Woche 6

Sonntag:

Wir bleiben auch zum Frühstück in der italienischen Küche und starten den Tag mit leckerem geröstetem Burrata-Brot und Wassermelonen-Feta-Salat. Nur die vermeintliche Balsamico-Creme erinnert eher an BBQ-Sauce, aber das lassen wir durchgehen. 🙂

Danach gehen wir mal wieder Haushaltsbedarf shoppen, um unsere Wohnung aufzumöbeln, unter anderem „Der Gerät“: Der Gerät schläft nie, ist immer vor dem Chef da, macht nie Pause und beschwert sich nicht:

Der Gerät, in einem indischen Supermarkt gekauft

Der Sanitär kommt wieder, es gelingt ihm, eine der Toiletten zu reparieren, bleiben nur noch 3 undichte Toiletten…

Dann geht es an die Grundreinigung der Wohnung, das „proper Cleaning“ à la India entspricht nicht ganz unseren Ansprüchen.

Abends geht es noch auf den Markt

Kartoffeln mit „Eau de Pied“
Unsere Beute, unter 5 €

Wir bleiben unserer Linie treu und beenden den Sonntag italienisch mit selbstgekochter Pasta

22:15 klingelt es überraschend an der Tür, es ist der Makler, der offensichtlich vom Vermieter aufgescheucht wurde, nachdem wir uns über die Zustände in der Wohnung beschwert haben (undichte Toiletten, inkl. Wasserschaden beim Untermieter, kein Warmwasser in der Küche, Schmutz,…)

Er nimmt die Mängel auf und bestätigt uns, dass am Dienstag nochmal eine Reinigungsfirma kommen wird und dass die übrigen Mängel im Lauf der Woche beseitigt werden.

Montag:

Nachdem wir die ersten Wochen mit unserem eigenen Taxi täglich an die Arbeit gefahren sind, haben wir seit heute eine Fahrgemeinschaft mit den anderen 3 Expats.

Für abends 19 Uhr hat sich der Sanitär angemeldet, natürlich erscheint er nicht. Er schickt uns aber um 22 Uhr eine Nachricht, die uns wohl sagen soll, dass er erst am Wochenende kommt.

„Setrde to Sande“ bedeutet wohl Samstag oder Sonntag, schauen wir mal wann er tatsächlich kommt 🙂

Tägliche Hindi Stunden gehören seit Ankunft zu Isi’s Routine, das Devanagari Alphabet stellt sie vor Herausforderungen, Stand heute beherrscht sie 26 Buchstaben, im Hotel wurde fleißig Hindi mit dem Personal geübt, jeder neu gelernte Satz stieß auf äußerstes Entzücken aller Anwesenden, ab jetzt muss sie neue Opfer finden.

Ein Gefühl wie damals in der 1. Klasse

Dienstag:

Der Tag startet mit blauem Himmel und hübschen Schäfchenwolken

Um 7 Uhr morgens warten wir gespannt auf die Putzkolonne, die uns am Sonntag vom Makler versprochen wurde, natürlich kommt aber niemand.

Verbotsschilder werden hier eher als Empfehlung wahrgenommen.

Heute hilft Cliff in der Prototypen-Werkstatt, unsere Anlagen auf Vordermann zu bringen. Wie immer ist er mittendrin statt nur dabei und mit vollem Elan am Werk.

Cliff in unserer Kaltpresse
Das Herzstück unserer Arbeit 💎

Nach Feierabend bestellen wir zum ersten Mal per Lieferdienst unsere Lebensmittel. Nach nur 15 Minuten wird geliefert und wir sind von der Qualität sehr positiv überrascht. Cliff steht noch Modell für das obligatorische Selfie mit dem Lieferfahrer, dann kann es losgehen mit Kochen.

Seit Tagen bekommt Cliff von verschiedensten Nummern Anrufe, die Personen bieten ihm Maschinen-Demos bei uns zu Hause für die neu gekauften Geräte an. Wir lehnen dankend ab, da wir zum Glück wissen, wie man einen Kühlschrank oder eine Waschmaschine bedient.

Da es in Indien an der Tagesordnung ist, zahlreiche Spam-Anrufe zu erhalten, gibt es Apps, die einem verraten, ob die anrufende Nummer vertrauenswürdig ist oder nicht. Cliff überprüft einen der zahlreichen Anrufer, der ihm Produkt-Demos für unsere Bosch-Waschmaschine anbietet, er scheint tatsächlich das zu sein, was er verspricht. Wir amüsieren uns über die offizielle Bezeichnung, da es in Indien keinen „sch“-Laut gibt. 🙂

Mittwoch:

Die Straße vor unserem Werk ist eine beliebte Pilgerstrasse für Kühe, Autos und Kühe haben bekanntermaßen auf Indiens Straßen eine friedliche Koexistenz. Cliff korrigiert: Es sind Büffel. 😉

Die Kontraste Indiens in einem Bild vereint: Arbeiter, die mit ihren abgenutzten Arbeitsgeräten (Diamantbohrkronen, leider nicht von Hilti) auf fragwürdige Weise auf dem Heimweg sind, vor einem Plakat, das Werbung für ein luxuriöses Golf-SPA macht.

Zum Abendessen gibt es heute indisch inspirierte Bratkartoffeln.

Donnerstag:

Neuer Tag, neuer Tee-Spot für Cliff. 🙂

Unser Kollege Ravi passt gut auf Cliff auf, damit er nicht „unter die Hufe“ kommt 😉
Sicher am Ziel angekommen
Der perfekte Ort für eine gemütliche Auszeit von der Arbeit

Heute früh auf dem Weg an die Arbeit kam Isi auf die spontane Idee, am Wochenende wegzufahren. Sie erinnert sich an die Flitterwochen, wo ihr ein Inder von einem kleinen Bundesstaat Namens Daman und Diu berichtet hat, eine ehemalige portugiesische Kolonie in Indien, die direkt an unseren Bundesstaat Gujarat angrenzt und am Meer gelegen ist. Der Vorschlag stößt bei Cliff auf offene Ohren und so wird nicht lange gefackelt, ein Hotel ausgewählt und ein Taxi organisiert, das uns morgen um 14:30 Uhr abholt. Das Taxi inkl. Fahrer, Benzin, Maut sowie Kost & Logis für den Fahrer kostet uns von Freitag – Sonntag für eine Strecke von 500 km gerade mal 125 €. Dass es in Daman Alkohol gibt und es für seine Partyszene bekannt ist, ist natürlich reiner Zufall und hatte nichts mit unserer Entscheidung für dieses Reiseziel zu tun.

Abends halb 9 ziehen wir los, um noch ein paar Dinge für die Wohnung einzukaufen und Abendessen zu gehen. Cliff war schon beim Einkaufen hangry und bestellt im Restaurant fröhlich drauf los. Nachdem Isi‘s Essen schnell serviert wird, beschleicht sie bereits nach kurzer Zeit der Verdacht, dass Cliff‘s Essen heute nicht mehr zubereitet wird, da die Köche bereits laut klappernd die Töpfe und das Kochbesteck putzen. Cliff ist weiterhin optimistisch und tut Isi’s Verdacht mit einem Handwisch ab. Nachdem weitere 5 Minuten später die Küchensicherung ausgeschaltet wird, herrscht nun bei allen Anwesenden die Gewissheit, dass heute kein Essen mehr für Cliff auf den Tisch kommt. Kurz vor dem aus der Haut fahren, erklärt Cliff der Bedienung nochmals seine Bestellung, die Küchensicherung wird schnell wieder eingeschaltet und er hat 10 Minuten später ein sehr feines Essen auf dem Tisch, für das sich das Warten gelohnt hat. Cliff ist besänftigt und wir machen uns auf den Heimweg.

Freitag:

Wir starten den Tag voller Vorfreude auf unsere anstehende Reise. Isi arbeitet heute zum ersten Mal seit Ankunft im Homeoffice und Cliff versucht nochmal auf eigene Faust sein Glück bei der Aadhaar-Behörde.

Der Ausflug zur Behörde war erwartungsgemäß enttäuschend, aber immerhin kennt Cliff nun endlich die Öffnungszeiten und will sein Glück gleich am Montag nochmal probieren.

Ein Mitarbeiter verrät Cliff die hoch-geheimen Öffnungszeiten, nachdem er vom Sicherheitspersonal rausgeschmissen wurde
Ein wütender USA-Inder (der Herr in grün) verlässt die Behörde, um seine Waffe zu holen, nachdem auch er erfolglos war (zumindest erzählt er das Cliff so… 😂)

Gegen Mittag klingelt es an der Tür und zu unserer großen Freude und Überraschung wird unser Bett geliefert! Cliff macht sich direkt ans Werk und baut es auf. Wir sind sehr zufrieden mit unserer Auswahl.

Das Styropor dient nur dem Schutz des Bodens, sobald Cliff sich einen 3D Drucker gekauft hat, will er passende Füsschen für das Bett drucken

Pünktlich um 14:30 steht unser Fahrer bereit für unseren kleinen Roadtrip. Der Highway ist überraschend gut ausgebaut und es herrscht sehr wenig Verkehr. Wir freuen uns über die idyllische Ruhe, weil wir das notorische Gehupe aus dem dichten Stadtverkehr für einen Moment hinter uns gelassen haben.

An dieser Stelle eine lustige Side-Story: unser ungarischer Kollege macht mit den Taxifahrern immer ein Spiel. Er sagt ihnen, wenn sie die ganze Fahrt über nicht hupen, bekommen sie 500 Rupees von ihm. Bisher hat es keiner geschafft… 😂

Isi macht während der Fahrt Work & Travel, das Meeting ist aber sehr ermüdend, wie unschwer zu erkennen ist.

Unterwegs ziehen schöne Landschaften an uns vorbei:

Tankstopp, wir müssen aus Sicherheitsgründen aus dem Auto aussteigen, da mit Gas getankt wird. Isi setzt ihre Arbeit unbeirrt fort.

Vor Ort angekommen, wollen wir uns direkt ins Nachtleben stürzen und freuen uns auf unseren ersten kühlen Drink.

Ankunft pünktlich zum Sonnenuntergang

Zielsicher haben wir eines der alkoholfreien Restaurants ausgesucht. Da das Essen jedoch sehr gut aussieht, bleiben wir und verschieben unseren Drink auf später. Der Verzicht hat sich gelohnt. Es gab frittierte Lotus-Stiele (unglaublich gut!), Gemüsebällchen und eine sehr schmackhafte Pizza mit Büffelmozzarella.

Das Restaurant befindet sich im Innenhof einer ehemaligen portugiesischen Festung
Frittierte Lotus-Stiele, neuer Liebling!

Anschließend wollen wir noch eine Bar besuchen, stellen aber fest, dass die Bars nicht ganz unseren Vorstellungen einer Bar entsprechen. Es handelt sich um Blechverschläge, die nicht gerade zu einem gemütlichen Drink einladen. Wir beschließen also unsere Drinks to Go zu nehmen und machen uns auf den Heimweg.

Rosé, wie wir alle wissen, DAS Lieblingsgetränk aller Männer, deshalb auch BROsé

Samstag:

Wir starten den Tag gemütlich mit einem Frühstück im Hotel, anschließend beginnen wir unser Day-Drinking-Programm und ziehen los, um die Stadt zu erkunden.

Unterwegs werden wir von diesen 2 Cuties abgepasst, es fällt uns schwer, sie nicht einfach direkt einzupacken und mit nach Hause zu nehmen.

Liebe auf den ersten Blick, da Liebe bekanntlich blind macht, wird die Gefahr vor Flöhen oder sonstigem Ungeziefer gekonnt ignoriert

Zwischenverpflegung darf nicht fehlen

Gegrillter Paneer (Käse)
Zwiebelringe in Kichererbsenteig
Bier (von Isi nach Design ausgewählt)

Spucken verboten, das Verbotsschild steht zurecht, Kautabak ist hier weit verbreitet und dieser wird von den indischen Männern, ohne Rücksicht auf das Umfeld, ungeniert ausgespuckt. Pfui!

Dann geht es zum Sonnenuntergang an den Strand

Für schöne Bilder muss man Opfer bringen

Das Ergebnis kann sich sehen lassen

Ausgelassene Stimmung zum Sonnenuntergang

Eine Studentengruppe aus Maharashtra, die uns dazu einlädt, mit ihnen im Wasser zu plantschen und eine Schlammschlacht zu machen – wir lehnen dankend ab, beobachten aber gerne, wie viel Freude sie dabei haben 🙂

Die unschönen Seiten, sehr viel Müll wird angeschwemmt, interessanterweise kaum Plastikmüll, sondern vor allem Stoffe

Mit vielen neuen Eindrücken, gut gesättigt und leicht angeschwipst, geht es nach Hause, nachts übernehmen wie immer die Kühe die Hoheit auf den Straßen.

Frisch geschlüpfte Baby-Kuh
Mama passt gut auf, niemand darf zu nah kommen

Das war Woche 6, voll von Erlebnissen und unzähligen neuen Eindrücken. In Woche 7 erwartet uns am Mittwoch ein wichtiger Feiertag der Hindus (Holi), eine Geschäftsreise von Isi nach Chennai und am Samstag geht es zum ersten Mal nach Hause für Cliff‘s vierteljährliche Kontrolle. Schauen wir mal, ob Isi ihre Reisen antreten kann, denn aktuell befindet sich ihr Reisepass noch in Mumbai, um unsere Luftfracht durch den Zoll zu bekommen. Könnte wieder eine aufregende Woche werden. 🙂

Woche 5

Sonntag:

Wir brechen nachmittags in den Supermarkt auf, um ein paar grundlegende Utensilien für die Wohnung zu kaufen. Vor dem Betreten des Supermarkts werden die mitgebrachten Taschen versiegelt, erst nach dem Bezahlen an der Kasse werden sie wieder geöffnet. Im Supermarkt herrscht reges Treiben und wir merken mal wieder, dass die Inder ein anderes Gefühl für höfliche Distanz haben als wir Europäer. Mehl wird in offenen Behältern verkauft, jeder fingert darin rum und keinen scheint es zu Jucken, außer uns… 😂

Heute ist für 17 Uhr die Wohnungsübergabe geplant, als wir 17:30 Uhr ankommen, sieht noch nix nach übergabebereiter Wohnung aus… Aber 6 freundliche junge Männer geben ihr Bestes, um die Putzarbeiten schnellstmöglich zu Ende zu bringen.

Wir genießen dennoch den ersten Sonnenuntergang in unserer Wohnung und warten auf unsere Waschmaschinen- und Kühlschranklieferung, die uns für 17 Uhr zugesagt wurde. 18:35 Uhr warten wir immer noch…

Geduld und Gelassenheit… In Indien müssen wir diese Kompetenzen auf das nächste Level bringen.

Die gespannten Netze vor Balkonen und Fenstern dienen dem Schutz vor Tauben, nicht sehr hübsch, aber leider unvermeidbar, da Tauben hier eine regelrechte Plage sind und sie frei zugängliche Balkone sonst sehr schnell für sich beanspruchen und ihre Hinterlassenschaften überall verteilen.

18:50 ist es endlich so weit! Waschmaschine, Trockner und Kühlschrank kommen an, die Freude währt nur kurz, Waschmaschine und Trockner passen nicht durch die Türen zur Waschküche und das Kabel vom Kühlschrank ist nicht lang genug für die Steckdose, die sich ganz oben an der Wand befindet. Mit Millimeterarbeit und etwas Angstschweiß passen die Waschgeräte am Ende doch, für den Kühlschrank muss eine Verlängerung gebaut werden, darum will sich unser Makler morgen kümmern.

An Personal zur Problemlösung mangelt es schonmal nicht 😂

Auf dem Heimweg entdecken wir, dass wir direkt neben unserer Wohnung einen kleinen hübschen Tempel haben, in dem gerade gebetet wird.

Montag:

Ein ganz normaler Tag ohne besondere Vorkommnisse, was den Tag wiederum doch besonders macht, weil es der erste dieser Art ist.

Isi hat auf dem Heimweg mal wieder einen schönen Juwelier entdeckt, abends recherchiert sie auf dessen Homepage und entdeckt die Live-Anprobe-Funktion, die auch Cliff begeistert. 😉

Dienstag:

Heute bringen wir unsere Matratze nach der Arbeit in unsere Wohnung. Am Morgen wollen wir sie in unser Taxi bugsieren, was sich aber zu einem unterhaltsamen und unmöglichen Unterfangen entwickelt. Nach 5 Minuten Zusehen, übernehmen Cliff und Isi, packen die Matratze aus dem Karton und legen sie in den Kofferraum, der zuvor für zu klein befunden wurde (wir sind jetzt noch der Meinung, dass die Matratze auch mit Karton in den Kofferraum gepasst hätte, aber okay…)

Während Isi die Matratze abends ausgiebig auf Herz und Nieren testet…

Unser erstes Möbelstück in der Wohnung ❤️

… schlägt Cliff sich mit den selbsternannten Internet-und Sanitär-Experten rum, was ihn an den Rande eines Nervenzusammenbruchs treibt, Isi kann es aufgrund der Geräuschkulisse selbst im Schlafzimmer live mitverfolgen.

Was nicht passt, wird versucht passend zu machen… Leider ohne Erfolg, wie die Wasserfontäne in der Waschküche kurze Zeit später attestierte.

Cliff schickt den Sanitär nach Hause und will sich morgen selber um das Problem kümmern. Das Internet funktioniert dafür tadellos. 🙂

Mittwoch:

Freude an den kleinen Dingen, die ersten Wolken, die wir seit unserer Ankunft in Indien bewusst wahrgenommen haben, sonst ist es wolkenlos oder smoggy, was die Inder aber lieber als „foggy“ bezeichnen.

Cliff wird abends im Aufzug des Hotels von einem jungen Inder angesprochen: „You look like you are coming from a cold place“ 😂

Letzter Abend im Hotel, wir bekommen Abschiedsgeschenke und einen Kuchen. Wir haben die Zeit im Hotel sehr genossen, vor allem wegen der Gastfreundschaft der Angestellten. Ab jetzt sind wir auf uns alleine gestellt, ob wir uns überhaupt noch selbst um uns kümmern können nach 5 Wochen Rundum-Service?

Wir freuen uns aber auf das neue Kapitel in unserer eigenen Wohnung und packen spät abends mit großer Vorfreude unsere Koffer.

Donnerstag:

Heute geht es mal wieder zu einer Behörde, um unsere Aadhaar Karte zu beantragen, diese Karte dient dem Identätsnachweis, mit ihr bekommt man mehr Rechte und wir benötigen sie auch, um später an die in Indien eingezahlten Sozialleistungen zu kommen, wenn wir das Land wieder verlassen. 9 Uhr sind wir an der Hilti-Rezeption verabredet, 9:30 Uhr trudelt unser Begleiter aus der Personalabteilung langsam ein und es kann losgehen.

Die Behörde von außen
Anstehen mit den anderen Hilti Expats Nathan (IT), Chris (DE) und Erik (HU)
Pro Tag werden nur 50 Lizenzen vergeben, wir gehören zu den Glücklichen

Nachdem wir 3 Stunden in der Behörde verbracht haben, müssen wir leider wieder unverrichteter Dinge von dannen ziehen, da „technical issues“ uns einen Strich durch die Rechnung machen. Demotiviert machen wir uns auf den Weg zurück an die Arbeit.

Nathan hat es als einziger sogar bis zu den Passfotos geschafft, bevor die technischen Probleme unser Vorhaben torpedierten…

Abends offizieller Einzug in unser neues Heim, aus Hotelzimmer 302 geht es in Appartement 302.

4 Koffer und eine Matratze sind derzeit unser einziges Hab und Gut

Die einzige verfügbare Kalorienquelle in unserer Wohnung ist das Bier, das wir am Vorabend schonmal vorsorglich in unseren Kühlschrank gestellt haben. Nach zwei Bier sind wir satt, leichtsinnig und unsere sorgfältig geschmiedeten Pläne für den Einzugstag erscheinen plötzlich nicht mehr so wichtig und wir genießen einfach den ersten Abend auf unserem Balkon.

Freitag:

Die erste Nacht in der Wohnung war schön und wir haben gut auf der neuen Matratze geschlafen. Nachdem es aber gestern Abend leider nicht bei den zwei Bier geblieben ist, gucken wir heute beide etwas verknittert aus der Wäsche und freuen uns nicht sonderlich auf den langen Tag, der vor uns liegt.

Seit unserer Ankunft stellen wir zu gewissen Tageszeiten große Völkerwanderungen der Hilti-Mitarbeiter zu einem ominösen Ort außerhalb des Werksgeländes fest. Heute schließt sich Cliff an, um mehr über das Ziel zu erfahren. Wie sich herausstellt, gibt es in der Nähe des Werks einen kleinen Kiosk, der Tee und einzelne Zigaretten verkauft, der sich als sehr beliebter Pilgerspot und Zeitvertreib zahlreicher Hilti-Mitarbeiter herausstellt. Natürlich wird auch immer ordnungsgemäß ausgestempelt vor Verlassen des Geländes, damit die Teepause nicht unter Arbeitszeit fällt… 😉

Heute fällt nach 5 Wochen der erste, kurze, aber sehr intensive Regen.

Abends bekommen wir überraschenderweise bereits unseren Esstisch geliefert, der eigentlich erst am 26.02. kommen sollte.

Die Farbe war auf der Homepage viel heller dargestellt, aber solche Überraschungen lassen uns inzwischen nur noch müde lächeln und wir freuen uns einfach, dass wir endlich wieder einen Esstisch haben.

Unser neues Heim bei Nacht von außen, ganz schön groß, hier haben knapp 120 Parteien Platz, es fühlt sich aber gar nicht so groß an, da sich die Wohneinheiten auf 3 Eingänge verteilen und es pro Etage immer nur 2 Wohnungen gibt.

Samstag:

Heute früh klingelt es an unserer Tür, es ist der Nachbar von unten, der sich über austretendes Wasser an seiner Decke beklagt, das offensichtlich von uns kommen muss. Es wird ein Sanitär bestellt, dieser muss leider unverrichteter Dinge wieder von dannen ziehen, weil er nicht das richtige Werkzeug dabei hat und will morgen wiederkommen.

Unsere Esszimmerstühle werden erfreulicherweise auch 1 Woche zu früh geliefert, passen mit ihren Armlehnen aber leider nicht unter den Tisch. 🙈 Naja…

Dafür ist das Chaos bereits nach weniger als 24 Stunden auf dem Tisch eingezogen. Ist aber zu unserer Verteidigung gerade auch die einzige Ablagefläche.

Am Nachmittag ziehen wir los und gehen verschiedene Accessoires und Haushaltsbedarf kaufen. Wir werden permanent von 3-4 Angestellten verfolgt, die versuchen, unsere Bedürfnisse bestmöglich zu erkennen und uns bei der Auswahl zu helfen. Die viele Aufmerksamkeit ist aber eher kontraproduktiv und stresst uns mehr als dass sie hilft. Nach 2 h haben wir soweit alles zusammen und verlassen mit vielen hübschen und nützlichen Dingen den Laden. Zuhause angekommen stellen wir fest, dass sie uns trotz 8-Augen-Prinzip den falschen Badläufer eingepackt haben, also nochmal zurück zum Laden und Umtausch einleiten…

Zwischendrin noch ein kleines Verkaufsgespräch mit einem Autohändler, sobald wir unsere Aadhaar-Karte haben, wollen wir uns nämlich ein Auto kaufen, wir gehen schonmal die Optionen ausloten.

Der indische Beat gehört zur Grundausstattung dazu 😉

Abends gehen wir italienisch Essen, eine willkommene Abwechslung zum hauptsächlich indischen Essen, das wir zwar auch sehr mögen, aber hin und wieder sehnen sich unsere Geschmacksknospen nach einem etwas anderen Geschmack.

Sieht nicht sooo lecker aus, hat dafür aber geschmacklich voll überzeugt. Nur an al dente müssen sie noch arbeiten.

Tschüss Woche 5, es war uns eine Freude mit dir, wir sind schon gespannt, was uns nächste Woche erwartet. 🙂

Woche 4

Sonntag:

Ausflug zum Wadhvana Bird Sanctuary vor den Toren Vadodara‘s. Wir genießen die Ruhe, die Natur und den blauen Himmel.

Perfekte Tarnung
Die komischsten Vögel im Bird Sanctuary
Reisfelder

Wenn sich die Müllproblematik mal wieder in „Luft“ auflöst…

Nach all den Erlebnissen erstmal ’nen Tee

… und ein paar Punjabi Beats auf dem Heimweg

Montag:

Isi’s neues Lieblings-Hobby in Indien: Hunde stalken, vielleicht ist der reinrassige Straßendackel ja doch eines Tages dabei…

Die indische Arbeitsklamotte beginnt bereits in Woche 4 sich aufzulösen

Dienstag:

Heute geht es nach Ahmedabad zum FRRO (Foreigners Regional Registration Office), um uns in Indien zu registrieren und um unsere Identität physisch nachzuweisen. Ursprünglich hieß es, dass wir uns diese Reise sparen können, da die Registrierung inzwischen Online funktionieren sollte, nachdem sich aber nach 3 Wochen immer noch nichts getan hat, wir ohne die FFRO kein Konto eröffnen können, entsprechend kein Gehalt bekommen und auch keine Miete überweisen können, geht es heute per Auto in das gut 100 km entfernte Ahmedabad.

FRRO
Kleines Bienennest vor einem der Fenster
Besucherparkplatz vor dem FRRO
Wenn der Pfeil in die falsche Richtung zeigt, wird er kurzerhand zurechtgebastelt
Warten auf die Aufenthaltsgenehmigung

Cliff vertreibt sich die Zeit mit Fotografie

Zurück in Vadodara ziehen wir abends nochmal los, um uns Bettwäsche zu kaufen. Anschließend leckeres südindisches Abendessen. Im Tuk Tuk auf dem Heimweg wird es ganz schön eng mit unseren Einkäufen, aber wie wir durch unsere Beobachtungen der letzten Wochen wissen, ist das Fassungsvermögen eines Tuk Tuk‘s damit noch laaaange nicht ausgeschöpft…

Dosa‘s mit 3 verschiedenen Füllungen – nicht nur zum Frühstück ein Hit 🙂
Idli mit Sambhar und Kokos-Chutney
Statt Verdauungsschnaps gibt es hier nach dem Essen einen Mix aus verschiedensten Gewürzen

Mittwoch:

Da sag nochmal einer, Männer seien nicht kommunikativ 😂

Mit Schrecken bekommt Isi am Nachmittag eine Mail von der indischen Botschaft in Bern mit dem Titel „Indian Visa Missing Documents“. Als Isi die Mail öffnet, stellt sie erleichtert fest, dass sie zum Glück nicht Lavanchy Saia Serafina heißt und die Mail fehlgeleitet wurde. Das könnte ein Indiz dafür sein, weshalb sich unser Visa-Prozess vor ein paar Wochen dezent in die Länge gezogen hat…

Donnerstag:

Nach Feierabend und Abendessen ziehen wir um 21 Uhr los, um uns Kühlschrank, Waschmaschine und Trockner zu kaufen. Der Laden ist angenehm leer und Cliff hat die volle Aufmerksamkeit von Manager, Deputy Manager und Assistant Manager für seine harten Preisverhandlungen.

Cliff‘s Rabattvorstellungen treiben den Managern die Tränen in die Augen und sie müssen erst den Obermanager in Mumbai anrufen, um sich den verhandelten Preis absegnen zu lassen. Morgen sollen wir Bescheid bekommen.

Mit etwas Phantasie könnte der doch als reinrassiger Straßendackel durchgehen, oder etwa nicht?

Bei Dunkelheit übernehmen die Kühe das Regime auf der Straße

Stau

Freitag:

Morgens auf dem Weg an die Arbeit sieht man ganz oft schlafende Kinder auf Mopeds, entweder zwischen ihren Eltern eingeklemmt oder zu vorderst auf den Mopeds sitzend, als würde sie der wilde Verkehrstrubel um sie herum nicht im geringsten etwas angehen.

Auf dem Heimweg von der Arbeit erhält Cliff einen Anruf von dem Elektrofachgeschäft, wir bekommen den gewünschten Rabatt und werden morgen vorbeigehen, um das Finanzielle zu regeln und um die Lieferdetails zu vereinbaren.

Ergebnis der Verhandlungen: 1182 CHF für einen sehr großen Electrolux Kühlschrank, eine Bosch Waschmaschine und einen Bosch Trockner.

Die Lieferung unserer Matratze ins Hotel hat glücklicherweise geklappt, jetzt steht dem Umzug am Wochenende nichts mehr im Weg.

Samstag:

Dosa gehört inzwischen zu Isi’s Grundnahrungsmittel

Cliff bleibt morgens eher klassisch bei Toastbrot und Marmelade und beäugt Isi’s Frühstückstreiben misstrauisch aus der Ferne

Heute geht es nochmal eine Runde Möbel shoppen und die Gegend unsicher machen, Isi gönnt sich ein paar neue Hosen, knapp 60 CHF für 5 Stück, die Qualität macht einen ganz guten Eindruck, die Bedenken, keine geeignete Kleidung in Indien zu finden, sind erstmal aus dem Weg geräumt.

Auf dem Werbeplakat eines Juweliers hat Isi vor ein paar Tagen einen sehr schönen Ring gesehen, wir gehen in den Laden, um uns den Ring live und in Farbe anzusehen. Als wir den Mitarbeitern das Bild zeigen, erklären sie uns, dass es diesen Ring bei ihnen gar nicht gibt. 😂Nun gut, wir ziehen also weiter…

Das Objekt der Begierde

Abends gibt es Valentins-Dinner im Hotel

Und so neigt sich unser erster Monat in Indien mit schnellen Schritten dem Ende entgegen…

Woche 3

Sonntag:

Besichtigungsrunde 3 mit anderem Makler, wir haben uns für eine konkrete Wohnung interessiert, er bestätigt, dass wir diese anschauen werden. Als wir am Treffpunkt ankommen, eröffnet er uns, dass der Eigentümer heute keine Zeit hat (was er sicherlich auch zuvor bereits wusste) und der Makler stattdessen 2 andere Wohnungen für uns hat, leider aber in genau den Wohnanlagen, die wir uns bereits am Tag zuvor angesehen hatten…

Dafür wurden wir Zeuge eines eindrücklichen Naturschauspiels: der Pool, der am Tag zuvor frisch gereinigt in schönem Blau erstrahlte, ist nur einen Tag später in ein sattes Grün umgeschlagen… Wir überdenken unsere Meinung nochmals, dass es eine feine Sache wäre, Zugang zu einem Pool zu haben… 🙈

Poolfarbe am Samstag
Poolfarbe am Sonntag

Wir beenden unsere Besichtigungstour frühzeitig.

Stattdessen beschließen wir in einem vegetarischen Sushi-Restaurant Mittagessen zu gehen, das Haus drumherum befindet sich noch im Rohbau, Zweifel kommen auf, ob das Restaurant tatsächlich schon geöffnet sein kann.

Aufzug-Schacht mit Bambus-Gerüst ohne Aufzug
Der Eingang zum Restaurant
Von außen sieht es schon ganz gut aus

Doch wird werden nicht enttäuscht und finden ein hübsches Restaurant mit sehr leckerem Essen vor.

Vegetarisches Sushi und Chili-Aubergine

Frisch gesättigt beschließen wir, ein paar Elektronikläden und Möbelhäuser zu besuchen, um uns unsere Traumwohnung zu konfigurieren und um ein Gefühl über die vorherrschenden Preise zu erhalten.

Mitten im Screening überkommt Isi eine plötzliche Nervosität und sie möchte dringend zum Hotel aufbrechen. Die kulinarischen Experimente der letzten Tage scheinen sich in genau diesem Moment zu rächen… 🙈

Nachdem wir das Hotel gerade noch rechtzeitig erreicht haben, ist erstmal etwas Ruhe angesagt, doch gegen 20 Uhr steigt der Tatendrang wieder und wir beschließen, uns nochmal auf den Weg zu machen und zwei weitere Möbelhäuser zu besichtigen. Die Möbelauswahl überrascht uns sehr positiv und wir sind optimistisch, dass wir Möbel nach unserem Geschmack finden werden.

Anschließend holen wir uns noch ein kleines Abendessen bei Burger King. Das SB-Bestell-Terminal bringt Isi zum ersten Mal seit Ankunft in Indien an den Rande eines Nervenzusammenbruchs. Nach 20 Minuten Bestellvorgang (inkl. eigenhändiger Reparatur des Kartenlesegerätes) sitzen wir endlich mit unserem Abholzettel am Tisch und warten gespannt auf unsere Bestellung (statt Rind gibt es hier Hammel-Burger, wir gehen lieber auf Nummer Sicher und bestellen Chicken-Burger)

Eis beruhigt die Gemüter und der Magen-Darm-Trakt kann auf eine erneute Probe gestellt werden

Montag:

Cliff begibt sich ebenfalls in die Immunisierungsphase und beginnt das aufbereitete Trinkwasser im Werk zu trinken, hoffentlich führt das im Hotelzimmer nicht zu Toiletten-Engpässen…

Nach Feierabend ist die letzte Wohnungsbesichtigung angesetzt, wir brechen um 18 Uhr auf, plötzlich ruft der Makler an, dass sich die Besichtigung verspätet, weil der Eigentümer sich in einem spirituellen Ritual befindet. 20:00 warten wir immer noch auf den Anruf des Maklers und gehen erstmal zum Abendessen…

Beim Abendessen werden wir von einer Mutter und ihrer Tochter angesprochen und sie fragen, woher wir kommen. Als Isi sagt, dass sie aus Deutschland ist, antwortet die Tochter, dass ihr Bruder ein großer Fan von Deutschland sei wegen Hitler. 🙈😶 Betretenes Schweigen und ein verlegenes Lächeln von Isi, die irgendetwas von schwieriger Deutscher Geschichte vor sich hinmurmelt, untermalen die Szene perfekt…

21:21 Uhr haben wir immer noch nix vom Makler gehört. Wir geben die Hoffnung auf und gehen ins Hotelzimmer.

Dienstag:

Nach einem unaufgeregten Arbeitstag Abendessen per Room Service bestellt, Geschirr und Getränke kamen an, leider fehlte aber das Essen… Auf Nachfrage wurde es 15 Minuten später nachgeliefert.

Heute gibt es Luft, Liebe und Sodawasser 🙂

Cliff schaut sich nach Feierabend nochmal 2 Wohnungen an (die Wohnung von gestern ist nicht dabei, der Vermieter hat sich kurzerhand dazu entschlossen, die Wohnung seiner Familie zu überlassen), Isi hat Verwaltungsratssitzung von ihrer nebenberuflichen Verpflichtung und kann leider nicht mitkommen, vertraut aber auf Cliff‘s erlesenen Geschmack und sein objektives Urteilsvermögen.

Mittwoch:

Die Arbeit bei Hilti ist anstrengend und macht müde, bereits am frühen Morgen… (man achte auf den Hintergrund 😉)

Abends Besuch im Wine Shop, Gujarat ist ein trockener Staat, nur Touristen und ansässige Ausländer dürfen mit einer Lizenz Alkohol in speziellen Geschäften kaufen, die Formalitäten sind ermüdend und der Alkohol ist rationiert in „Units“ (2 Units pro Person alle 10 Tage erscheint uns aber als ausreichend 😉), wir gehen fröhlich shoppen und verlassen den Shop als gefühlte „Most Wanted“, weil jeder entweder gierig oder entsetzt auf unsere Kartons starrt

Unsere Ausbeute

Anschließend Abendessen im Hotel, bunte Dessertauswahl (teils lecker, teils nicht so, schön heißt nicht gleich lecker)

Donnerstag

Cliff beendet offiziell seine Immunisierungsphase, nachdem ihm das Wasser aus dem Werk offensichtlich nicht so gut bekam. Isi‘s Immunisierung scheint gelungen, sie trinkt das Wasser seit knapp einer Woche.

Frühstück im Hotel, Masala Dosa mit Kokos- und Tomatenchutney

Heute hat Isi ein Interview mit einem potentiellen neuen Mitarbeiter. Nachdem sie sich vorgestellt hat, bedankt er sich bei ihr für die klare und deutliche Vorstellung und stellt überrascht fest, dass er Isi sehr gut verstanden hat. Am Ende des Interviews äußert er nochmal sein Erstaunen darüber, dass er sie so gut verstanden hat und dass er etwas besorgt war, weil er vor dem Interview von den Personalern vorgewarnt wurde, dass Isi etwas schwer zu verstehen sein könnte, weil sie einen europäisch-englischen Dialekt habe… 😂

Abends brechen wir zum Supermarkt auf, kommen aber nicht weit, da wir vor dem Hotel in eine Hochzeits-Zeremonie geraten und plötzlich ungewollter Mittelpunkt davon werden. Tanz in der Menge, anschließend werden wir mit Turbanen ausgestattet und auf den Hochzeitswagen bugsiert.

Die Gastfreundschaft ist beeindruckend, wir werden vom Bräutigam eingeladen zu bleiben, lehnen aber dankend ab und ziehen los zum Supermarkt und zum anschließenden Abendessen. Cliff kann sich gar nicht mehr von seinem Turban trennen und wird beim Abendessen noch fürstlicher als sonst behandelt

Freitag:

Die selbstgemachte Masala Buttermilch vom Abendessen hat Isi eine kurze Nacht beschert (Cliff war schlauer und hat sie nicht getrunken), hoffentlich wirken die Mittel und bringen Isi durch den Tag.

Vor Arbeitsbeginn schauen wir uns noch eine letzte Wohnung an, da wir erfahren, dass die Wohnung, für die wir uns bereits entschieden hatten, voraussichtlich nur bis 03/2028 verfügbar ist, weil der Eigentümer anschließend bei Renteneintritt selbst dort einziehen will. Wir entschließen uns dennoch, das Risiko einzugehen und hoffen, dass uns die indische Planungssicherheit in diesem Fall positiv in die Karten spielen wird. Einzug ist für den 13. oder 16.02. geplant.

Start ins Wochenende mit Roomservice und Netflix. Isi freut sich besonders über das Bett und die nahegelegene Toilette.

Samstag:

Roomservice wird unsere neue Leidenschaft, Pommes zum Frühstück, Isi scheint wieder über den Berg 😉

Wir bestellen uns Matratzen für unsere neue Wohnung direkt ins Hotel (das Hotel weiß noch Nix von seinem Glück), damit wir gleich bei Einzug dort schlafen können, Emma liefert auch in Indien für 1/3 des deutschen Preises, wir sind gespannt, ob die Qualität vergleichbar ist.

Abends ziehen wir los in eine Shopping Mall, um uns mit dem Nötigsten für die Wohnung auszustatten, leider ohne Erfolg, es gibt hauptsächlich Kleidung und Kosmetik, aber immerhin steigt unsere Zuversicht, dass wir uns in Indien sehr hübsche Kleidung zu erschwinglichen Preisen kaufen können.

Der Eingang zur Mall

22 Uhr fahren wir mit dem Tuk Tuk nach Hause, überall wird Müll verbrannt und wir sehnen uns zum ersten Mal nach der frischen, sauberen Luft in unserer Heimat…

Woche 2

Sonntag:

Lazy Sunday, Frühstück ans Bett, Netflix & Chill, anschließend Dinner im Hotel, vor dem Dinner noch eine Hochzeitsparade auf der Straße angeschaut und plötzlich Teil des Hochzeitsvideos geworden (wir werden das Ergebnis leider nie sehen…)

„Fridge is normal cooling, Sir!“ Mit diesem Satz wird uns eine Kühlschranktemperatur von über 20 Grad als normal verkauft. Erst als der Deputy Manager kommt, wird der Kühlschrank doch für kaputt befunden und ausgetauscht, seitdem hat das neue Lieblingsgetränk optimale Trinktemperatur

Montag, Feiertag „Republic Day“:

Erkundungstour im Tuk Tuk, hartnäckige Bettler (Bettelmafia), Ignorieren fällt schwer

Sur Sagar Lake mit Shiva-Statue

Erster Haarschnitt Cliff, voller Service inkl. Kopfmassage mit technisch perfektem Schnitt für ganze 1,60 €…

Anschließend Besuch eines Royal Enfield Stores (DIE indische Motorradmarke), Cliff hat Blut geleckt und kann es kaum erwarten eine davon zu besitzen

Anschließend Celebrity spirit in Vadodara Gardens: Aus einem gemütlichen Spaziergang wurde nichts, als uns eine Gruppe Leute um ein Foto bat, inspiriert davon, folgten diesem Beispiel weitere Leute, bis sich eine regelrechte Schlange bildete und wir den Teufelskreis nur durchbrechen konnten, indem wir wegrannten, die Leute rannten uns hinterher,… 🙈

Zuckerwatte im Park, nachdem sich der Trubel etwas gelegt hatte:

Beste Unterhaltung aus dem Hotelzimmer: Crocodile vs. Turtle, wer gewinnt?

Am Abend Geburtstag und Besuch von unserem Kollegen Siva, erstes Essen auf dem Boden, Chicken Biryani war seeeeehr lecker

Dienstag:

Taxifahrer am Morgen mal wieder nicht da…

Wir springen kurzfristig auf ein Taxi eines Kollegen auf. Dieser saß per Zufall im Flieger nach Delhi neben einem Bekannten von Isi aus Deutschland, er lässt sie schön grüßen, klein ist die Welt 🙂

Abends bestimmt der Taxifahrer die Abholzeit und lässt uns 30 Minuten warten, wir nehmen ein anderes Taxi,…

Hotelaussicht bei Nacht

Wenn sich Müll plötzlich in „Luft“ auflöst…

Mittwoch:

Taxifahrer pünktlich, die kleinen Momente des Glücks.

Cliff bekommt ersten Anschiss von Isi wegen anhaltendem Negativismus. 😂

Cliff entdeckt indischen Chai für sich – Kostenpunkt: 8 Rappen

Erstes Mal Reinigung getestet, Wäsche kam glücklicherweise in richtiger Größe und wohlduftend zurück.

Botschaft aus weiter Ferner: unser geliebter Edgy ist bestens aufpoliert und bereit für einen zweiten Frühling in Serbien… 💚

Isi wird halb 12 völlig desorientiert wach, sieht sich um und stellt fest, dass Cliff inkl. seines Handys fehlt. Nach weiterer Analyse des Hotelzimmers und dem Feststellen vollkommener Dunkelheit, beschließt sie, Cliff anzurufen. Es stellte sich heraus, dass er sich zu einem „Poop in the Dark“ entschlossen hatte und sich köstlich über meinen Anruf amüsierte. 😂

Donnerstag:

Besichtigung von 5 Wohnungen, eher enttäuschend, das Wohlfühl-Zuhause scheint in weiter Ferne…

Dafür wurden wir Zeuge eines mehrstündigen Räucherrituals in einer der Wohnungen, das Brauch bei der Einweihung neuer Wohnungen ist, Stunden danach rochen wir noch wie kleine Räuchermännchen 🙈

Anschließend sehr leckeres Streetfood genossen

Abends mal wieder eine Hochzeit, diesmal hautnah 😂

Freitag:

Abschied von Kirit, er hat über 33 Jahre bei Hilti als Designer gearbeitet, wir haben noch nie einen so wertschätzenden und emotionalen Abschied von einem Arbeitskollegen erlebt

Sonnenuntergang pünktlich zu Feierabend im Werk 😍

Stau auf dem Heimweg, Taxifahrer nimmt kurzerhand die Gegenfahrbahn und wird zum Geisterfahrer, um Zeit zu sparen – nicht gerade nervenschonend, aber effektiv. 🙂

Samstag:

Ein sehr leckeres Frühstück im Hotel genossen, Uttapam ist definitiv unter den Top 5 der Frühstücks-Delikatessen 😋

Wohnungsbesichtigung Pt. II: die heute besichtigten Wohnungen geben Grund zur Hoffnung!

Sicht aus dem 22. Stock eines potentiellen Appartements
Zu genau sollte man aber nicht hinsehen… 😯

Bei der Besichtigung der zweiten, sehr schönen Wohnung, stellte sich später heraus, dass wir dort nicht wohnen dürfen, weil es eine vegetarische Community ist und wir daher leider draußen bleiben müssen. 😂

Fleischesser müssen leider draußen bleiben… 😢

Unsere Personalerin Dimple begleitet uns bei der Wohnungssuche, hält Makler und Eigentümer in Schach und unterstützt bei den Verhandlungen

Outdoorgeräte im Expertentest
Pools gehören zur Standardausstattung der gehobenen Wohnungsanlagen
Das Objekt unserer Begierde 😍

Am Ende des 6-stündigen Besichtigungs-Marathons, sind wir uns ziemlich sicher, dass wir unser neues Zuhause gefunden haben, werden aber am Sonntag noch ein paar Objekte anschauen für die absolute Gewissheit.

Glücklich und erschöpft fallen wir abends ins Bett und gönnen uns Dinner im Bett und einen kleinen vintage Serienmarathon mit Breaking Bad… 🙂

Sogar ein Bierchen haben wir im dry-state Gujarat inzwischen auftreiben können 😉

Gelungenes Ende einer schönen und erlebnisreichen Woche, wir sind schon sehr gespannt, was die nächste Woche für uns bereithält. 🙂

Woche 1

Samstag:

Anreise zum Flughafen Zürich mit Koffer-Engpässen

Flug Zürich-Delhi-Vadodara

Der letzte Blick auf die Alpen

Sonntag:

Letztes Bier in Delhi (20 € für 2 Bier)

Auf nach Vadodara! Etwas müde, aber glücklich

Ankunft Hotel, eng für 6 Wochen, aber das Essen besänftigt uns, Bett ist auch super

Erste Krokodilsichtungen aus dem Hotelzimmer, wir lernen, dass Vadodara die Stadt mit der dichtesten Krokodil-Population ist und den Zweitnamen „Crocodile City“ trägt

Montag:

Erster Arbeitstag, Taxifahrer 30 Minuten spät, spricht kein Englisch, herzliches Willkommen in P11, die Themen prasseln direkt auf uns ein

Willkommens Paket mit indischen Sweets

Leckeres südindisches Abendessen genossen in 22Parallel Alambic

Erste TukTuk Fahrt, 15 Minuten für 35 ct

Dienstag:

Dem Hotelzimmer eine etwas persönlichere Note verpasst

Taxi morgens wieder 30 min spät, Uber bestellt in dem Moment als das ursprüngliche Taxi ankommt, wir lassen ihn stehen, er lässt uns dafür abends auf dem Heimweg stehen, der Personalchef fährt uns heim, Cliff wird krank mit Fieber, guten Roomservice genossen, schlaflose Nacht, muss er ins Krankenhaus?

Mittwoch:

Cliff geht es wieder etwas besser, bleibt aber zu Hause

Entdeckt, dass Google Translate auch Gujarati kann, wieder Freunde mit unserem Taxifahrer

Interessante Instruktionen auf der Hilti Damentoilette:

Abends im Hotelrestaurant Indoor mit Kohle gegrillt, Hotelpool direkt neben dem Tisch

Donnerstag:

Kick-off 2026 bei Hilti

Typo führt zu neuem Nachnamen 😉

Das erste Mal dem indischen Essen überdrüssig, einen Italiener gefunden, der überraschend gute Pizza macht

Nudeln mit Soße oder Soße mit Nudeln? 😉

Freitag:

Zu einem Supermarkt navigiert, den es am Ende gar nicht gab, dafür ein super leckeres Restaurant gefunden, in dem wir wie Ehrengäste behandelt wurden und es danach eine Fotosession mit Gästen und Personal gab

Samstag:

Firmen-Cricket-Meisterschaft, leider verliert Hilti, trotzdem gut geschlagen, sehr guter Teamspirit

Erste vorsichtige Cricket-Versuche

Isi wurde für die Siegerehrung ausgewählt, um den Pokal an den „Man of the Match“ zu überreichen (leider aber vom gegnerischen Team…)

Anschließend Kaffee und Kuchen mit Sandeep, Abendessen mit Pilot Plant Team um KVP Sieg zu feiern, mal wieder für die Preisübergabe auserkoren

Nach dem Essen kapert Cliff ein Tuk Tuk und fährt uns nach Hause

Selbst unser Tuk-Tuk-Fahrer Rajput wurde etwas nervös und war ganz glücklich, als er sein Tuk-Tuk wohlbehalten zurück erhielt 😂

Und so neigte sich eine rasante, spannende und aufregende Woche in schnellen Schritten dem Ende entgegen…

Wie alles begann

November 2024:

Erste Gespräche über potentielle Jobmöglichkeit in Indien

Dezember 2024:

Heiratsantrag in Rekordzeit ❤️

Januar 2025:

Veröffentlichung unserer Beziehung bei Hilti und Bekanntgabe, dass wir beide nach Indien wollen, die Überraschung war groß, aber die Chance wurde gesehen

April 2025:

Finale Zusage für Indien mit geplantem Start im Oktober 2025

Standesamtliche Hochzeit am 30.04.

Mai 2025:

Umzug Isi von Feldkirch nach Vaduz zu Cliff, Chaos zieht mit ein, der elegante Minimalismus ist vorbei 😉

August 2025:

kirchliche Hochzeit

September 2025:

Cliff wird krank, Wohnung bereits gekündigt, OP, lange Ungewissheit wie es weitergeht, Abreise nach Indien verschoben

Oktober 2025:

Einlagerung all unserer Sachen in unser Lager in Schaanwald

Umzug nach Schaanwald, 25 qm zwingen uns dazu, uns auf das Wesentliche zu beschränken und liefern die Erkenntnis, dass es nicht viel zum Glücklichsein braucht

Gestrandet in Schaanwald, FL

Start in den neuen Job in Indien Remote von Schaan aus

Nachgeholte Flitterwochen: Transatlantik Kreuzfahrt mit Explora I nach Miami, anschließend 5 Tage Roadtrip mit Mustang Cabrio durch Florida

Dezember 2025:

Geschäftsreise Isi nach Indien um einen Vortrag auf einer Konferenz in Mumbai zu halten und um das neue Team in Vadodara zu besuchen

Reise nach Bern zur indischen Botschaft um unsere Visa zu beantragen

Unsere Sachen für die Luftfracht nach Indien werden abgeholt, kommen sie möglicherweise vor uns an? 🤔

Visaprobleme: Pässe oder Dokumente verloren? Visa war bereits schriftlich genehmigt, Dokumente mussten mehrfach gesendet werden. Welcome to India?! 😉

Ursprünglicher Plan: Flug am 30.12., neues Datum: 10.01., endgültiges Datum: 17.01. (Wohnung auf 30.12. gekündigt, 2 mal in letzter Sekunde verlängert)

Dafür am 09.01.2026 eine grandiose Abschiedsfeier auf dem Saxhof in Buchs gehabt und zusätzlich Isi‘s 40. Geburtstag gefeiert

Die letzte Zusammenkunft mit den Lieblings-Orti‘s am nächsten Tag ❤️

What a year! ❤️🥰🥵🤯😥😳😬🎉🍾🎊