Dosa besteht (fermentiert aus Bohnen und Reis), im Gegensatz zu Dosa aber gedämpft und nicht gebraten wird.

Im Anschluss geht es per TukTuk nach Hause und es folgt ein gemütlicher Abend mit Brot backen, Sachen des täglichen Bedarfs bestellen und Autovideos (Kia vs. Mahindra 🙂) auf YouTube gucken.

Wenigstens wird das Sportzimmer von unserem Sauerteig genutzt (weil es hier schön warm ist) – wir sollten uns ein Beispiel an ihm nehmen. Naja, vielleicht nächste Woche. 😇

Woche 25

Sonntag:

Das Brot wird immer besser!

Heute versuchen wir uns außerdem erneut an selbst gemachtem Mozzarella, nachdem der erste Anlauf vergangenes Wochenende in Hüttenkäse endete.

Der erste Step gelingt schonmal besser – Dank neu erworbenem Thermometer (der Freestyle-Anlauf vergangene Woche war wohl doch etwas zu optimistisch)
Fragwürdige Konsistenz, die eher an Feta statt an Mozzarella erinnert, ein bisschen stolz sind wir trotzdem
Erwärmt schmilzt er sogar und wird überraschend cremig

Die Gärtnerei wird ausgeweitet – Anschaffung eines neuen Kräutergartens.

Minze bestellt
Leere Tüte bekommen
Chilis
Die importierten Tomatensamen entwickeln sich prächtig
Die erste Tomatencharge entwickelt die ersten Blüten
Basilikum

Die extrem hohe Luftfeuchtigkeit versperrt uns die Sicht nach draußen.

Die Tauben-Teenies werden immer aktiver, bald werden sie uns wohl verlassen

Montag:

Heute treffen wir beim Warten auf unser Taxi auf ein sehr vielversprechendes Vierbeiner-Exemplar, wir taufen ihn Sir Odlot (Toldo rückwärts🙂). Er ist noch etwas scheu, aber sehr freundlich und interessiert an uns.

Street Art
Feierabend-Kokosnuss

Heute läutet der erste Starkregen den offiziellen Start in den Monsun ein.

Dienstag – Freitag:

Isi plagt ein Infekt mit quälendem Husten und eine Blasenentzündung, deshalb arbeitet sie den Rest der Woche von zu Hause. Cliff geht fleißig an die Arbeit. Als Isi am Donnerstag ebenfalls wieder arbeiten gehen möchte, lässt Cliff sie in der Wohnung stehen und erteilt ihr Hausarrest für den Rest der Woche, um vollständig zu genesen. Isi ist nicht begeistert, beugt sich aber widerwillig den Anweisungen ihres Ehegatten.

Unsere Anlage hat inzwischen ein „Dach“ als Regenschutz
Werkzeug ist paradoxerweise ein rares Gut bei Hilti in Indien: es gibt genau einen Schraubenzieher für 6 Anlagen

Am Mittwochmorgen klingelt der Wecker um 1:30, da Cliff das Achtelfinale der Schweiz gegen Kolumbien gucken will. Isi will eigentlich mitgucken, ist aber zu müde und bleibt liegen. Als sie wach wird, rafft sie sich auf und beschließt, mitsamt ihres Bettzeugs Cliff im Wohnzimmer Gesellschaft zu leisten. Als sie es sich gerade gemütlich gemacht hat, stellt sie fest, dass das Spiel bereits vorbei ist, die Mühe des Aufstehens für umsonst war und sie von Cliff direkt wieder ins Bett bugsiert wird.

Auf dem Heimweg von der Arbeit besucht Cliff am Donnerstag unseren Stamm-Markt

Isi‘s Freude während ihres Hausarrests: ein Fernglas mit dem sie mit großer Begeisterung und Besessenheit Sir Odlot auf der benachbarten Wiese von der Wohnung aus beobachten kann. 😌

Lieferung unseres neuen Couch-Tisches

Online-Werbung in Indien. 🙂

Freitagabend gibt es Schweizer Rösti, sehr lecker!

Samstag:

Erster Ausgang nach 4 Tagen für Isi, wir spazieren zum nahegelegenen Wine-Shop, um unsere Monatsration zu kaufen, die wir inzwischen als Zwischenhändler auch an Kollegen weitergeben (ohne Gewinn).

In der Nachbarschaft ist ein großes Bauprojekt, die Wanderarbeiter leben in Blechhütten und nutzen die entstandene „Pfütze“ vom Regen für den Badespaß der Kids. In solchen Momenten wird die Schere zwischen Arm und Reich besonders deutlich.

Die Mama von Sir Odlot ist hier auch dabei, leider haben wir seit gestern Früh Sir Odlot nicht mehr gesehen, hoffentlich ist ihm nichts passiert 😢

Unsere Ware wird im Wine-Shop sicher verpackt.

Die auf Bali gekaufte Drohne bei ihrem Jungfernflug.

Das Chaos bitte ausblenden! 🙈
Wir gönnen uns ein Kochfeld-Upgrade, das heute installiert wird

Neuer Mozzarella-Anlauf mit Büffelmilch.

Leider sind wir mal wieder gescheitert wegen zu viel Lab, dafür haben wir jetzt Hüttenkäse und Feta. 🙂 Morgen wagen wir frischen Mutes einen neuen Anlauf…

Aber immerhin war das Brot wieder ein voller Erfolg – das Sonntagsfrühstück ist gesichert!

Woche 24

Sonntag:

Wir werden von den Rufen unseres Obsthändlers geweckt und decken uns erstmal mit einer ordentlichen Portion Obst ein.

Anschließend gibt es Frühstück mit unserem selbstgebackenen Sauerteigbrot – ein Genuss!

Die zweite Charge Brot ist bereits nahezu perfekt

Den restlichen Tag verbringen wir mit gärtnern, putzen, kochen und backen, dazu gibt es eine kleine Weinbegleitung.

Riesling aus Indien – durchaus schmackhaft

Montag:

Diese Woche erwarten wir an der Arbeit mal wieder hohen Besuch: unsere neue BU Chefin und unser scheidender Global Manufacturing Chef haben sich angekündigt. Uns erwartet eine arbeitsreiche Woche.

Auch weit nach Feierabend tüfteln wir zu Hause an Lösungen zur Optimierung unserer Produktion – sieht chaotisch aus, ist es auch.

Dienstag:

Start in den Tag mit Honigbrot – der Honig ist importiert aus der Heimat von unseren hauseigenen Bienen aus Thüringen (Dank geht raus an Isi’s Eltern 😘).

Schmeckt nach Heimat 😋

Einweihung unserer neuen Laserschweißanlage.

Mittwoch:

Nach der Arbeit trifft sich das indische Management Team zum Dinner mit BU Chefin, GM Chef und den restlichen Besuchern aus dem Headquarter im Laxmi Palast Vadodara zum Abendessen. Die Königsfamilie lebt dort noch, Sie ist eine berühmte indische Influencerin, die sich für LGBTQ stark macht, Er besitzt eine erfolgreiche Hotelkette – Royals im 21. Jahrhundert. 🙂

Donnerstag:

Geburtstagsfeier und Abschiedszeremonie für unseren GM Chef.

Eine rauschende Geburtstags-Sause

Am Nachmittag folgt die Abschiedsfeier.

Der obligatorische Turban darf nicht fehlen

Auf dem Heimweg entdecken wir einen wunderschönen Pfau und stoppen unser Taxi, um ein paar Bilder zu machen.

Abends gibt es lecker Dosa im Restaurant um die Ecke.

Mal wieder eine neue Dosa-Variante getestet und für gut befunden

Ein neuer pelziger Freund, der unsere Aufmerksamkeit weckt.

Freitag:

Der Monsun ist dieses Jahr verspätet, die ersten Regenschauer sind aber bereits da, es ist deutlich kühler (um die 30 Grad) und die Luftfeuchtigkeit erreicht bis zu 90%.

Heute machen wir Homeoffice, da Isi kränkelt und Cliff in Ruhe seine wichtigen Konstruktionen abschließen will.

Nach Feierabend geht Cliff zum Friseur und macht ein paar Besorgungen.

Eine indische Spezialität: Paan (Betelblätter gefüllt mit einer Zuckermasse und Gewürzen, die die Verdauung unterstützen sollen)

Samstag:

Isi bleibt heute zu Hause, weil es ihr immer noch nicht so gut geht, Cliff geht an die Arbeit. Es hat bereits etwas ergiebiger geregnet, der Monsun in seiner vollen Kraft ist aber immer noch nicht da.

Unsere Werkshallen halten den Regen leider nicht ausreichend ab, sodass das Wasser bis in unsere Maschinen läuft.

Auf dem Firmengelände fließt der Regen durch die lange Trockenheit nur langsam ab

Wir warten gespannt auf den „echten“ Monsun.

Woche 23

Sonntag:

Wir starten den Tag mit Frühstücks-Dosa in einem nahegelegenen südindischen Restaurant. Auf der Karte stehen zig verschiedene Dosa-Varianten, was uns ein wenig überfordert. Daher ordern wir auf gut Glück und werden nicht enttäuscht.

Dazu eine “kleine” südindische Spezialitätenplatte

Anschließend machen wir ein paar Besorgungen. Wir haben einen Delikatessen-Laden mit internationalen Lebensmitteln gefunden, wo wir uns mit ein paar Leckereien eindecken. Danach geht es zum indisch-italienischen Pizzabäcker unseres Vertrauens, wo wir Mehl, Mozzarella und Tomaten kaufen.

Deutsche Shirt-Aufschriften in indischen Läden
Isi findet Freude in den kleinen Dingen
Tauben-Fütterung

Die Suche nach dem perfekten Vierbeiner geht weiter, deshalb haben wir immer eine Portion Leckerli dabei.

Nachmittags werden Spülmaschine und Ofen geliefert. Der Ofen geht postwendend zurück, da er Dellen hat. Morgen soll ein neuer geliefert werden. Für die Spülmaschine fehlt der passende Anschluss, den wir ebenfalls morgen besorgen wollen.

Von einem Kollegen haben wir uns eine Sauerteigkultur mit nach Indien genommen, mit der Cliff heute eigentlich Brot backen wollte, was aufgrund des fehlenden Ofens aber leider nicht klappt. Aber immerhin hat er ihn heute schonmal gefüttert. Er geht wunderbar auf und scheint die Reise gut überstanden zu haben.

Zwischendurch eine Kokosnuss zur Erfrischung

Dann wird gegärtnert. Isi hat versehentlich statt Erde Kuhmist aus der Tüte gekauft. Die Pflanzen freuen sich, wir uns nicht so…

Abends genießen wir die gute Luft und die angenehmen Temperaturen auf dem Balkon.

Montag:

Wir arbeiten heute nur bis Mittag, um am Nachmittag noch die erforderlichen Anschlüsse und Verlängerungen für unsere neuen Elektrogeräte zu besorgen. Außerdem erwarten wir die Ersatzlieferung unseres Ofens und unser neuer Airfryer hat sich auch für heute angekündigt. Alles kommt planmäßig und unbeschadet an. Das gekaufte Adapterstück für den Wasseranschluss unserer Geschirrspülmaschine passt aber leider erwartungsgemäß nicht und so müssen wir uns weiter auf die Suche nach dem passenden Anschluss machen.

Abends bekommen wir Besuch von unserem Amerikanischen Kollegen Mike, der uns die letzten 4 Wochen an der Arbeit unterstützt hat. Unser ungarischer Expat-Kollege Erik ist auch am Start und so verbringen wir einen gemütlichen Abend mit knusprigem Hähnchenfilet und Kartoffelwedges aus unserem neuen Airfryer, Gurkensalat, gegrillten Paprika, Sour Cream und Guacamole. Bei der Verabschiedung bedanken sich die beiden für das leckere Essen, das zur Abwechslung mal keine Masala- oder PeriPeri-Gewürznote hatte. 🙂

Erik hat uns von seiner letzten Ungarn-Reise vergangene Woche Paprika-Pulver und hausgemachten Palinka mitgebracht.

Dienstag:

Nach dem gewohnten Arbeitsantritt geht es für Isi heute am späten Vormittag zu der Behörde, die die Alkohollizenzen ausstellt. Sie wird von einem Kollegen aus der Personalabteilung begleitet, der sie bei der Behörde unterstützen soll.

Es läuft alles reibungslos und somit hat auch Isi jetzt für die nächsten 6 Monate eine Lizenz mit monatlich 4 Rationen.

Auf dem Rückweg zur Arbeit fährt uns leider ein LKW auf. Da Isi kurz eingedöst war, ist sie ziemlich erschrocken und durch die entspannte Körperhaltung während des Schlafs, hat sich ihr Rücken und Nacken durch den plötzlichen Aufprall unschön verspannt. Aber bereits am Abend ist alles wieder gut.

Das ist der Übeltäter
Der Schaden ist nicht sehr groß, die Warterei auf die Polizei in der Mittagshitze ist aber nicht sehr erfreulich

Nach knapp 30 Minuten wird Isi von einem anderen Taxi abgeholt und wieder in die Firma gebracht.

Abends spielen wir Badminton, langsam entwickelt sich Isi zu einer ernstzunehmenden Gegnerin für Cliff. 🙂

Mittwoch:

Am Teestand lernen Cliff und unser Praktikant Kaif in der Pause den Besitzer einer nahegelegenen Zerspanungsfirma kennen. Da Cliff’s Neugierde geweckt ist, machen sie sich zu Dritt per Roller auf den Weg zu der Firma (wenige Meter mit wenig Verkehr 😇).

Immerhin ist Cliff mit guter Knautschzone ausgestattet…
Anschließend geht es per Probefahrt mit dem Auto des Fabrikbesitzers, einem Mahindra Thar, zurück an die Arbeit – Cliff ist der Fahrer
Die Inder lassen die Sitze gerne in Folie eingewickelt, um sie vor Schmutz zu schützen

Abends holen wir auf dem Heimweg ein Holzbrett ab, das wir uns für unsere Waschküche zur Ablage haben machen lassen.

Die Werkstatt
Das Ergebnis
Indische Qualität lässt grüßen

Donnerstag:

Cliff macht Homeoffice, wir erwarten mal wieder einen Sanitär, um endlich unsere Spülmaschine nutzen zu können. Er kommt pünktlich um 8, mal wieder nur mit einem kleinen Stoffbeutel ausgestattet. Zu Cliff’s großer Überraschung, befindet sich aber genau der passende Anschluss darin und er bringt unsere Spülmaschine zum Laufen.

Da zwei unserer Toiletten mal wieder undicht sind, bittet Cliff ihn, sich auch diesem Problem anzunehmen. Dafür muss er aber noch das passende Werkzeug holen und verspricht, später wiederzukommen. Cliff fragt ihn außerdem nach einem Elektriker, den wir für eine Tote Steckdose benötigen. Er verspricht, dass er ihn später mitbringt. Natürlich warten wir mal wieder vergebens auf die Rückkehr der beiden Fachkräfte…

Dann geht das Sauerteig-Experiment weiter: es wird gefüttert, gefaltet und zwischendurch laaange gewartet – und morgen wird endlich gebacken!

Abends gibt es wieder eine Runde Badminton, diesmal kommt Isi dem Sieg so gefährlich nahe, dass Cliff seine Tipps und Tricks, die er immer gibt, allmählich bereut. 😉

Danach trifft ungarisches Paprikapulver auf indischen Paneer – ein Genuss!

Freitag:

Anruf von unserem Taxiunternehmen. Isi stoppt den Anrufer und bittet ihn darum, Englisch zu sprechen. Empört erwidert er, dass er bereits Englisch spreche. Isi ist das etwas unangenehm.

Die Babies unserer Haustaube entwickeln sich prächtig, unseren Haferflocken-Wasser-Brei hat sie zur Fütterung ihrer Babies allerdings dankend abgelehnt.

Abends wird gebacken.

Das Brot wird in einem gusseisernen Topf gebacken, der erstmal ordentlich vorgeheizt wird

Unsere ersten Versuche als Brot-Bäcker können sich sehen lassen! Der Teig ist noch etwas dicht, geschmacklich dennoch bereits top!

Dazu gibt es selbstgemachten Hüttenkäse, optisch nicht so überzeugend wie das Brot, geschmacklich aber sehr gut.

Samstag:

Morgens starten wir wie gewohnt zur Arbeit. Nach der Arbeit geht es auf den Markt.

Auf dem Markt treffen wir immer wieder auf unbekannte Gemüse- und Obstsorten, für deren Identifikation wir die Google Bildersuche bemühen müssen.

Die Tomatensamen, die Isi von ihrem Papa beim letzten Besuch bekommen hat, entwickeln sich prächtig, wir freuen uns schon auf das Ergebnis.

5 Tage nach Aussaat

Die restlichen Pflanzen entwickeln sich auch gut und unsere zuerst gezogenen Tomatenpflanzen bekommen ihre ersten Blüten. Läuft bei uns!

Abends fallen wir müde auf’s Sofa und starten in ein kurzes Wochenende.

Woche 22

Sonntag:

München – Der Morgen nach der Party.

Spuren der Verwüstung

Wir gucken alle etwas müde aus der Wäsche. Nach einer extra Portion Erholung bricht Isi gegen Mittag zu ihrer Freundin Anka auf, die ebenfalls in München wohnt.

Heutiges Frühstück: Trüffel-Pasta (bringt die Lebensgeister zurück, der Spritz schmeckt auch schon wieder)

15 Uhr wird Isi von Cliff abgeholt und wir brechen Richtung Markdorf zu Isi‘s Eltern auf, unsere letzte Station vor der morgigen Rückreise nach Indien.

Die 3 Männer verfolgen die Fußball WM (1/3 zeigt starkes Desinteresse)
Die Ruhe vor dem Sturm, bevor es morgen wieder zurück ins Chaos geht
Der Säntis aus der Ferne

Montag:

Nach ein paar kniffligen Runden Koffer-Tetris (die Gewichtsbeschränkungen zwingen uns mal wieder dazu, ein paar geliebte Gegenstände zurückzulassen) und einem ausgiebigen Frühstück, starten wir gegen halb 9 Richtung Flughafen Zürich.

Ein letzter Blick auf Meersburg von der Fähre aus
Titanic-Feeling

Mit leichter Verspätung startet unser Flieger von Zürich nach Delhi.

Bye bye Switzerland 🇨🇭

Der Flug verläuft angenehm, kurz vor Mitternacht landen wir pünktlich in Delhi. Direkt nach der Landung buchen wir uns ein top bewertetes Hotel mitten im Terminal zu einem auffällig guten Preis, um in den 5 Stunden Stopover etwas Schlaf zu bekommen.

Die Immigration in Delhi dauert zermürbend lange, aber nach ca. 1 h ist es zum Glück geschafft. Nachdem wir unsere Koffer gefunden haben, die bereits vom Band genommen wurden, weil die Immigration so lange dauerte, werden wir vom Hotel Shuttle am Flughafen abgeholt.

Dienstag:

Das Hotel entpuppt sich als kompletter Betrug. Weder im Terminal gelegen, sondern außerhalb in einer runtergekommenen Siedlung, noch so gemütlich wie angegeben.

Fiktion
Fakt
Fakt
Fiktion
Fakt
Fakt
Fiktion
Fakt
Nicht einmal der Name des Hotels stimmt mit der Buchung überein

Das Bett ist immerhin sauber und halbwegs bequem. Nach knapp 3 h Schlaf sind wir aber dennoch froh, dass wir wieder gehen können.

Wir haben unsere Zeit recht knapp geplant, weshalb wir per Last Call eine lange Schlange beim Check-In überspringen dürfen, worüber wir nicht unglücklich sind. Der Flieger bricht um 6:40 pünktlich Richtung Vadodara auf. Ein letzter Blick auf das allmählich erwachende Delhi.

Ankunft in Vadodara gegen 8 Uhr, noch schnell ein bisschen Window-Shopping am Flughafen, der Geldbeutel ist immer noch nicht groß genug… daher nur gucken, nicht anfassen.

Nach einer kleinen Mütze Schlaf starten wir am späten Vormittag in die Arbeit. Abends spielen wir die erste Runde Badminton in unserem hauseigenen Badminton Court.

Mittwoch:

Auf dem Heimweg von der Arbeit gibt es “frischen” Fisch am Straßenrand zu kaufen.

Ein paar Mutige haben sich bereits gefunden

Unsere Haustaube hat Nachwuchs. Wir wussten nicht, dass Tauben-Babies so hässlich sind, aber süß finden wir sie trotzdem. Jedesmal wenn wir kommen und gehen schauen wir nach ihnen, ob alles noch in Ordnung ist.

Donnerstag:

Das Wetter hat sich seit unserer Rückkehr deutlich geändert. Es ist wesentlich feuchter, etwas kühler und permanent bewölkt.

Ein leichter Schauer führt auf dem Heimweg bereits zu überschwemmten Straßen, wir sind gespannt auf den echten Monsun.

Heute gibt es nach der Arbeit die zweite Badminton-Session, die blutig endet. (Es war der Federball, der gegen eine bestehende Verletzung an Isi’s Knie flog, und damit den Schorf wegsprengte – also alles halb so wild)

Freitag:

Die indischen Ladies begeben sich per LKW Taxi an ihre Arbeitsstelle, ein gewohnter Anblick hier.

Das heutige Mittagessen

Optisch ausbaufähig – geschmacklich top!

Die Luftqualität im Taxi

Marktbesuch nach der Arbeit

Sound on!

Anschließend geht es in den Liquor Shop, um uns mit unserer Juni-Ration an Bier auszustatten.

Die Beute wird möglichst anonym nach Hause gebracht

Nach 6 Monaten findet Isi endlich 4-lagiges Klopapier – es fühlt sich an wie Weihnachten und Ostern zusammen! 😍

Die Zeiten des 2- oder 3-lagigen Klopapiers sind endlich vorbei!

Abends machen wir es uns auf dem Sofa gemütlich, da es morgen früh wieder an die Arbeit geht.

Samstag:

Wir brechen zu gewohnter Uhrzeit zur Arbeit auf.

Nach der Arbeit sind wir bei unserem Kollegen Harshit zum Abendessen eingeladen. Die Kids freuen sich und beschlagnahmen uns völlig für sich.

Cliff repariert auf die Schnelle Isi’s kaputte Tastatur vor dem Gebets-Schrein unseres Kollegen

Das Abendessen ist seeeehr lecker, vor allem das hausgemachte Mango Chutney rundet das Essen perfekt ab.

Der Blick aus der Wohnung unseres Kollegen. Vadodara wächst rasant – entsprechend prägen zahlreiche Baustellen das Stadtbild.

In den Blech-Hütten wohnen die Bauarbeiter in ärmlichsten Verhältnissen

Auf dem Heimweg gehen wir um 21 Uhr noch kurz zum Elektrofachhandel unseres Vertrauens und kaufen einen Backofen, eine Geschirrspülmaschine (endlich!) und ein besseres Kochfeld für unseren Gasanschluss.

Zu Hause angekommen bringen wir unserer Haustaube etwas Nahrung, damit sie ihre Küken gut versorgen kann.

Vom Sofa aus bestellen wir Online noch die letzten fehlenden Dinge für unsere Wohnung: ein Gästebett inkl. Matratze, einen Couchtisch und einen neuen Airfryer mit mehr Kapazität.

Nach knapp fünf Tagen hat uns Indien schon wieder voll und ganz in seinen Bann gezogen. Unsere geordnete und strukturierte Welt in Europa scheint bereits in weite Ferne gerückt zu sein. Trotzdem fühlen wir uns hier sehr wohl und sehen den kommenden Wochen mit großer Vorfreude entgegen.

Woche 21

Sonntag:

Gemütliches Frühstück in Markdorf bei Isi‘s Eltern, anschließend geht es zum Grillen zu Freunden. Am Abend werden wir von Isi‘s Eltern nach Liechtenstein gebracht, wo wir bei Freunden für die nächsten Tage unterkommen.

In Liechtenstein angekommen kämpft Cliff mit starker Übelkeit, Schüttelfrost und Fieber. Es wird eine unruhige Nacht.

Montag:

Isi’s Tag startet früh, da die ersten Meetings in Indien bereits um 5:30 Uhr MEZ beginnen. Cliff geht es noch nicht besser.

Am Vormittag hat Isi einen Vorsorgetermin beim Hautarzt. Anschließend geht sie noch ein paar Lebensmittel einkaufen. Dabei merkt sie, dass sie mit dem Einkauf im Laden etwas überfordert ist – in den vergangenen Monaten wurde schließlich alles per Sofortlieferung innerhalb von zehn Minuten direkt bis vor die Haustüre gebracht.

Auch an die Preise muss sie sich erstmal wieder gewöhnen. Ein kleiner Einkaufskorb für 90 CHF, mit diesem Budget kommen wir in Indien 3-4 Wochen durch.

Da Isi in Liechtenstein keinen Mobilfunktarif und somit auch keine mobilen Daten mehr hat und sich den Weg zur Wohnung nicht gemerkt hat, irrt sie nach dem Einkauf durch Liechtenstein, bis sie nach ein paar Anläufen endlich erfolgreich ist.

Blick von unserer aktuellen Bleibe auf das Fürstenschloss

Nach dem Mittag geht es zu Hilti. Auf dem Heimweg bringt Isi ihren Chef Satya nach Hause und übergibt das Gepäckstück, das wir für ihn mitgenommen haben. Er lädt Isi zu sich in die Wohnung ein, wo es eine Besichtigung inkl. Original Masala Tee und einem Chili-Käse-Toast gibt, der von seinem Sohn zubereitet wurde.

1 Minute nach Ladenschluss stürmt Isi noch schnell in die Apotheke, um Cliff Medikamente zu besorgen.

Dienstag:

Erneuter Arbeitsbeginn um 5:30 Uhr.

Anschließend geht es für Isi zum Augenarzt, der gleichzeitig Cliff‘s Zwillingsbruder ist. Seit einigen Monaten hat sie bei der Arbeit immer wieder mit teils starkem Schwindel zu kämpfen. Zum Glück ist mit ihren Augen alles in Ordnung. Die Beschwerden hängen vermutlich mit der allmählich einsetzenden Altersweitsichtigkeit zusammen. Die Lösung könnte also erstaunlich einfach sein: Eitelkeit überwinden und die Brille, die Isi bereits seit einiger Zeit besitzt, regelmäßig tragen…

Danach steht noch ein Vorsorgetermin beim Zahnarzt in Lindau an. Die Praxis befindet sich in bester Lage direkt am See. Heute weht ein kräftiger Wind über das Wasser, und die Atmosphäre erinnert fast ein wenig an einen Tag am Meer.

Abends Besuch bei Cliff‘s Zwillingsbruder und Familie. Es gibt wie immer ein sehr leckeres Abendessen und als Dessert köstliche Marillenknödel!

Mittwoch:

5:30 Uhr Arbeitsstart für Isi, Cliff geht es immer noch nicht gut.

Über die Mittagspause besuchen wir Cliff‘s Schwester Evi, die im März Mama geworden ist. Wir bewundern die kleine Lucy zum ersten Mal. Es gibt leckeren selbstgebackenen Kuchen von Cliff‘s Mama. Cliff‘s Bruder Michael kommt auch zu Besuch und schenkt uns ein selbstgebautes Messgerät für die Luftqualität – wir sind gespannt auf die Messwerte, die uns in Indien erwarten.

Am frühen Abend hat Isi nach 6 Monaten endlich ihren lang ersehnten Friseurtermin.

Im Anschluss geht es zu unserem Lager, um noch ein paar Dinge für Indien einzusammeln. Ganz oben auf der Liste steht das Ladekabel für unseren Staubsauger. Den hatten wir zwar bereits im März mitgenommen, das dazugehörige Ladekabel allerdings nicht. Entsprechend fristete der Sauger die letzten Monate ein ziemlich nutzloses Dasein.

Donnerstag:

Seit Montag ist das Wetter sehr durchwachsen, wir frieren permanent und müssen feststellen, dass wir bei unserer Kleiderwahl zu optimistisch waren.

Es gibt sogar wieder etwas Schnee in den Bergen

Heute hat Cliff seine vierteljährliche Untersuchung in St. Gallen. Die Befunde sind gut und wir sind sehr erleichtert.

Im Anschluss machen wir noch ein paar Besorgungen in St. Gallen.

Freitag:

Ein langer Arbeitstag steht bevor, Cliff geht es wieder besser und er ist heute auch im Büro.

Am frühen Abend trifft Cliff sich mit seinem Kumpel Stefan auf ein Feierabendbier im „Stall“, wie er seine Motorradwerkstatt liebevoll nennt.

Als Isi abends heim kommt, erwartet Cliff sie bereits mit einem sehr schmackhaften Wurstsalat. Wir lassen den Abend gemütlich auf dem Sofa ausklingen, da auch morgen wieder ab 5:30 Arbeit angesagt ist und wir beide ziemlich müde von der Woche sind.

Samstag:

Heute steht ab 5:30 Uhr der Hilti People Review mit den indischen Kollegen auf dem Plan. Isi wäre eigentlich ab 5:30 Uhr an der Reihe gewesen, um ihr Team zu besprechen. Die indische Kurzfrist-Planung führt zu einer Verschiebung auf 9 Uhr und nachdem die zusätzlich reingeschobenen Teams zarte 3,5 h überziehen, ist Isi letzten Endes um 12:30 Uhr dran.

Cliff räumt währenddessen die Wohnung auf, packt und besorgt noch letzte Dinge, die wir mit nach Indien nehmen wollen.

Nachmittags brechen wir Richtung München auf, wo Isi auf dem 40. Geburtstag einer Freundin eingeladen ist. Cliff reist weiter nach Regensburg, um einen Kumpel zu besuchen.

Impressionen aus München:

Die Anreise zur Party
Picknick im Park

Der Abend endet erwartungsgemäß spät und feuchtfröhlich. Als Absacker gibt es zu Hause noch diverse griechische Spezialitäten, die wir uns nachts um 1 Uhr per Lieferdienst zustellen lassen.

Impressionen aus Regensburg:

Cliff ist unter die Camper gegangen
Katzenbeschwörer

Die Woche in der Heimat ging wieder viel zu schnell vorbei und wegen zu viel Arbeit und Cliff‘s Gesundheit konnten wir die Woche leider nicht optimal nutzen, um ausreichend Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen.

Dennoch freuen wir uns auch schon wieder auf die kommenden Wochen in Indien und auf unsere Wohnung. Der nächste Heimatbesuch steht ja bereits im September an, den wir dann hoffentlich wieder etwas mehr genießen können.

Woche 20

Sonntag:

Die Nacht hat ein frühes Ende, weil unsere Klimaanlage den Geist aufgegeben hat und es zu heiß im Schlafzimmer geworden ist. Zum Glück bringt Cliff sie wieder zum Laufen, sodass wir später noch ein Mütze Schlaf nachholen, da der Abend gestern sehr spät endete.

Montag:

Heute ist Isi’s erster offizieller Tag in ihrer neuen Rolle als Entwicklungsleiterin. Direkt am Morgen ruft unser Werksleiter Giri zu einer Versammlung, um die Organisatoren und Helfer des Martin Hilti Besuchs von letzter Woche zu würdigen. Er geht durch eine kleine Bildershow und reflektiert den Tag. Direkt zu Beginn des Besuchs von Michael Hilti gab es ein Baumpflanz-Event, bei dem einer der Kollegen Michael Hilti zwei linke Handschuhe gereicht hat, was ihm sehr unangenehm war. Darüber berichtet Giri auch während des Meetings. Isi fällt dazu nichts besseres ein, als den Indern zu erzählen, dass man im deutschsprachigen Raum über eine Person, die man zu nichts gebrauchen kann, sagt, sie habe zwei linke Hände. Das macht die indischen Kollegen sehr betroffen und Isi bemerkt, dass ihr kleiner Scherz offensichtlich nach hinten losgegangen ist… 🙈

Am Abend feiern wir mal wieder Abschied von Isi‘s Chef Satya.

Wir liegen bereits im Bett, als sich die ersten Vorboten des bald eintretenden Monsuns ankündigen. Aus dem nichts geht ein starker Sturm los, gefolgt von heftigem Regen und Gewitter.

Dienstag:

Nach dem gestrigen Unwetter gibt es einen sehr schönen Sonnenaufgang und wir sehen unseren ersten Regenbogen in Indien.

Überall auf den Straßen sieht man die Spuren des gestrigen Unwetters; abgebrochene Äste, tiefe Wasserpfützen und der herumliegende Müll hat sich noch chaotischer auf den Straßen verteilt.

Das Wasser steht knöchelhoch, was den Mann aber nicht wirklich zu beeindrucken scheint

Nach der Arbeit machen wir einen kurzen Abstecher zum Juwelier. Wir müssen relativ schnell feststellen, dass unser Geldbeutel für den pompösen indischen Schmuck definitiv zu klein ist. Der Laden ist sehr gut gefüllt, was darauf schließen lässt, dass es doch einige Leute mit ausreichend großem Geldbeutel in Indien gibt.

Abends erwarten wir zwei Servicetechniker für die Reparatur unserer Klimaanlage. Zu unserer großen Überraschung sind sie tatsächlich pünktlich. Leider können sie aber unsere Art Klimaanlage nicht instandsetzen und sie ziehen unverrichteter Dinge von dannen. Sie wollen aber jemanden schicken, der die Anlage reparieren kann. Wir setzen aber lieber mal nicht so viel auf diese Aussage. Glücklicherweise hat sich unsere Klimaanlage aber scheinbar eh eingekriegt und funktioniert seit dem Morgen wieder halbwegs vernünftig, weshalb der Service-Einsatz nicht ganz so dringlich ist.

Auch unser Bänker kommt abends wieder zu Besuch, weil es für jede Überweisung nach Europa zahllose Formulare händisch zu befüllen gilt. Es gefällt ihm wieder so gut, dass er gar nicht gehen will. Isi hat bei ihren Eltern daher einen geplanten Rettungsanruf bestellt, der aber leider aufgrund eines Missverständnisses wegen der Zeitverschiebung auf sich warten lässt.

Nachdem sich Isi zum Telefonieren ins Schlafzimmer geflüchtet hat, geht er dann doch irgendwann und wir bestellen uns zum Abendessen eine leckere Portion Momos, die wir im Bett verspeisen.

Mittwoch:

Heute geht es nach der Arbeit zu unserem Kollegen Chris, der nächste Woche zurück nach Österreich zieht und dem wir angeboten haben, seinen Monitor am Wochenende schonmal mit nach Zürich zu nehmen, weil er keinen Platz mehr für ihn hat. Außerdem kaufen wir ihm noch seinen Luftreiniger ab und er gibt uns noch zwei volle Tüten mit Küchenutensilien mit, die er nicht mehr benötigt.

Pack-Künstler am Werk
Vollbepackt geht es anschließend im Tuk Tuk nach Hause
Ganz schön kuschelig

Donnerstag:

Gestern Abend haben wir uns mit Hunde-Leckerlies ausgestattet, um ein „Objekt unserer Begierde“ auf uns aufmerksam zu machen. Isi macht sich morgens auf die Suche nach „Sir“ (wie wir ihn nennen) und sie wird auch prompt fündig. Leider ist er sehr scheu und kann sich auch nicht gut gegen die anderen Hunde behaupten, weshalb das Futter zu einem Kampf zwischen den Hunden führt und „Sir“ verängstigt davonzieht…

Weil Isi ihren Po auf dem Foto nicht mag, greift sie tief in die Bildbearbeitungs-Trickkiste

Nach der Arbeit haben wir eigentlich eine volle to-do-Liste, da es morgen Abend nach Zürich geht, aber nach einem Feierabendbier ist die Disziplin dahin und wir verbringen den Abend mit Essen, Pina Colada Experimenten mit unserem neuen Mixer, viel reden, lachen, lästern und ein bisschen Wäsche waschen.

Vor dem zu Bett gehen, kommen wir auf die glorreiche Idee zu testen, ob der Monitor unseres Kollegen überhaupt in unsere Koffer passt und wir müssen feststellen, dass wir uns ein wenig vermessen haben. Somit ist Cliff seither Besitzer eines neuen Monitors.

Freitag:

Nach dem gestrigen Schlendrian heißt es heute früh aufstehen. Um 5:30 Uhr ist Isi bereits auf dem Balkon und macht die Pflanzen bereit für unsere 1,5-wöchige Abwesenheit. Anschließend wird im Eiltempo gepackt und ab 7 ist Homeoffice angesagt, weil heute eine wichtige Deadline ansteht.

Cliff kümmert sich nach dem Aufstehen um die Reaktivierung unserer Bewässerungsanlage und fährt anschließend in die Firma. Am Nachmittag bringt Isi‘s Chef Satya noch eine 10 kg Tasche vorbei, die wir für ihn mitnehmen, da auch er heute seinen Flug nach Zürich hat und wir sowieso mit halb leeren Koffern reisen, da wir uns viel Platz für die Rückreise freihalten wollen.

An dem Gepäckstück, das wir für Satya mitnehmen, stellen wir mal wieder die Unterschiede zwischen den Kulturen fest. Satya und Isi hatten am Montag ganz lose verabredet, dass wir etwas Gepäck von ihm mitnehmen können. Seitdem hatten wir nichts mehr von ihm gehört und mit dem gestrigen Abend gingen wir davon aus, dass es sich wohl erledigt hat. Morgens halb 9 schreibt er aber Isi an und fragt, wann er vorbeikommen könne und wie viel Kg wir für ihn transportieren könnten. Isi sagt ihm, dass er entweder zwischen 10:30 -11:00 kommen kann oder zwischen 13:00 – 14:00, weil sie dazwischen in Meetings ist. Er sagt er komme bis 11:00, taucht dann aber nicht auf. Als es nach 14 Uhr und Isi bereits wieder in einem Meeting ist, war er immer noch nicht da. Kurz nach 2 kommt dann aber seine Frau vorbei, die die Tasche bei unserem Pförtner abgibt, der sie uns später vor die Tür stellt. Indischer Freestyle at its best…

Am frühen Abend gibt es noch ein sehr ergiebiges Blitz-Shopping in einer nahegelegenen Shopping-Mall und ein schnelles Abendessen (Dosa! 😍), anschließend flitzen wir nach Hause und packen hektisch die letzten Sachen, bevor wir halb 8 von unserem Taxi zum Flughafen abgeholt werden.

Dosa mit frischem Guavensaft

Der Flieger von Vadodara nach Delhi hat eine knappe Stunde Verspätung, glücklicherweise ist der Stop-Over in Delhi aber ausreichend lang.

Es geht los, die Vorfreude steigt!

Wir verabschieden uns für‘s erste von unserer liebgewonnen indischen 4-Millionen-„Kleinstadt“ Vadodara.

Ratet, wo wir wohnen

Ankunft in Delhi, da wir noch das Terminal wechseln müssen, wird die Zeit nun doch ein wenig knapp. Wir haben Glück und es läuft wie am Schnürchen: Gepäck, Taxi, kein Stau. Am Terminal angekommen, die Nachricht der Airline:

Somit bleibt ausreichen Zeit für 1-3 Bier, die Laune ist aber dennoch bei uns beiden ein wenig im Keller.

Samstag:

Nach einer weiteren Verspätung geht es um 5 Uhr morgens endlich los.

Sprint zum Flugzeug

Weil einer unserer Sitze sich nicht zurückklappen lässt und der Fernseher ebenfalls nicht funktioniert, haben wir Glück und dürfen einen Platz in der Business Class ohne Aufpreis belegen, den wir uns im Wechsel teilen, um beide einen etwas erholsameren Schlaf als in der Economy zu bekommen. Gegen Ende des Fluges gibt es aber etwas Stunk, weil nicht die ganze Crew der Meinung ist, dass wir dieses Privileg ohne Aufpreis nutzen dürfen und so wird Isi zwei Stunden vor Landung freundlich aber bestimmt zurück auf ihren Platz in der Economy verwiesen.

Nach erfolgreicher Landung dürfen wir wieder einen Premium Abholservice durch Isi’s Mama genießen und so fahren wir erstmal nach Markdorf (über Konstanz mit der Fähre nach Meersburg) zu Isi’s Eltern.

Auf dem Weg durch Konstanz kommen wir in einer Siedlung vorbei, in der eine frühere sehr gute Bekannte von Isi mit ihrem Mann lebte und Isi fragt sich, wie es ihnen wohl geht und was sie so machen. Als wir an der Fähre in Konstanz stehen und auf die Zufahrt warten, wird Isi plötzlich aus einem Auto angesprochen, das neben uns in der Schlange steht. Es sind genau die Bekannten, an die Isi noch vor 10 Minuten gedacht hat! So haben wir während der Fährfahrt ein wenig Zeit, um uns gegenseitig auf den letzten Stand zu bringen und ihre 5-jährige Tochter, die es bei unserem letzten Treffen noch nicht gab, macht uns allen wieder deutlich, wie schnell die Zeit vergeht.

Die Augen sind klein, die Müdigkeit groß. Die herrliche Aussicht, die frische Luft und die wirklich schöne Zufallsbegegnung mit Isi‘s alten Bekannten lassen uns unsere Müdigkeit aber zumindest für den Moment vergessen.

In Markdorf angekommen gibt es erstmal ein ausgedehntes Mittagessen, anschließend geht Isi mit ihrer Mama noch ein paar Besorgungen machen und die Männer legen sich eine Runde auf die faule Haut. Am Nachmittag genießen wir ein kleines Sonnenbad bei herrlichem Wetter auf dem Balkon, bevor abends eine gute Freundin der Familie aus Stuttgart mit ihrem Mann zu Besuch kommt. Wie es sich für echte Thüringer gehört, wird natürlich der Holzkohlegrill angeschmissen und es gibt Original Thüringer Bratwurst, die wir in Indien schmerzlich vermisst haben.

Müde, satt und glücklich schlüpfen wir anschließend ins Bett und freuen uns auf die nächsten Tage in der Heimat.

Und wer sich noch immer fragen sollte, wo in Vadodara wir denn nun eigentlich wohnen, hier die Auflösung des gestrigen Rätsels. 🙂