Woche 19:

Sonntag:

Nach einer zu kurzen Nacht sind wir morgens um 9 mit unserem Kollegen in seinem Hotel zum Frühstücken verabredet. Nach langer Zeit gibt es endlich mal wieder Dosas, was Isi ganz besonders freut.

Nach dem Frühstück kommen wir auf dem Heimweg bei einem Maßschneider vorbei, wo sich Cliff 2 Shirts anfertigen lässt, die in einer Woche fertig sein sollen.

Den restlichen Tag verbringen wir zu Hause auf der faulen Haut und holen etwas Schlaf nach.

Montag:

Die ganze Firma ist in hellem Aufruhr, denn morgen kommt der Eigentümer der Firma Hilti, Michael Hilti, persönlich in unser Werk. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Generalprobe für das Gruppenfoto am nächsten Tag
Cliff versteht die Welt nicht mehr
Künstler verausgaben sich an einem Porträt von Michael Hilti, das aus eingefärbtem Reispulver angefertigt wird
Der Vorgarten wird noch mit ein paar neuen Palmen aufgehübscht – die Ratlosigkeit ist groß, wie das Palmen-Monster mit reiner Manneskraft von dem LKW geladen werden soll

Diese Woche ist außerdem gefüllt von Verabschiedungen. Unser Testleiter Yogin zieht für 6 Monate nach Kaufering/ Deutschland.

Dienstag:

Der große Tag: Michael Hilti kommt zu Besuch!

Selbst der vergilbte Rasen wird für seinen Besuch mit einer Sprühpistole eingefärbt.

Eher schlecht als recht, aber der Wille war da

Das Porträt hat es zu perfekter Vollendung geschafft:

Die Szenen der Ankunft werden heimlich und neugierig aus dem Board-Room beobachtet.

Da ist er!

Die gestrige Generalprobe für das Gruppenfoto war etwas für die Katz, jeder steht, wo er will, um möglichst sichtbar auf dem Foto zu sein und die Vorgabe, dass weiße Hemden getragen werden, ist wohl auch nicht bei allen angekommen.

In der Interview-Session mit Michael Hilti rechnet sich Isi konzentriert aus, wie viele Karriere-Schritte sie in welcher Zeit wohl noch machen muss, um eine realistische Chance auf die Thronfolge zu haben.

Bis es soweit ist, gibt sie sich aber erstmal mit einem Foto zufrieden.

Abends gibt es ein Gala-Dinner in unserer Werkskantine, das wie eine Art Speed-Dating mit Michael Hilti organisiert ist, damit jeder der 60 Teilnehmer die Möglichkeit für ein kurzes Gespräch erhält.

Isi lauscht gespannt, um sich noch ein paar wertvolle Tipps für die Erlangung der Weltherrschaft einzuholen

Mittwoch:

Heute verabschieden wir uns von unserem Chef Satya, in dessen Fußstapfen Isi treten wird, und von unserem Expatkollegen Nathan.

Abends gibt es ein Teamdinner in dem Hotel, wo wir unsere ersten 5 Wochen in Indien verbracht haben, was schöne Erinnerungen aufkommen lässt und uns beide ein bisschen sentimental werden lässt.

Donnerstag:

Der nächste hohe Besuch kündigt sich an: der scheidende Chef der Business Unit Power Tools und sein Nachfolger sind heute und morgen zu Besuch.

Neben dem ganzen Networking muss es aber auch Leute geben, die noch echte Arbeit verrichten. Cliff ist diese Woche fleißig an Versuchen für die Optimierung unserer Fertigungsprozesse.

So sieht Graphit bei 870 Grad aus

Abends gibt es das dritte Business Dinner der Woche, was dem Diätplan, den wir nach dem Urlaub begonnen haben, nicht gerade zuträglich ist.

Freitag:

Neuer Tag, neuer Ausstand.

Die Rangoli Kunst ist in Indien sehr berühmt, die Präzision und Schönheit der Pulverbilder ist immer wieder aufs Neue faszinierend

Formale Übergabe des Turbans an den Nachfolger.

Cliff war heute im Homeoffice und als Isi abends nach Hause kommt, wird sie von Cliff mit einem kühlen Drink empfangen, während sie gemütlich bei der Vorbereitung des Abendessens zuschauen kann – was für ein Leben! 🙂

Heute gibt es Taste of Heimat: Hähnchenspieß mit Salzkartoffeln und Gurkensalat.

Samstag:

Da unser Werk in Indien derzeit mit ein Paar kritischen Problemen zu kämpfen hat, gibt es bis auf Weiteres eine 6 Tage Woche, somit machen wir uns morgens auf den Weg in Richtung Werk.

Anschließend haben wir mit Cliff‘s frisch erstandener Alkohol-Lizenz unsere Vorräte aufgefüllt. Der Liquor-Shop steckt Cliff‘s Lizenz erstmal in eine angemessene Hülle, damit er zukünftig standesgemäß einkaufen kann.

Die Auswahl ist beeindruckend groß. Im Laden selbst ist das Fotografieren streng verboten, daher wird Cliff aufgefordert, die Bilder unter Aufsicht wieder zu löschen. Kann ja keiner ahnen, dass die gelöschten Bilder aus dem Papierkorb wiederhergestellt werden können… 😉

Dem Wochenausklang steht somit nichts mehr im Wege

Abends erwarten wir unsere Expat-Kollegen bei uns zu Hause, wo es unseren wertvollen Vorräten direkt an den Kragen geht.

Das Gastgeschenk 😍

Happy Weekend everyone and see you next week! ❤️

Woche 18

Sonntag:

Ankunft in unserer Wohnung um 1 Uhr morgens, die Fahrt vom Flughafen Ahmedabad verlief ruhig und aufgrund der späten Stunde hält sich der Verkehr auch in Grenzen. Alles steht in der Wohnung glücklicherweise noch an Ort und Stelle, unsere Blumen haben größtenteils überlebt, wenngleich ein paar wegen zu viel bzw. zu wenig Wasser leiden mussten.

Montag:

Erster Arbeitstag nach dem Urlaub schmeckt nicht so gut, es geht direkt wieder Vollgas los.

Dienstag:

Heute gibt es zum Frühstück anstelle des gewohnten Affen-Spektakels 3 wunderschöne Pfauen zu bewundern.

Isi plagt seit der Nacht eine Blasenentzündung, sie wird vom Firmenarzt versorgt und bekommt ein Rezept auf einem Papierfetzen verschrieben. Leichte Zweifel kommen auf, ob das Rezept in der Apotheke wirklich akzeptiert wird.

Abends kündigt sich unser Banker an, um die Formulare für zukünftige Auslandsüberweisungen nach Deutschland/ Schweiz fertigzustellen. Natürlich taucht er aber nicht auf.

Mittwoch – Freitag:

Die Arbeit hat uns voll im Griff und Isi schleppt sich durch die Woche, da sie immer noch angeschlagen ist.

Die Suche nach dem Straßendackel ist noch nicht aufgegeben.

Könnte als Dackel durchgehen

Auch Mittwoch und Donnerstag verspricht der Banker abends zu kommen, taucht aber wieder nicht auf. Freitag macht Cliff Homeoffice und stellt dem Banker ein Ultimatum, er kommt tatsächlich und stellt die Formulare immerhin für Cliff fertig.

Mangozeit in Gujarat! Die Mangos schmecken unglaublich gut, wir haben beide noch nie so leckere Mangos gegessen. Cliff sichert stolz seine Beute.

20 kg Mangos
Der Mango-Bedarf sollte damit für‘s Erste gedeckt sein

Am Donnerstag erhält Cliff nach über drei Monaten endlich seine Alkohollizenz. Das Prozedere ist gewohnt bürokratisch und langwierig, aber nach „nur“ 3 Stunden ist es geschafft! Isi‘s Lizenz ist noch in Bearbeitung, sie muss sich noch gedulden.

Die Behörde für die Alkohol-Lizenzen befindet sich in einem normalen Wohnhaus

Am Donnerstag feiert unser Werksleiter Giri seinen Geburtstag und so gibt es zur Feier des Tages für alle eine Portion Eis nach der Arbeit.

Auf den Fahrten zur Firma und zurück nach Hause gibt es wie immer viel zu sehen.

Ziege im Tuk Tuk

Als Isi Freitagabend nach Hause kommt, wird sie von Cliff mit einem sehr leckeren Chicken-Burger empfangen.

Samstag:

Isi ist wieder genesen und wir starten den Tag gemütlich auf unserem Balkon. Abends kommt uns ein Kollege aus Liechtenstein besuchen, der aktuell aus beruflichen Gründen für 2 Wochen in Vadodara ist. Wir verbringen einen unterhaltsamen Abend mit Thai Curry, Mangos und zu viel Rum…

Woche 17

Sonntag:

Guten Morgen Munduk!

Heute gehen wir den Tag langsam an und entfernen uns nicht weit von der Unterkunft, da es Cliff immer noch nicht gut geht.

Wir mieten einen Roller und machen uns auf den Weg zu ein paar Wasserfällen, die es auf Bali wie Sand am Meer gibt. In den Höhen ist es heute recht neblig.

Buyan Lake
Wild wachsende Weihnachtssterne

Auch an den Wasserfällen, die sonst überfüllt sein sollen, sind wir fast alleine. Den Wasserfall, den wir für unser Bad auswählen, haben wir sogar völlig für uns alleine.

Auf dem Heimweg stoppen wir in einem kleinen balinesischen Restaurant mit Bauernhof-Atmosphäre. Ein Hahn kräht hier merkwürdiger als der andere, was uns sehr amüsiert.

Nasi Campur
Frittierte Bananen
Von Munduk aus ist die Nordküste Balis nicht mehr weit.

Wieder zu Hause angekommen wird es ein ruhiger Abend, da sich Cliff mit Fieber und Schüttelfrost plagt.

Auf den Reisfeldern wird vor allem abends immer fröhlich gezündelt, die Rauchbelästigung gibt uns den gewohnten „Taste of India“, den wir bisher nicht vermisst haben.

Montag:

Cliff geht es ein wenig besser, das Hotelpersonal kümmert sich rührend um ihn und versorgt ihn mit allen möglichen Hausmitteln. Während Cliff sich noch ein wenig ausruht, macht Isi es sich am Pool gemütlich.

Nachmittags machen wir uns per Roller auf den Weg zu einem nahegelegenen See mit einem schwimmenden Tempel.

Gemütlicher Ausklang des Tages in unserer Unterkunft

Dienstag:

Heute geht es an die Nordküste Bali’s, nach Lovina!

Die Balinesen sind ähnlich kreativ wie die Inder, wenn es darum geht, möglichst viel auf einmal auf einem Moped zu transportieren.

Bevor es an den Strand geht, besuchen wir noch den Bramavihara-Arama Tempel.

Nach dem Tempelbesuch gibt es eine kleine Stärkung in einer sizilianischen Pizzeria. Sie ist so authentisch, dass man sich tatsächlich wie in Italien fühlt.

Am Strand angekommen, sind wir mal wieder fast die Einzigen. Allmählich fühlen wir uns tatsächlich etwas einsam…

Auf dem Heimweg, der uns mitten durchs balinesische Dickicht führt, beobachten wir ein Volleyball-Match und werden direkt zum Mitspielen aufgefordert, was wir aufgrund notorischer Faulheit aber ablehnen.

Mittwoch:

Zurück in den Süden nach Uluwatu! Nach einem letzten Frühstück in unserer schönen Unterkunft, werden wir um 11 Uhr von unserem Fahrer für die 3,5-stündige Fahrt abgeholt. Wegen des dichten Verkehrs brauchen wir 1,5 h länger als geplant.

In Uluwatu ist wesentlich mehr los als in den bisherigen Regionen Bali’s, dennoch fühlt es sich alles andere als überfüllt an, Strände, Shops, Restaurants und Bars sind angenehm gefüllt.

Direkt nach Ankunft wird erstmal der Pool genossen
Dann machen wir ein paar der unzähligen Shops unsicher
Eine Katze hat sich in einen der Läden geschmuggelt und es sich in einem Regal mit Strandtüchern gemütlich gemacht
Abends genießen wir ein unglaublich gutes Abendessen (Red Snapper)

Donnerstag:

Zum Frühstück beobachten wir ein paar Surfer, um uns schonmal ein paar Tricks für unseren eigenen Surfkurs am Nachmittag abzugucken.

Anschließend erkunden wir ein bisschen die Gegend und chillen am Pool, bevor wir uns auf den Weg zu unserem Surfkurs machen.

Nach knapp 2 h Kurs sind wir völlig platt. Was am Vormittag bei den geübteren Surfern so einfach aussah, ist in Wirklichkeit wahnsinnig anstrengend. Cliff entpuppt sich als Naturtalent und bereits beim dritten Anlauf gelingt es ihm, bis fast an den Strand zurück zu surfen. Isi tut sich etwas schwerer, schafft es aber immerhin auch ein paar Sekunden auf dem Brett zu stehen und ist vor allem stolz auf sich, ihre Angst vor dem offenen Meer weitestgehend im Griff gehabt, und den Surfkurs ohne größere Panikattacke überstanden zu haben.

Wir werden mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt

Freitag:

Nach einem ausgiebigen Frühstück geht es in eine neue Shoppingrunde und anschließend zur Pediküre.

Eine kleine Prise Heimat
Die Pediküre stößt nicht bei allen auf Begeisterung
Die Katzen werden überall sehr tolerant geduldet- auch im Supermarkt

Den restlichen Nachmittag verbringen wir gemütlich am Pool, bevor es abends in ein Steakhaus geht.

#beefloading
600 g Beef für Cliff sollten für‘s Erste reichen

Samstag:

Abreisetag, heute ist der erste Schlechtwettertag seitdem wir auf Bali sind. Am Vormittag genießen wir nochmal den Pool, dann wird gepackt und wir werden um 11:30 zum Flughafen abgeholt.

Nach der nicht artgerechten Hinreise, haben wir uns für den Rückflug ein Upgrade gegönnt und genießen auf beiden Flügen extra Beinfreiheit, was die Reise wesentlich angenehmer macht.

Der Zwischenstopp in Kuala Lumpur ist diesmal so kurz, dass wir direkt beim Aussteigen aus dem Flieger abgepasst werden, wenngleich noch 2mal nachgefragt wird, ob wir uns sicher sind, dass wir nach Indien wollen.

Halb 11 landen wir in Ahmedabad, werden bei der Immigration gefragt, wie wir das heiße Wetter in Indien als Europäer überhaupt überleben können, schreiten mal wieder etwas nervös durch den Zoll, weil wir wieder allerhand Unerlaubtes dabei haben, und werden sogar 15 Minuten vor der Zeit von unserem Taxifahrer für die 2,5-stündige Fahrt nach Vadodara abgeholt.

Auf den Straßen Ahmedabads begrüßen uns zwei Inder auf ihrem Roller, die neben uns fahren, mit einem herzlichen „Welcome to India“. Diese kleine Geste erleichtert uns den Wiedereinstieg und bringt Vorfreude auf die nächsten Wochen, in denen Indien sicher wieder die ein oder andere Überraschung für uns bereithält. 🙂

Woche 16

Sonntag:

Sunday as usual, Frühstück auf dem Balkon mit kleinem Sonnenbad.

Zum Hochzeitstag hat Isi Cliff ein Modellmotorrad seiner indischen Wunschmarke Royal Enfield geschenkt und, passend dazu, eine Probefahrt arrangiert.

Wir haben Sonntag für die Probefahrt gewählt, da sonntags deutlich weniger Verkehr herrscht. Wir brechen vormittags auf, um der Hitze des Nachmittags zu entgehen.

Es kann losgehen! Im Test: Baer 650, Royal Enfield
Die Helme haben wir uns gegönnt, weil wir nicht in die benutzen Leihhelme schlüpfen wollten und weil wir davon ausgehen, dass wir sie noch öfters benötigen werden.

Testfahrt im Gelände, unnötiger Ballast wird abgeworfen.

Etwas später durfte Isi dann doch wieder aufsteigen und es ging zurück in die Stadt.

Ob das Eis wohl später dem Verzehr dient? 🤔

Die Fahrt verlief unproblematisch und wir haben uns gut im Verkehr zurechtgefunden. Cliff ist zufrieden mit dem Fahrverhalten, will aber noch 1-2 Bikes mehr testen, bevor er sich für ein Modell entscheidet.

Montag:

Der Arbeitstag endet heute erst nach 22 Uhr. Anschließend müssen noch die Koffer gepackt und die Wohnung urlaubsfertig gemacht werden. Daher wird die Nacht entsprechend kurz.

Dienstag:

Nach der Arbeit fahren wir zum Flughafen nach Ahmedabad, für 120 km sind wir im Abendverkehr 2,5 h unterwegs.

Sardar Vallabhbhai Patel und Mahatma Gandhi – die zwei zentralen Figuren des indischen Unabhängigkeitskampfs.

Am Flughafen ein Lichtblick: kaltes Bier!

Die Enttäuschung folgt prompt: der Kühlschrank ist aus und das Bier darf nicht getrunken, sondern nur mitgenommen werden. 😢

Kurz vor Mitternacht startet unser Flug mit leichter Verspätung nach Kuala Lumpur, Malaysia. Die knapp 6 h Flugzeit werden zur Qual, Air Asia ist nicht für europäische Abmessungen gemacht, außerdem ist der Flug komplett ausgebucht, also auch keine Ausweichmöglichkeit in Sicht.

Eine Lektion für‘s Leben.

Mittwoch:

Beim Stop Over in Kuala Lumpur haben wir nur einen sehr kurzen Aufenthalt, sodass wir direkt in den Flieger nach Denpasar, Bali, einsteigen können. Der Flieger bietet diesmal ein wenig mehr Platz, worüber wir sehr happy sind, sodass der 3-stündige Flug schnell vorbeigeht.

Erster Blick auf Bali.

Nach einem über einstündigen Immigrationsprozess für Cliff (Isi konnte mit ihrem EU Pass binnen einer Minute durch die automatische Passkontrolle, was mit Cliff‘s Liechtensteiner Pass leider nicht funktionierte), machen wir uns per Auto auf den Weg in das 2 Stunden entfernte Ubud im Landesinneren.

Direkt nach Ankunft im Hotel springen wir erstmal in unseren Pool und lassen es uns gut gehen.

Anschließend gibt es ein sehr feines Abendessen in einem nahegelegenen Restaurant.

Gut gesättigt und müde machen wir uns auf den Heimweg.

Unterwegs treffen wir viele Menschen, die in der Dunkelheit mit Taschenlampen auf den Reisfeldern und in den Bächen unterwegs sind. Neugierig geworden, fragen wir eine der Personen, und diese verrät uns, dass hier Nachts Sumpfaale gesucht werden. Eine „Delikatesse“, die wir uns gerne entgehen lassen…

Als wir zurück im Hotel sind, hat uns in der Zwischenzeit eine Kröte ein kleines Geschenk im Pool zurückgelassen: ein Schaumnest, in dem es seine Nachkommen brütet. Nicht sehr hübsch anzusehen, aber dennoch faszinierend.

Donnerstag:

Heute ist Cliff‘s Geburtstag!

Geburtstags-Pancake

Der Tag startet mit einem „Floating Breakfast“ im Pool. Den ersten Sonnenbrand gibt es gratis dazu.

Zum Frühstück können wir einen Reisbauern hautnah bei der Arbeit beobachten. Die Vögel begleiten die Bauern immer, da sich beim Umgraben der Erden schmackhafte Snacks offenbaren, die schnellstmöglich verspeist werden wollen.

Anschließend mieten wir uns einen Roller und düsen in den Monkey Forest, wo man süße, frei lebende Makaken bestaunen kann, was sehr unterhaltsam ist.

Kleine Pause vom stressigen Affen-Alltag.
„… wenn ich ab sofort nur noch Blätter esse, könnte ich es noch rechtzeitig zum perfekten Summer-Body schaffen…“

Dann machen wir eine kleine Wanderung durch Ubud, wo wir anschließend in ein Restaurant mit super leckerem Essen einkehren.

Marinierte Jackfruit
Sommer-Rollen

Zurück im Hotel erwartet Cliff eine kleine Überraschung, die Isi für ihn organisiert hat. Der Pool ist mit Blüten dekoriert und wir genießen eine balinesische Massage direkt bei uns am Pool. Nach der Massage gibt es ein Bad im Blütenmeer und wir stoßen mit einem guten balinesischen Weißwein auf Cliff‘s Geburtstag an.

Tiefenentspannt brechen wir zum Abendessen auf und lassen Cliff‘s Geburtstag gemütlich ausklingen.

Freitag:

Heute gibt es Katze zum Frühstück.

Nach dem Frühstück (doch keine Katze) geht es mit dem Roller zu den Tegallalang Reis-Terrassen. Bisher war es auf Bali überall recht ausgestorben, es sind überraschend wenige Touristen unterwegs. Ebenso heute. Es ist kurz vor Hauptsaison, aber auch die Einheimischen berichten, dass auffallend wenig für Mai los ist, was vermutlich an der politischen Weltlage und den hohen Flugpreisen liegt.

Ein guter Zwischensnack darf nicht fehlen.

Kurzer Boxen-Stopp an der Tankstelle.

Moped mit Beiwagen

Auf dem Heimweg halten wir kurz in einem Supermarkt an, als wir von irgendwoher ein lautes Gackern hören. Als wir die Quelle finden, sind wir etwas überrascht und denken kurz darüber nach, dem Hähnchen die Freiheit zu schenken, entscheiden uns dann aber dafür, dem Schicksal seinen Lauf zu lassen.

Abends gönnen wir uns erneut eine Massage, weil sie uns so gut gefallen hat und genießen unseren letzten Abend in Ubud.

Samstag:

Heute stehen wir früh auf, denn vor der Weiterreise nach Munduk wollen wir noch einen Tempel besuchen.

Am Eingang des Tempels angekommen, werden wir erstmal in angemessene Kleidung gesteckt und dann kann es auf Erkundungstour gehen.

Zurück im Hotel gibt es Frühstück, anschließend wird gepackt und mittags werden wir von unserem Fahrer für die 2,5-stündige Fahrt in den Norden Balis, die Munduk Highlands, abgeholt.

Kurzer Snack-Stop in einem balinesischen Restaurant, das der Fahrer ausgesucht hat. Variationen vom Schwein, die Innereien überlassen wir großzügig einem bettelnden Straßenhund.

Ankunft im Hotel mit grandioser Aussicht. Hier ist es deutlich kühler, aber immer noch warm genug für kurze Kleidung.

Unsere Bleibe für die nächsten 4 Nächte.

Abends gibt es einen BBQ Abend mit Live-Musik in der Unterkunft. Cliff geht es seit dem Morgen nicht so gut, er hat starke Schmerzen von seinem Sonnenbrand und es machen sich grippeähnliche Symptome breit. Wir hoffen, dass es sich schnell wieder legt und wir schwungvoll in Woche 17 mit vielen neuen Erlebnissen starten können…

Woche 15

Sonntag:

Heute verbringen wir den Tag zu Hause. Den Vormittag lassen wir gemütlich angehen: etwas Sonne tanken, etwas gärtnern und, als es draußen zu warm wird, die Aktivitäten nach innen verlagern und ein bisschen faulenzen. Die Schlechtwetter-Sonntage, bei denen man sich gemütlich und ohne schlechtes Gewissen, bereits am Nachmittag aufs Sofa schmeißt und Netflix schaut, gibt es hier nicht in diesem Sinne. Hier laufen aber alle Tage mit Temperaturen über 40 Grad als Schlechtwettertage und so sehen wir diese Tatsache als Legitimation für eine faule Netflix-Session am frühen Nachmittag.

Am frühen Abend rappeln wir uns nochmal auf, Isi muss die liegen gebliebene Arbeit der Vorwoche aufarbeiten und Cliff schmeißt währenddessen den Haushalt mit Wäsche waschen und Kochen.

Und wieder ist ein Tag vorbei.

Montag:

Neue Woche, neuer Wasserschaden bei Hilti, angeblich ist diesmal die Klimaanlage schuld.

Abends gibt es leckere selbstgemachte Pasta mit Cliff‘s importierter Nudelmaschine.

Choose your husband wisely 😌

Weil Cliff nachts immer noch am Hals friert (trotz optimierter Klimaanlage), schläft er neuerdings mit einem trendigen Sophie Scarf (Dank geht an dieser Stelle raus an die begabte Designerin Jessi ❤️).

Dienstag:

Unser neuer Esstisch wird geliefert!

Leider kommt die Ernüchterung prompt, statt eines ganzen Tisches befindet sich nur der Fuß in der Lieferung, laut Lieferbestätigung müsste es aber der gesamte Tisch sein.

Auf Nachfrage erhalten wir glücklicherweise die Info, dass die Platte separat geliefert wird und sie in den nächsten Tagen eintreffen sollte. Mit dem Fuß sind wir optisch schonmal sehr zufrieden.

Mittwoch:

Morgens vernehmen wir ein lautes Plätschern aus einem unserer Bäder. Der selbstgedruckte Anschluss für die Selbstbewässerungsanlage hat leider frühzeitig den Geist aufgegeben, sodass Cliff vor unserem Urlaub nochmal in eine Optimierungsschleife muss. Da sich der Wasseranschluss in der Dusche befindet, ist glücklicherweise kein Schaden entstanden.

Abends gibt es erst Mc Donald‘s…

… dann Workout (gegen das schlechte Gewissen).

Donnerstag:

Wir machen mittags Feierabend, weil wir heute unseren ersten Hochzeitstag feiern. Cliff hat auf dem Heimweg über einen Kollegen noch eine Getränkequelle aufgetan, damit wir auf unseren Jahrestag anstoßen können. Die Übergabe erfolgt auf einem Parkplatz, wir kommen uns wie kleine Gangster vor.

Wir haben Glück und die noch fehlende Tischplatte für unseren Esstisch wird gerade angeliefert, als wir zu Hause ankommen.

140 kg, die nicht in den Aufzug passen, es finden sich 4 Helfer, die uns für 20 € (inkl. harter Verhandlungen) beim Hochtragen helfen
Geschafft
Das Warten hat sich gelohnt

Abends gehen wir in ein sehr schönes Restaurant und lassen es uns gut gehen.

Das Restaurant ist unter freiem Himmel und man fühlt sich wie im Dschungel
Alkoholfreie Cocktails – sehr lecker

Isi bekommt von Cliff einen sehr schönen Ring geschenkt. Er wurde bei der Auswahl von vier unserer Kollegen beraten. In Indien ist es Tradition, dass man der Frau zum ersten Jahrestag einen Ring schenkt, in den Folgejahren gibt es aber nix mehr. Cliff musste seinen eigenen Geschmack energisch gegen die vier indischen Sichtweisen behaupten, da die Auffassungen von Schlichtheit und Eleganz deutlich voneinander abwichen. Isi freut sich sehr, Cliff hat ihren Geschmack definitiv getroffen.

Nach dem Essen geht es glücklich und satt nach Hause.

Freitag:

Morgens haben wir mal wieder beste Unterhaltung durch unsere ansässige Affenbande.

Die Jungen toben
Die Alten lassen die Seele baumeln

Nach Feierabend machen wir uns spontan einen gemütlichen Abend mit unserem Expat-Kollegen Chris bei uns zu Hause, wo es den Getränke-Resten des Hochzeitstag an den Kragen geht. Aus einem kurzen Absacker nach der Arbeit wird 1 Uhr morgens… Müde von der anstrengenden Woche fallen wir anschließend in unser Bett.

Samstag:

Der Tag startet gemütlich und wir verlassen erst gegen 15 Uhr unser Bett. Aus dem Bett heraus erledigen wir auch unseren Wochenendeinkauf, der 15 Minuten später geliefert wird. Der restliche Tag verläuft unspektakulär mit ein paar Arbeiten im Haushalt, dem Aufholen liegengebliebener Arbeit von der Woche und weiteren Experimenten mit unserem Bewässerungssystem. Die Lösung scheint gefunden, jetzt bleiben noch 4 Tage bis zum Urlaub, um die Robustheit des Systems zu testen – drückt uns die Daumen! 🙂

Woche 14

Sonntag:

Der Tag in Mumbai startet früh mit einem wunderschönen Sonnenaufgang.

Guckuck

Anschließend gibt es ein ausgiebiges Frühstück und wir erkunden erneut das Hotel, es ist wirklich riesig und sehr schön eingerichtet. Es herrscht reges Treiben und viele Leute kommen auch einfach so vorbei, ohne dort zu übernachten, da das Hotel aufgrund seiner langen Historie und seiner Exklusivität im ganzen Land sehr bekannt ist. Leider hat es 2008 auch traurige Berühmtheit erlangt, als es – im Rahmen einer Anschlagserie auf ganz Mumbai – 3 Tage lang von pakistanischen Terroristen belagert wurde und der Anschlag 34 Menschenleben und 300 Verletzte forderte.

Ein Sitar-Spieler sorgt für die passende Atmosphäre
Prominenter Besuch war bereits vor uns da

Dann machen wir einen kurzen Mittagsschlaf, bevor wir nochmals zu einem schnellen Stadtbummel aufbrechen.

Die Roller, die die Straße zuparken, werden auch hier gnadenlos abgeschleppt

Nach dem Bummel gibt es einen kurzen Boxenstop in einer Bar, in der es die angeblich schärfsten Momos von ganz Indien gibt, „Momos from Hell“. Da Cliff sehr schärferesistent ist, wagt er den Versuch und bestellt. Sein Urteil fällt auf eine 6,5 von 10 auf seiner persönlichen Schärfeskala, immerhin der von ihm höchstangegebene Schärfewert seitdem wir in Indien sind. Man sieht ihm deutlich körperliche Merkmale der Schärfe an, er schwitzt stark und seine Augen werden feucht. Isi ist mutig und probiert einen halben Momo, er ist wirklich sehr scharf und die Schärfe wird mit der Zeit immer schlimmer, selbst als der Momo bereits seit einer Stunde verdrückt ist, klagt Isi immer noch über ein brennendes Gesicht.

Anschließend geht es zurück zum Hotel, wo wir kurz unser Gepäck abholen und per Taxi zum Flughafen düsen. Isi klagt noch immer über die Schärfe und die anhaltende Hitze am ganzen Körper, als Cliff plötzlich einen eigenartigen Ausschlag an ihrem Rücken feststellt – wie es scheint eine Reaktion ihres Körpers auf die Schärfe. 🙈

Nach einer Stunde ist alles wieder gut und es geht ab in den Flieger zurück nach Vadodara. Es war ein tolles Wochenende in Mumbai und wir kommen ganz bestimmt wieder!

In Vadodara angekommen geht es per TukTuk zurück nach Hause, wo wir den Sonntag gemütlich ausklingen lassen und uns mit der Reiseplanung für unsere anstehende Bali-Reise Anfang Mai befassen. Am Ende des Tages ist die erste Unterkunft gebucht und die Visa vermeintlich beantragt.

Im Vergleich zu Mumbai ist das Klima in Vadodara sehr heiß, dafür aber weniger feucht, was uns ein bisschen besser gefällt.

Montag:

Die Arbeitswoche startet ohne besondere Vorkommnisse.

Nach Feierabend ein neuer Anlauf für die Visa, da Isi für ihr Visum die Zahlungsfrist von 3 h versäumt und bei Cliff‘s Visum die falsche Mailadresse angegeben hat.🤦🏼‍♀️ Diesmal ist der Anlauf erfolgreich, der Reise steht also nix mehr im Weg!

Nun blieb nur noch die Frage zu klären, wie unsere Blumen während unserer Abwesenheit in der Hitze überleben können. Eine Selbstbewässerungsanlage ist schnell bestellt, allerdings finden wir nirgendwo ein passendes Adapterstück für den Wasseranschluss. Dank unseres 3D Druckers aber kein Problem.

Dienstag:

Morgens um 6, kurz nach dem Aufstehen, bestellt Isi 40 kg Erde für weitere Pflanzexperimente, die sie für das Wochenende geplant hat. Der Lieferservice in Indien ist wirklich eine grandiose Erfindung, die wir sehr ausgiebig nutzen!

Heute hat Cliff einen Innovationspitch an der Arbeit, bei dem man 15000 CHF für ein Projekt gewinnen kann, um die erste Machbarkeit der Idee nachzuweisen. Die Community kann abstimmen, Ende der Woche soll das Ergebnis verkündet werden. Neben Cliff‘s Idee gibt es Hilti-weit noch 5 weitere Ideen, wir sind gespannt auf das Ergebnis.

Choose the shape – not the tool

Am Nachmittag ist das monatliche Business-Update.

Abends erhalten wir unsere sehnsüchtig erwartete Möbellieferung: zwei Sofas, zwei Balkonstühle und ein Regal. Wir machen extra 17:30 Feierabend, um pünktlich um 18:15 zu Hause zu sein, weil für dann die Lieferung angekündigt ist. Da es aber scheinbar Probleme mit dem Transport gibt, treffen die 7 (!) Möbelpacker erst gegen 20:30 Uhr ein. Die Freude währt nur kurz: die Sofas sind dreckig, die Beine kaputt und stümperhaft angeschraubt und an einer Stelle ist der Stoff aufgerissen. Wir reklamieren beim Eigentümer des Möbelhauses, der verspricht morgen um 19 Uhr vorbeizukommen, um sich dem Problem anzunehmen.

Wie es sein sollte
Wie die indische Lösung aussieht…
Der aufgerissene Stoff, nicht groß, aber dennoch ärgerlich

Trotzdem sind wir optisch sehr zufrieden mit unserer Auswahl und hoffen, dass die Probleme bald aus der Welt geschafft sind.

Mittwoch:

Der Tag startet mit einem unschönen Ereignis. Auf dem Weg an die Arbeit stehen wir in einem starken Stau und kommen nur langsam vorwärts. Am Stauende sehen wir den Grund: es gab einen Verkehrsunfall, bei dem leider ein Mensch ums Leben kam. Da sich der Unfall vermutlich erst kürzlich ereignet hat, liegt der Mensch noch auf der Straße, immerhin mit einer Decke abgedeckt. Das Ereignis hängt uns den ganzen Tag noch ziemlich nach und wir bekommen die Tatsache, dass Indien weltweit das Land mit der höchsten Anzahl an Verkehrstoten ist, zum ersten Mal hautnah zu spüren.

Abends halb 9 kommen zwei Männer vom Möbelhaus vorbei, die unsere Sofas putzen sollen. Nach 5 Minuten stümperhafter Putzerei sagen sie uns, sie seien fertig. Das Ergebnis: Eines der beiden Sofas haben sie gar nicht gereinigt und das zweite Sofa hat immer noch lauter Flecken. Wir schicken sie weg und beschließen, lieber selbst Hand anzulegen.

Erschöpft vom Tag schlüpfen wir in unser Bett. Plötzlich überkommen uns Gelüste auf Schokolade und so klingelt es 8 Minuten später – abends halb 11 – an unserer Türe und wir gönnen uns ein köstliches Snickers.

Donnerstag:

Seit Wochen geht bei unserer Alkohollizenz nichts vorwärts. Der Personaler, der uns dabei unterstützt, ist eine ziemliche Trantüte und der Prozess an und für sich ist, wie alles in Indien, sehr umständlich und bürokratisch. Aber heute rückt es endlich wieder! Das Interessante dabei: ab jetzt läuft die Genehmigung unserer beider Lizenzen über Cliff, der als „Familienoberhaupt“ auch meine Lizenz verwaltet. So viel zum Thema Gleichberechtigung…

Um Arbeitssicherheit wird sich in Indien nicht groß gekümmert.

Abends halb 8 kommen wieder zwei Männer aus dem Möbelhaus mit 4 neuen Sofa-Füßen vorbei, somit sind jetzt immerhin die Füße wie sie sein sollen. Das Loch wird versucht stümperhaft zu vertuschen, indem sie den Stoff einfach etwas straffen und das Loch somit in einer der Falten verstecken. Einmal am Stoff gezogen, ist das Loch wieder prominent sichtbar. Wir schicken sie weg und hoffen auf eine Klärung mit dem Eigentümer am nächsten Tag.

Freitag:

Es wird immer wärmer und der Peak ist noch nicht erreicht.

Nach der Arbeit haben wir einen Termin bei der Bank, um die Konditionen für Geldtransfers nach Europa in Erfahrung zu bringen.

Cliff ist vor Abreise Isi‘s Style-Check entgangen und so ist diese modisch fragwürdige Kombination nun auf Indien‘s Straßen unterwegs…

Nach Hause geht es anschließend per TukTuk und es gibt wieder einiges zu sehen.

Straßenverkäufer
Ob er seine Wassermelonen heute wohl alle noch los wird? 🤔
Ein pelziger Sozius
Noch ein kurzer Einkaufs-Zwischenstopp

Zu Hause angekommen bestellen wir uns Abendessen und machen es uns gemütlich. Obwohl wir nun endlich zwei Sofas haben, liegt Cliff trotzdem lieber auf dem Boden.

Samstag:

Der Tag startet gemütlich mit selbstgemachtem Masala Tee auf dem Balkon.

Ein paar Sonnenstrahlen haschen, um die blasse Haut Stück für Stück an die Sonne zu gewöhnen
Jeden Tag wird es ein bisschen wärmer

Dosa im Selbstversuch, zweiter Anlauf. Immer noch nicht ganz so lecker wie von den Profis, aber wir kommen der Sache immer näher.

Die Reklamation beim Möbelhaus bezüglich des Lochs stößt auf wenig Verständnis. Da es sich nicht um einen Fabrikationsfehler handelt und es aufgrund eines „Missgeschicks“ beim Transport passiert ist, sieht sich der Eigentümer nicht für einen Ersatz verpflichtet. Wir geben nicht auf, schauen wir mal, was wir noch erreichen.

Selbstbewässerungsanlage in the making
Der Anschluss und die Schaltuhr sind im Bad, über das Fenster führt der Schlauch raus auf den Balkon
Installation und Stunde der Wahrheit – die Anlage funktioniert, nur mit dem Timing klappt es noch nicht so ganz

Am Nachmittag ziehen wir los, um weitere Pflanzgefäße für unsere Tomatensetzlinge zu kaufen.

Eindrücke von unterwegs.

In Indien wird alles mögliche per Lastenfahrrad transportiert
Fliegende Gemüsehändler

Abends wird gegärtnert. Um 21 Uhr hat es immer noch 32 Grad, aber mit dem Deckenventilator auf dem Balkon lässt es sich gut aushalten.

Zufrieden mit dem Ergebnis machen wir es uns auf unseren Sofas gemütlich und ruhen uns aus, um noch etwas Kraft für die neue Woche zu tanken.

Woche 13

Sonntag:

Da unsere Klimaanlage im Schlafzimmer uns nachts immer zu stark anbläst (Cliff reklamiert, dass es nur ihn auf seiner kleinen Bettseite betrifft – na gut), druckt er mit seinem 3D-Drucker Klimagebläse-Volumenstrom-Umlenkschaufeln in Leichtbauweise. Die Montage ist unkompliziert und die Wirkung wie erhofft. Einziger Nachteil: wir schwitzen seither mehr. 😂

Die Leiter ist ein Überbleibsel der Bauarbeiten, das einfach in der Wohnung zurückgelassen wurde. Aufgrund ihres Zustands beten wir bei jeder Nutzung, dass sie nicht zusammenbricht.

Mittags treibt uns der Hunger auf die Straße und als wir auf das TukTuk warten, beobachten wir am Nachbargebäude einen abenteuerlichen Fensterputzer.

Das Gebäude
Der Fensterputzer – zum Glück scheint er schon so gut wie fertig zu sein
Die professionelle Sicherung – das Seil scheuert über eine scharfe, raue Betonkante

Unterwegs wieder Spuren des Großbauprojekts der Schnellzugstrecke. Die ganze Straße ist aufgerissen für die unterirdische Stromzufuhr. Rechts und links keinerlei Sicherung, die Stände verkaufen fröhlich weiter auf engstem Raum.

Am Ziel angekommen gibt es Pizza und Pasta aus einem Teigteller – sehr lecker!

Pasta in der Teigschale – nur der Basilikum hat etwas zu viel Hitze abbekommen

Wir kaufen dem Chef noch 4 sehr delikate Büffelmozzarella aus Delhi, 2,5 kg San Marzano Tomatensoße und 2 kg Pizzamehl ab und gehen in einen Einrichtungsladen ganz in der Nähe, um weiteren Krimskrams für unsere Wohnung zu kaufen.

Die Qual der Wahl – das plötzlich eintretende Foodkoma ist der schnellen Entscheidungsfindung nicht gerade dienlich
Shoppingtour dennoch erfolgreich beendet

Der restliche Tag wird mit Putzen, Chillen und Hindi-Stunden verbracht.

Montag:

Wer dachte, dass Deutsch eine schwere Sprache ist, hatte es noch nie mit Hindi zu tun. Isi’s Lernfortschritte gehen nur sehr langsam voran, aber sie gibt nicht auf.

Ein neuer Metzger im Test, die Qualität kann leider nicht überzeugen, das Fleisch ist geschmacklich zwar gut, aber leider zu zäh. So können sich die Straßenhunde über ein Extra-Leckerli freuen.

Dienstag:

Isi hat ein Teams-Meeting mit einem Kollegen, der eigentlich Urlaub hat und sich auf einer spirituellen Reise befindet, sich aufgrund der Dringlichkeit aber Zeit für das Meeting nimmt. Isi staunt nicht schlecht, als der Kollege plötzlich oberkörperfrei vor ihr sitzt. (Zum Schutz des Kollegen und seines Kindes haben wir ihn unkenntlich gemacht und seinen Namen geschwärzt. 😉)

Cliff macht seinen üblichen Ausflug zum Teestand, die Ausflüge werden aufgrund der steigenden Temperaturen aber immer beschwerlicher.

Mittwoch:

Family on Tour, ein ganz normaler Anblick in Indien.

Abends halb 9 klingelt es an unserer Tür. Schon beim Öffnen vernehmen wir ein lautes Wasserplätschern aus dem Flur. Der Nachbar über uns steht nervös vor der Tür und fragt uns, ob wir wüssten, wo sich der Hauptwasserhahn in den Wohnungen befindet. Cliff macht sich auf die Suche und kann nach kurzer Zeit helfen. Ursache des Problems war wohl ein geplatzter Wassersprenkler, das Ergebnis sieht so aus:

(Isi’s Befürchtung von Anfang der Woche, dass es in dieser Woche möglicherweise nicht so viel für den Blog zu berichten gibt, hat sich somit spätestens mit Beendigung des Mittwochs in Wohlgefallen aufgelöst.)

Donnerstag:

Romantische Lagerfeuer-Stimmung beim High Tea.

Der Teebeutel
Die Kühe drehen jeden Stein um auf der Suche nach verwertbarem Futter
Zum Feierabend gönnen wir uns erstmal eine ordentliche Nase voll Frischluft

Auf dem Heimweg streift unser Taxi ein entgegenkommendes Moped und es tut einen lauten Schlag. Als wir uns umdrehen, um zu sehen, ob etwas passiert ist, fährt der Mopedfahrer relativ unbeirrt weiter. Aus einer der Milchkannen, die er rechts und links über seinen Sitz geladen hat, fließt die Milch in Strömen. Die Milchkanne hat ihm wohl als Airbag gedient.

Heute sollte eigentlich unser Sofa geliefert werden, leider müssen wir uns aber noch bis Dienstag gedulden.

Abends packen wir die Koffer für unseren Wochenend-Trip nach Mumbai und fallen zufrieden ins Bett.

Nicht wirklich, aber trotzdem lecker

Freitag:

Off to Mumbai! Nach der Arbeit geht es direkt zum Flughafen.

1 h später landen wir in Mumbai. Vom Flughafen zum Hotel dauert die Fahrt noch 1 Stunde. Sie führt uns über eine 22 km lange Meeres-Brücke, die erst 2024 eröffnet wurde und die Anreisezeit deutlich verkürzt.

Unterwegs das übliche Verkehrschaos.

Der Kreativität sind beim Transport von Gegenständen keine Grenzen gesetzt

Ankunft im Hotel.

Hält den Regen ab

Wir haben ein sehr schönes Zimmer im Taj Mahal Tower mit direktem Blick auf das Gateway of Mumbai.

Zur Begrüßung wurden wir gesegnet, unser erster indischer „Punkt“.🙂

Nach einer kurzen Ruhepause ziehen wir los um etwas Essen zu gehen.

Hier wird auf maximale Kapazität gestuhlt

Beschwipst machen wir uns gegen Mitternacht auf den Heimweg und fallen erschöpft in unsere gemütlichen Betten (jeder hat sein eigenes 😂).

Samstag:

Der Tag startet mit einem ausgiebigen Frühstück und Isi hat – nach wochenlanger Abstinenz – endlich wieder eine Dosa zum Frühstück!

Anschließend gibt es eine kleine Erkundungstour durch das Hotel.

Das Netz ist über das gesamte Außenareal gespannt zum Schutz vor Schmutz und Tauben – nicht schön, aber wirkungsvoll

Zurück auf dem Zimmer stellt Isi fest, dass eine weiße Hose nicht gerade die beste Wahl in Indien ist. Das Ergebnis nach nur einem Tag.

Nach einer Runde Faulenzen geht es schon wieder zum Essen, es gibt Vada Pavs, fluffige Brötchen, die mit einer frittierten Kartoffelmasse gefüllt sind.

Wir sind nicht die Einzigen mit dieser Idee

Anschließend machen wir uns im Food Koma auf zur Sightseeing Tour.

Zwischendrin eine kleine Stärkung.

Nach der Stärkung machen wir eine Shopping-Mall unsicher. Unser Geldbeutel wird weitestgehend geschont, da wir zu faul sind, Dinge anzuprobieren und es sich hauptsächlich um internationale Marken handelt, die man zum gleichen Preis auch bei uns bekommt.

Der Eingangsbereich
Mehrere alte Video-Projektoren aus einem Kino sind in der Mall ausgestellt (weckt hauptsächlich Cliff‘s Begeisterung 😉)
Im Apple Store gönnt Isi sich zwei kleine Accessoires für ihr Handy

Auf dem Rückweg zum Hotel besuchen wir noch einen Gewürzmarkt.

Hier werden die Gewürze
zerkleinert

21 Uhr sind wir wieder zurück im Hotel und wollen eigentlich nur eine kurze Ruhepause einlegen, bevor wir zum Abendessen losziehen. Als wir das nächste Mal die Augen öffnen, ist es Sonntagmorgen 6 Uhr, immerhin pünktlich zum Sonnenaufgang. Die letzten Tage waren wohl zu ereignisreich und eine extra Mütze voll Schlaf dringend nötig.

Woche 12

Sonntag:

Pünktlich zum Ostersonntag ist die Hasen-Familie komplett und der technisch versierte Osterhase hat Isi eine Ordnungsbox für ihr Bad-Chaos gebaut. 😍

Auf 10/11 Uhr ist mal wieder ein Sanitär bestellt, um unser Problem mit dem fehlenden warmen Wasser in der Küche zu lösen. Um 12:30 Uhr trudelt er gemütlich ein und das Problem ist schnell gelöst. Da inzwischen zwei unserer Toiletten wieder Wasser verlieren, bitten wir ihn, sich auch diesem Problem anzunehmen. Da er aber mal wieder kein geeignetes Werkzeug dabei hat, geht er und sagt, er komme gleich wieder. Aus dem „gleich“ werden zwei Stunden, weshalb wir beschließen, nicht mehr auf ihn zu warten und zu unserem Kollegen Harshit zu gehen, der uns bei sich zu Hause zum Essen eingeladen hat. Als wir gerade die Türe hinter uns schließen um aufzubrechen, kommt er gemütlich mit einer Plastiktüte angeschlappt, in der sich ein paar Werkzeuge befinden. Wir sagen ihm, dass es jetzt zu spät sei und dass er abends wiederkommen solle (Sonntag ist hier kein Ruhetag). Er bestätigt und zieht von dannen.

Wir verbringen einen schönen Nachmittag mit sehr leckerem Essen bei unserem Kollegen und seiner Familie.

Zuerst wird eine Runde „Mensch Ärgere Dich Nicht“ mit den Kids gespielt

Die indischen Familien leben üblicherweise mit 3 Generationen in einem Haushalt. Hier lebt noch der Vater von Harshit mit in einem 3-Zimmer-Haushalt.

Die Kids haben sogar T-Shirts mit Osterhasen an 🙂

Die Einladung selbst führte anfänglich zu einem Missverständnis. Als wir das Treffen vor ein paar Tagen ausgemacht haben, war es nicht möglich unserem Kollegen eine Uhrzeit zu entlocken, auch nicht als wir ihn konkret um eine Zeitangabe baten, er sprach die ganze Zeit von „Nachmittags„. Also planten wir gegen 5 bei ihm zu sein. Sonntagvormittag um 11 Uhr fragte er dann, wann wir denn kämen und wir sagten ihm, dass wir gegen 5 bei ihm sind. Darauf entgegnete er, dass das Essen fertig sei und sie auf uns warteten… Da wir aber noch auf den Sanitär warten mussten, konnten wir erst gegen halb 3 bei ihnen sein. So gab es dann für uns und die Eltern ein verspätetes Mittagessen, die Kinder und der Opa hatten bereits pünktlich zu Mittag gegessen.🙈

Am Abend fahren wir nach Hause, vom Sanitär wie erwartet keine Spur.

Montag:

Impressionen vom Arbeitsweg.

Abschleppdienst on Duty

Nach der Arbeit geht es in einen Tabakshop, um etwas Zubehör für unsere Wasserpfeife für das nächste soziale Event zu kaufen. Cliff‘s Handel-Instinkt ist mal wieder geweckt, das Schild vor seinem Kopf ignoriert er gekonnt, der Eigentümer bleibt aber hartnäckig und rückt nicht von seiner Preisvorstellung ab. Auch ein Handelkönig muss sich hin und wieder geschlagen geben.

Unser Abendessen: Kartoffelpüree meets Ladyfingers, ein in Indien sehr beliebtes Gemüse.

Dienstag:

Seit heute hat Cliff endlich einen Monitor an der Arbeit, nachdem er die letzten 3 Monate seine Konstruktionen immer auf dem kleinen Laptop-Bildschirm machen musste.

Zu Hause angekommen erwarten uns zwei Pakete. Endlich ist der Topper für unsere Matratze da und Cliff hat sich weitere Filamente für seinen 3D-Drucker gekauft.

Wie auf Wölkchen
Ab jetzt sind der Kreativität keine Grenzen mehr gesetzt.

Mc Dreamy hat in unserer Abwesenheit mal wieder Unfug getrieben und sich dabei an einem Kabel verschluckt.

Zum Abendessen werden wir mit einem steilen Beat aus der Nachbarschaft beschallt.

Dazu ein gutes „Bier“.

Mittwoch:

Ein neues 3D gedrucktes Utensil!

Morgens kommt immer der Müllwagen vorbei, der Mann fährt und die Frau sammelt den Müll auf und sortiert ihn während der Fahrt, während sie mitten im Müll steht.

Der erste Einrichtungsgegenstand für das Wohnzimmer ist bereits seit letztem Wochenende da und wartet sehnsüchtig auf Gesellschaft.

Nach dem Abendessen packt es uns und wir buchen uns einen Trip nach Mumbai für das übernächste Wochenende.

Cliff beschwert sich immer, dass er zu wenig Platz im Bett hat, Isi zweifelt das aber an und unterstellt ihm, zu übertreiben. In einem unbeobachteten Moment macht er ein Beweisfoto. Abstreiten zwecklos, die Übeltäterin ist überführt!

Donnerstag:

Hin und wieder nehmen wir uns selbstgekochtes Essen vom Vorabend mit in die Firma. Da es keine Mikrowelle oder Ähnliches gibt, die Temperaturen aber allmählich die 40 Grad ankratzen, hat Cliff sich eine alternative Aufwärmmethode ausgedacht und stellt unser Essen immer 30 Minuten vor der Mittagspause in die Sonne.

Eindrücke vom Heimweg.

Ein Friseurladen
Der Marktstand packt zusammen
Die Einkäufe werden heimgebracht
Die Kühe stehen oft Mitten in den Müllhaufen und suchen sich Futter
Reges Treiben zu Feierabend an den Essens- und Markständen

Seit einiger Zeit zieht sich ein riesiges Bauprojekt durch Vadodara, es wird eine neue Schnellzugstrecke gebaut, die zukünftig Mumbai mit Delhi (1400 km) in Rekordzeit verbinden soll. Überall in der Stadt sieht man die Bauarbeiten in vollem Gange.

Zuhause erwartet uns eine neue Möbellieferung. Weil eine der Kisten nicht in den Aufzug passt, müssen wir diese selbst zu uns in den 3. Stock tragen, was ein ganz schöner Kraftakt ist (vor allem für Isi, die 2 Tage später noch über schweren Muskelkater klagt).

Zur Stärkung gibt es Parmesan aus dem Himalaya, schmeckt fast so gut wie echter Parmesan.

Freitag:

Heute geht es nach der Arbeit Blumen shoppen!

Ich glaub ich steh im Wald
Der Blumenverkäufer rechnet eifrig zusammen und freut sich über sein Freitagabend-Geschäft

Nach der Bezahlung vereinbaren wir eine Lieferung der Pflanzen für Samstagmittag und brechen pünktlich zum Sonnenuntergang Richtung Zuhause auf.

Für den Heimweg gibt es heute ein luxuriöses Mercedes-TukTuk.

Sogar mit Ambiente-Beleuchtung

Noch ein kurzer Stop in einem Drogeriemarkt, dann geht es nach Hause.

Im UG dieses Gebäudes befindet sich der Drogeriemarkt

Samstag:

Nach dem Frühstück brechen wir auf um einen Adapter für unseren Gartenschlauch zu kaufen. Nach dem zweiten Anlauf sind wir erfolgreich und bekommen das passende Adapterstück für den Wasserhahn. Vor dem Laden treffen wir auf einen fliegenden Obsthändler und decken uns mit unserer wöchentlichen Obst-Ration ein.

Zuhause wird mit unserem nun funktionierenden Gartenschlauch erstmal der Balkon gründlich entstaubt. Die Lieferung der Pflanzen ist auf 12 Uhr angekündigt, diesmal werden wir überrascht und die Lieferanten stehen bereits 11:30 vor unserer Türe.

Alle packen mit an und nach 15 Minuten haben wir alle Blumen in unserer Wohnung.

Nach der Schlepperei wird erstmal geruht.

Cliff träumt sich gedanklich auf sein Sofa, das hoffentlich bald geliefert wird

Zum Wochenausklang noch ein paar Eindrücke unserer Möbel.

Schuhschrank
Wohnzimmer Sideboard
Isi’s Kleiderschrank in ihrem Bad

Zufrieden beenden wir den Tag mit Netflix und passendem Popcorn. 🙂

Woche 11

Sonntag:

Zum Frühstück gibt es Pancakes mit frisch gekauftem Obst vom TukTuk-Händler.

Die Qual der Wahl, eine bzw. zwei dieser Farben werden es für unsere Sofas werden. Hellbeige ist zwar nicht sehr praktisch in einem so staubigen Umfeld wie Indien, aber die Ästhetik wird vermutlich über unsere Vernunft siegen.

Am Mittag kommt unser Bänker Jaydeep vorbei und bringt Isi’s Bankkarte und hilft bei der Konto-Einrichtung. Wir werden ihn kaum wieder los und bei der Verabschiedung sagt er, dass Cliff jetzt sein Bruder und Isi seine Schwester ist, so schnell hat man in Indien Familie. 😉

Nachmittags wird unser neuer Fernseher wie versprochen geliefert (mit nur 3 h Verspätung).

Anschließend gehen wir nochmal in das Möbelhaus, um zwei Sofas, zwei Balkonstühle und ein Regal zu kaufen. Es wird wie gewohnt gehandelt, als Cliff nicht locker lässt, fragt der Inder überrascht, wie lange wir schon in Indien seien, weil Cliff bereits wie ein echter Inder verhandele.

Auf dem Rückweg sticht uns dieses Schmuckstück ins Auge.

Goldener Drahtesel DIY

Abends gibt es Ziegen-Bolognese, klingt nicht sooo lecker, schmeckt aber überraschend gut.

Montag:

Cliff macht mal wieder einen Ausflug zum nahegelegenen Teestand und inspiziert die Frühstücksoptionen, von einer Verkostung sieht er ab.

Verschiedene Gewürze für den Spicy Flavor
Rice in the making
Es wird wohl mit einem großen Andrang gerechnet

Die tierische Begleitung darf nicht fehlen

Die erste Schlangensichtung: asiatische Wassernatter (Ruhe in Frieden)

Abends kommt unser Bänker nochmal vorbei und bringt auch Cliff‘s Karten. Er scheint sich sichtlich wohl zu fühlen und mag gar nicht mehr gehen.

Dienstag:

Morgens kommen wir an die Arbeit und im Eingangsbereich fließt vom oberen Stockwerk das Wasser den Wänden herunter, auf den Treppenstufen stehen Eimer, um das Wasser abzufangen und der Putztrupp ist nervös damit beschäftigt, das Wasser von den Fliesenböden der Cafeteria aufzunehmen, aus den Teppichen des Flurs zu saugen und die mit Wasser vollgesogenen Aktenkartons aus dem Archiv zu retten. Als Isi ihre Kollegen fragt, was dort passiert sei, erzählen diese ihr, dass der Reinigungstrupp einfach nur ordentlich den Boden geputzt hätte. Als Isi dies anzweifelt, wird ihr mehrfach erklärt, dass es wirklich nur eine gründliche Reinigung sei und dass man das hier so mache. Genau.

Die Tiefenreinigung (auch 3 Tage später steht das Wasser noch in den Wänden)

Weil es gestern so schön war, heute gleich wieder ein neuer Teestand für Cliff.

So wird der Tee zubereitet

Am Abend wird gegärtnert!

Basilikum, Coriander, Amaranth und Tomaten

Mittwoch:

Wir passen uns der indischen Bauweise an und pfuschen uns ein TV-Regal zusammen.

Heute ist Cliff besonders glücklich, er hat endlich seinen 3D-Drucker! Es wird nicht lange gefackelt und die ersten Druckgänge werden direkt gestartet.

Das Ergebnis:

Ostern kann kommen!

Donnerstag:

Heute gibt es nach der Arbeit Pizza!

Die Pizzakunst wird hier sehr ernst genommen und es gibt sogar einen Welcome-Guide mit den wichtigsten Regeln.

Wir geraten mit dem Eigentümer in ein Gespräch und er berichtet uns, dass es in Italien zwei Jahreszeiten gibt: 1. Kalt und 2. Regen. Wir hören ihm staunend zu.

Die Pizza ist sehr gut und schmeckt fast wie in Italien! Cliff schmeckt sie so gut, dass er direkt noch eine zweite Pizza hinterher bestellt. Die Preise der Pizza kommen denen in Italien allerdings ebenfalls sehr nahe, aber sie ist definitiv jeden Rupee wert.

Zuhause angekommen freuen wir uns über die Lieferung eines Kärcher Hochdruckreinigers und eines Kärcher Bodenwischers. Cliff macht sich direkt an den Produkttest und blickt hoffnungsvoll in eine staubfreiere Zukunft.

Freitag:

Heute gibt es Osterschokolade für unsere Arbeitskollegen.

Vor dem Vergnügen gibt es noch etwas frei gestaltete Bibel-Kunde durch Isi
2 kg Schokolade waren innerhalb von 3 Minuten verschwunden

Nach der Arbeit macht sich Cliff mit ein paar Kollegen auf den Weg, um beim Metzger des Vertrauens Hähnchen zu kaufen.

Unsere Pflanz-Experimente zeigen bereits nach 2 Tagen gute Ergebnisse!

Der Amaranth hat es besonders eilig

Am Abend gibt es geschmuggelten Gin Tonic aus Goa. Dabei stellen wir fest, dass selbst die Eiswürfel in Indien Nährwertangaben haben.

Genuss ohne Reue 😌

Von seiner Shoppingtour hat Cliff heute auch eine Shisha mitgebracht, die direkt getestet wird.

Auch die Affen lassen den Start ins Wochenende gemütlich angehen.

Samstag:

Fruits of the day!

Die Freude mit unserem Kärcher Bodenwischer währte nur kurz, nach dem zweiten Wischgang haben wir es bereits mit einem irreparablen Getriebeschaden zu tun.

Unser Sportzimmer ist seit letzter Woche in reger Nutzung, die angefutterten Pfunde der ersten 3 Monate müssen jetzt schnellstmöglich wieder abtrainiert werden.

Nachmittags gehen wir ein paar Dinge für die Wohnung kaufen und abends kommen Kollegen zum Essen zu Besuch.

Die Männer haben die Küche fest im Griff
Der Schnitzelmaster

Und so geht es frisch gestärkt auf in die nächste Woche!

Woche 10

Sonntag:

Nachdem gestern nach dem Stromausfall Stück für Stück die Lichter in den umliegenden Wohnungen wieder angingen, kam Cliff auf die glorreiche Idee, unseren FI zu überprüfen, was prompt zum Erfolg führte. 🙂

Heute geht die Putzaktion weiter, auf dem Plan stehen Balkon und Bäder. Beim Balkonputzen erspähen wir das Obst-TukTuk auf unserem Hof, Cliff begibt sich auf Shopping-Tour, Isi schaut vom Balkon aus zu.

Das Obst ist hervorragend und so gibt es anschließend ein sehr schmackhaftes Frühstück.

Vormittags kommen Kollegen vorbei und bringen selbstgeernteten Toddy, einen Palmsaft, der über den Tag so schnell vergärt, dass er bereits nach wenigen Stunden der Ernte einen bierähnlichen Alkoholgehalt hat. Nach ein paar wenigen Schlücken beschließen wir, dass der Palmwein nichts für uns ist und schütten ihn, nachdem unser Besuch weg ist, heimlich in den Abfluss. 🤫

Bei Verabschiedung der Kollegen trifft Cliff auf unseren Property Manager, der ihm erstmal alle Annehmlichkeiten unseres Wohnkomplexes zeigt, von denen wir – mit Ausnahme des Pools – bisher gar nicht wussten, dass es sie gibt.

Ein Badminton-Feld (Boden muss erneuert werden 🙈)
Ein Fitnesstudio
Tischtennis und Billard
Ein Kino zum Mieten für private Kino-Abende

Am Nachmittag wird Cliff von einem weiteren Kollegen abgeholt und sie gehen gemeinsam zu einem Metzger, um Hähnchen und Lamm zu kaufen. Der Laden ist nichts für schwache Nerven, hier kann man sich das Huhn der Wahl lebend aussuchen, dann wird kurzer Prozess gemacht und man kann das Huhn frisch entfedert und filetiert mit nach Hause nehmen.

Der Metzger von außen, die Indoor-Fotos lassen wir lieber aus

Abends findet eine private Geburtstagsparty inklusive Konzert in unserem Innenhof statt.

Montag:

Morgens gibt es Verwirrung, weil wir mal wieder einen neuen Fahrer haben, der aber nirgends zu finden ist. 20 Minuten verspätet können wir dann aber Richtung Arbeit aufbrechen.

In der Mittagspause machen wir einen kleinen Spaziergang über das Werksgelände, dort findet Isi das Fahrrad wieder, das sie bereits vor 3 Jahren bei ihrem Besuch fotografiert hat, inzwischen fehlt neben den Pedalen auch die Polsterung des Sattels. Gut, dass die Räder Vollgummi sind, so kann man wenigstens nicht über platte Reifen klagen.

Seit heute hat immerhin Isi ein Bankkonto, nun fehlen nur noch die Zahlungen von Hilti, die gerade noch in der Autorisierung irgendeines Vorgesetzten hängen. Gut, dass wir es nicht eilig haben.

Heute hat Cliff einen schlechten Tag und auf dem Heimweg wird der IOTD (Idiot of the Day) gekürt, der während der Autofahrt bis ins kleinste Detail auseinandergenommen wird. Die Autofahrt reichte zum vollständigen Entladen nicht aus, sodass das Geschimpfe auch zu Hause weitergeht. Erst das energische Kleinhacken diverser Gemüse- und Käsesorten scheint Linderung zu bringen und so schließen wir den Abend mit einem schnellen Abendessen und hoffen, dass der neue Tag erfreulicher verläuft.

Dienstag:

Der heutige Morgen startet etwas früher als sonst (um 5 Uhr waren wir ausgeschlafen 🤓) und es bleibt bis zur Abholung durch unseren Fahrer ausreichend Zeit, um einmal bewusst unsere Umgebung wahrzunehmen. Zum Sonnenaufgang zwitschern so viele verschiedene Vögel, dass unsere Neugierde geweckt ist und Isi ihre Vogelstimmen-App befragt, um welche Vögel es sich handelt.

Die Vielzahl ist erstaunlich und es klingt tatsächlich so, als wäre man mitten im Urwald.

Heute haben wir uns mal wieder recht kurzfristig dazu entschlossen, über das kommende Wochenende zu verreisen, diesmal ist das Reiseziel Goa. Die Flüge sind gebucht, Donnerstagmittag geht es los!

Eine weitere frohe Botschaft auf dem Heimweg, Konto inkl. Geld ist ab sofort verfügbar!

Am Abend kredenzt Cliff uns Hähnchenschnitzel Wiener Art, das jeden Wiener neidisch werden lässt (muss ja niemand wissen, dass es kein Kalb ist 🤫).

Parallel dazu bereitet Isi einen Lammbraten zu, der bereits seit 2 Tagen in Quark badete und den es morgen zum Essen geben sollte. Das Ergebnis:

Also morgen kein Lamm…

Mittwoch:

Kurz vor Ankunft in der Firma stellt Isi fest, dass sie ihren Laptop zu Hause vergessen hat. Nochmal heimzufahren kostet zu viel Zeit (mind. 1,5 h) und passt nicht in den Ablauf, also versucht sie den Tag ohne Laptop zu überleben, was aufgrund der vielen Termine tatsächlich auch problemlos gelingt.

Cliff macht heute 2 h früher Schluss um sich beim Friseur für unseren Kurzurlaub aufhübschen zu lassen. Als Isi abends nach Hause fährt, entdeckt sie mitten auf der Straße einen nackten Inder, der ganz selbstverständlich und selbstbewusst auf der Straße spazieren geht. Sie wundert sich sehr darüber, da Nacktheit in Indien illegal ist, es in diesem Fall aber niemanden zu interessieren scheint.

Abends werden die Koffer für Goa gepackt und die Vorfreude steigt!

Donnerstag:

Breakfast Romance.

Den Vormittag verbringen wir mit Arbeiten, Isi führt Bewerbungsgespräche und Cliff freut sich, dass er endlich einen Monitor hat, auf dem er vernünftig mit seinen CAD Programmen arbeiten kann, was in der Firma leider nicht der Fall ist – traurig aber wahr.

12 Uhr geht es los Richtung Flughafen.

Safety first

Nach 1,5 h Flugzeit kommen wir in Goa an. Von dort aus geht es noch 2 h weiter mit dem Auto bis zu unserer Unterkunft. Wir haben ein Shuttle über das Hotel bestellt, welches uns bestätigt, dass der Fahrer am Ausgang auf uns warten wird. Vom Fahrer keine Spur, nach 30 Minuten kommt er endlich an, wir sind beide recht sauer und Cliff lässt es den Fahrer deutlich spüren, er verbietet im sogar das Telefonieren und Chatten während der Fahrt, was in der indischen DNA tief verankert und eigentlich nicht wegzudenken ist. Während der Fahrt beruhigen sich die Gemüter wieder, Cliff und der Fahrer freunden sich an und zum Abschied gibt es sogar eine Umarmung.🙂

Ein paar Eindrücke von der Fahrt.

Reisfelder soweit das Auge reicht
Zwischenstop für Snacks & Drinks
Das erste Bier seit unserem Heimatbesuch 😋

Beste musikalische Unterhaltung während der Fahrt.

Fast am Ziel

Wir kommen pünktlich zum Sonnenuntergang im Hotel an, der Blick ist traumhaft und der Strand wunderschön.

Wir sind nicht die einzigen Gäste

Danach machen wir uns frisch und gehen zum Abendessen.

Badewanne mit Ausblick
Die Auswahl für den Hauptgang
Fiiis of the Day: Red Snapper
Candle-Light-Romance in einer Zwiebelschale

Freitag:

Der Tag startet entspannt mit einem guten Frühstück. Danach geht es an den Strand.

Unsere Strand-Bekanntschaft
Hier brüten die Schildkröten von Morgen

Zwischendrin wird gesnacked was das Zeug hält

Snack 1
Snack 2
Snack 3
Behind the Snack-Scenes

Viel zu schnell neigt sich der Tag dem Ende entgegen.

Nach dem Abendessen gibt es noch einen kurzen Verdauungsspaziergang durch den Ort (um Aloe Vera für unsere Sonnenbrände zu kaufen, die Sonnencreme mit LSF 100 sollte man für optimalen Sonnenschutz halt auch verwenden…🙈).

Die Kirche von Agonda

Samstag:

Beste Aussichten zum späten Frühstück

Mittags geht es per Taxi zurück zum Flughafen. 2 Tage waren kurz, haben aber für die perfekte Erholung gesorgt.

Bye Goa, wir kommen definitiv wieder

Um 17 Uhr landen wir wieder in Vadodara. Nach einem kurzen Zwischensnack brechen wir auf, um uns einen Fernseher zu kaufen und ein Sofa auszuwählen. Der Fernseher wird morgen gegen Mittag geliefert, für das Sofa nehmen wir uns Stoffproben aus dem Laden mit, da wir uns mit der Farbe unschlüssig sind.

Die Liegeprobe ist schonmal bestanden, die Farbe noch ausbaufähig

Wieder zu Hause angekommen, bestellen wir uns aus dem Bett heraus unsere Wochenendeinkäufe, die 15 Minuten später geliefert werden. Wir lassen den Abend mit heimlich aus Goa geschmuggeltem Wein (Gujarat ist ja ein Dry State, in den man keinen Alkohol einführen darf 😇) und einem kleinen Snack ausklingen und freuen uns schon auf die neue Woche, die vor uns liegt, da wir nun endlich unsere Wohnung vollständig einrichten können.