Woche 42

Sonntag:

Ab 7 Uhr morgens stellen wir die Wohnung auf den Kopf: Putzen, waschen, kochen, gärtnern,…

Leider hat in der Nacht auch die Klimaanlage mal wieder den Geist aufgegeben, doch glücklicherweise kann Cliff das Problem lösen.

Nach getaner Arbeit gibt es am frühen Abend eine erfrischende Abkühlung auf dem Balkon

Gegen Abend setzt Isi die erste Teigcharge für Weihnachtsplätzchen an, zum Formen und Backen fehlen am Ende aber leider Lust und vor allem Zeit… Projekt vertagt.

Montag:

Der Verkauf der Feuerwerkskörper für Diwali hat gestartet, überall ploppen die Stände wie Pilze aus dem Boden.

Dienstag:

Nach der Arbeit findet der bereits am Sonntag angesetzte Plätzchenteig endlich Verwendung und es wird gebacken. Optisch naja, geschmacklich aber durchaus gut! Die Plätzchen haben aber dennoch eine etwas andere Konsistenz als gewohnt. Ob es wohl am Ghee liegt, den wir statt der Butter verwenden mussten? Auch der Zucker hat hier eine ganz andere Konsistenz und Körnung.

Zitronenplätzchen und Vanillekipferl

Mittwoch:

Isi freut sich heute über eine schöne Überraschung von ihrer Kollegen-Freundin Pratima. Diese hat ihr zu Diwali eine große Auswahl selbstgebackener Süßigkeiten mitgebracht.

Herzhafte und süße Diwali-Snacks

Zusätzlich bekommen wir auch von Hilti Süßigkeiten zu Diwali geschenkt, ein Kilo pro Person. Der bereits erfolgreich angesetzte Hüftspeck der letzten 10 Monate wird also bald weitere Gesellschaft bekommen. 🙂

Funfact: für die Auswahl der Diwali Süßigkeiten, gab es ein 6-köpfiges Verkostungskommittee, das 4 unterschiedliche Lieferanten, basierend auf einer umfangreichen Kriterienliste, bewertet hat. Nach einer aufwändigen Stellungnahme, die dem Werksleiter zur Freigabe vorgelegt wurde, wurde sich schlussendlich für „24 Karat Sweets“ entschieden. (Sollte sich jemals jemand gefragt haben, was wir den lieben langen Tag so an der Arbeit machen, wenn wir nicht gerade Werkzeuge entwickeln und produzieren…)

Nach der Arbeit gehen wir mit unserem globalen HR Business Partner, der aktuell aus Schaan zu Besuch ist, zum Abendessen, bevor wir ihn zum Flughafen bringen und wieder in die Heimat verabschieden.

Zu Hause angekommen, bringt Cliff unsere neu gezogenen Jungpflanzen noch zu einem Kollegen, der sich während unserer 1-wöchigen Abwesenheit hoffentlich liebevoll um sie kümmert. Da sie gerade erst frisch gesprossen sind, brauchen sie besondere Aufmerksamkeit in Form von aufbauenden Worten und einer 2mal-täglich sanften Bewässerung. 😌

Donnerstag:

Das Büro wird von Tag zu Tag leerer, heute sind kaum noch Leute da, die Meisten sind bereits in den Diwali Ferien. Von der Bedeutsamkeit ist Diwali im Hinduismus zu vergleichen mit Weihnachten im Christentum.

Auch wir haben bereits für Weihnachten aufgerüstet und freuen uns über die kitschige Weihnachtsdeko, die wir via Onlineshopping erworben haben.

Level 1
Level 2

Am Abend packen wir unsere letzten Sachen zusammen und bestellen ein Taxi, das uns zum Flughafen Vadodara bringt. Inzwischen hängen die meisten Häuser voll mit Lichtern und es wird überall wild geböllert.

Unser Haus ist verhältnismäßig dezent geschmückt, praktischerweise hängen die Lichterketten aber direkt an der Fensterfront unseres Schlafzimmers (und sie brennen die ganze Nacht…)
Selbst unbewohnte Rohbauten werden geschmückt

Unterwegs streift unser Taxi im dichten Verkehr mit einem anderen Fahrzeug seitlich zusammen, weshalb wir anhalten müssen, um die Schuldfrage zu klären (natürlich ist der andere Schuld!). Cliff ist neugierig und steigt ebenfalls aus. Isi ermahnt ihn, sich in jedem Fall aus der Diskussion heraus zu halten. Nach einer Minute blickt Isi aus dem Fenster und sieht DAS:

Cliff als pantomimischer Vermittler

Der Schaden ist für indische Verhältnisse glücklicherweise nicht allzu groß, es werden Nummern zwischen den Fahrern getauscht und weiter geht es.

Nach gut 1,5 Stunden landen wir pünktlich gegen 23 Uhr in Delhi, wo wir einen langen Stopover von mehr als 6 Stunden haben.

Flughafendeko aus ausschließlich frischen Pflanzen, man beachte die vielen kleinen Töpfe am Rand

Wir begeben uns in eine Lounge, um uns zu stärken, bevor wir versuchen, immerhin eine kleine Mütze Schlaf zu bekommen.

Gemütlichkeit im Quadrat
Isi vertreibt sich unterdessen die Zeit mit ein paar Hindi Lektionen

Freitag:

Unser Flieger startet halbwegs pünktlich um 5:30 Uhr morgens Richtung Port Blair. Wir haben Glück und haben eine eigene Reihe, weshalb wir uns auf dem 3,5-stündigen Flug zumindest ein wenig ausbreiten können.

Ankunft im Paradies 😍

Gegen 9 Uhr erreichen wir Port Blair und werden zunächst nervös: Ausländer benötigen für die Einreise eine separate Genehmigung – selbst mit gültigem indischen Arbeitsvisum. Daran hatten wir überhaupt nicht gedacht, schließlich haben wir Indien auf unserer Reise nie verlassen. Glücklicherweise nimmt man es damit offenbar nicht allzu genau und lässt uns passieren.

Per Taxi geht es weiter zur Fähre, um auf unsere Ziel-Insel Havelock zu kommen. Wir sind bereits 9:30 da und haben somit erneut 3 h Aufenthalt, die wir irgendwie totschlagen müssen.

Diät Wasser – ein Hoch auf das Marketing!
Isi hat einen guten Zeitvertreib gefunden und macht sich ihre Nägel

13 Uhr geht es endlich los! Anstehen mit Indern ist keine Freude – wer dachte, dass Deutsche penetrante Ansteher sind, sollte unbedingt mal nach Indien kommen…

Auf dem Weg nach Havelock hat Isi einen letzten Teams Call mit ihren indischen Kollegen – leider war irgendwann die Verbindung weg (ein Zeichen des Universums?)

Die Fahrt dauert 1,5 h. Nach Ankunft in Havelock erreichen wir nach einer kurzen Taxi-Fahrt endlich unser Hotel.

View vom Balkon
Sonnenuntergangs-Stimmung

Da die letzte Nacht quasi ausgefallen ist und morgen früh unser erster Tauchausflug ansteht, endet der Tag für uns nach einem späten Lunch vorzeitig.

Samstag:

Wir werden von allerbestem Wetter geweckt.

Nach dem Frühstück gibt es einen kurzen Spaziergang zum Tauch-Shop.

Indien bleibt Indien…
Der erste Blick aufs Meer

Zuerst wird mit ein paar Trockenübungen gestartet.

Bei der Trockenübung wird Isi direkt mal von einer Krabbe gezwickt – kein guter Start für Angsthase Isi

Dann geht es an die Praxis! Wir tauchen am Nemo Beach, hier ist der Name Programm. Viele kleine Nemos, die in ihrer Anemone schwimmen und hin und wieder neugierig herausschauen. Die Unterwasser-Welt ist beeindruckend. Wir bekommen unzählige Fische, Muscheln, Korallen,… zu sehen.

Geschafft! Wer Isi kennt, weiß, dass sie eine Landratte ist und lieber einen Bogen um offene Gewässer macht. Dennoch war es ihr großer Wunsch, endlich ihre Angst zu überwinden. Der Mut hat sich gelohnt – nach dem Tauchgang fühlt sie sich unbesiegbar! Morgen um 6:30 Uhr geht es direkt weiter. 🙂

Nach erfolgreichem Tauchgang erstmal ein Bier – der Kellner hat es gut mit uns gemeint
Köstlicher fangfrischer Fisch
Die Regels sind die Regels

Während wir im Restaurant sitzen, beginnt es plötzlich stark zu Regnen. Unser erster Regen seit 2 Monaten. Wir freuen uns so darüber, dass wir beschließen den Heimweg per Fuß durch den Regen anzutreten.

Auf dem Weg zum Hotel hören wir es auf einmal laut Winseln. Unter einem Karton finden wir ängstliche Hundewelpen, die nach ihrer Mama rufen, weil sie sich offensichtlich vor dem starken Regen fürchten. Einer der Welpen sucht Unterschlupf bei Isi, die direkt ihr Herz an dieses kleine Wesen verliert.

Cliff‘s Favorit
Nach dem ausgiebigen Regen klart der Himmel wieder auf

Am späten Nachmittag machen wir uns auf den Weg zum Haupthotel, um uns eine Massage zu gönnen. Nach 90 wunderbar entspannenden Minuten erkunden wir noch ein wenig die Hotelanlage.

Auf dem Heimweg treffen wir wieder die Welpis, die sich inzwischen beruhigt haben und friedlich schlafen.

Nach unserer Rückkehr ins Hotel fallen auch wir müde, aber zufrieden ins Bett – voller Vorfreude auf unser Tauchabenteuer morgen!

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