Sonntag:
Wir stehen um 5 Uhr auf, um pünktlich 5:30 Uhr bereit für die Abholung zur Safari zu sein. Leider taucht unser Fahrer auch nach 30 Minuten nicht auf, wir sind wütend und wollen eigentlich wieder ins Bett, beschließen dann aber, mit unserem Auto auf eigene Faust die Gegend zu erkunden. 6:15 Uhr klingelt unser Telefon und uns wird mitgeteilt, dass wir in 10 Minuten endlich zur Safari abgeholt werden sollen – wir lehnen dankend ab.
Unser kleiner Privatausflug entpuppt sich als echtes Abenteuer, wir sind das erste Mal off-road unterwegs.










Halb 10 sind wir zurück am Hotel und gönnen uns erstmal ein Frühstück. Den restlichen Vormittag verbringen wir an unserem Pool, bevor es zum Mittagessen geht. Nach dem Mittagessen gönnen wir uns eine kleine Mütze Schlaf, am frühen Abend brechen wir nochmals mit unserem Auto auf, um die Gegend zu erkunden.



Den Abend lassen wir gemütlich ausklingen und hoffen darauf, dass unsere Safari morgen früh um 5:30 Uhr tatsächlich stattfindet. Wir hatten bei dem Touranbieter explizit darauf bestanden, nicht nochmal den gleichen unzuverlässigen Guide zu bekommen. Nach 4 mal Nachfragen, bekommt Isi endlich Namen und Nummer des Guides, es ist natürlich genau der gleiche Chaot. Nach erneuter Beschwerde bekommen wir endlich einen neuen Guide zugewiesen.


Montag:
Um 5:30 Uhr werden wir tatsächlich pünktlich zur Safari abgeholt. Wir haben Glück und bekommen ein paar Leoparden zu Gesicht. Außerdem werden wir mit einem sehr schönen Sonnenaufgang belohnt.



Unterwegs gibt der Allradantrieb den Geist auf, zu dritt wird versucht das Problem zu lösen. Das Ende vom Lied ist, dass der Allrad-Hebel ab ist und an dessen Stelle ein Loch im Fahrzeug klafft. Die Fahrt geht dennoch unbeirrt weiter, da der Antrieb glücklicherweise dennoch weiter funktioniert.


Nach dem Frühstück springen wir noch ein letztes Mal in den Pool, packen unsere Sachen und machen uns auf die 8-stündige Heimreise – aber nicht ohne nochmals einen Abstecher ins Off-Road-Terrain des ausgetrockneten Stausees zu machen. 🙂





Auf dem Heimweg werden wir an der Grenze zu Gujarat angehalten. Offiziell darf man keinen Alkohol über die Grenze in den Dry State bringen. Unser Gepäck wird durchsucht und die Grenzpatrouille wird natürlich fündig… Gut, dass wir unsere Alkohollizenzen dabei haben, die uns davor bewahren, Strafe zu zahlen oder den Alkohol zurückzulassen. Wir sind die Attraktion des Tages und werden von 10 Polizisten umzingelt, die sich köstlich über unsere stümperhaften Schmuggelversuche amüsieren. Wir sollten uns in Zukunft auf regelmäßigere Kontrollen einstellen, denn der Thar Roxx gilt in Indien als DAS Gangsterauto schlechthin.
Fun Fact: Cliff hat versehentlich vor Abreise nach Isi’s falschem Pass gegriffen, der bereits seit einem Jahr nicht mehr gültig ist, was bei der Grenzkontrolle zum Glück nicht aufgefallen ist, obwohl sie die Pässe ausgiebig studiert haben… 😂

Die letzten 2 der 8 Fahrtstunden übernimmt Isi, Cliff versucht sich im Entspanntsein, was ihm diesmal sogar weitestgehend gelingt.
Abends um 8 kommen wir zu Hause an, packen noch das Nötigste aus und fallen müde ins Bett.
Dienstag:
Den heutigen Tag verbringen wir größtenteils im Bett, da Isi immer noch angeschlagen ist und es Cliff in der Zwischenzeit auch erwischt hat.
Abends widmet sich Isi neuen Pflanz-Experimenten, nachdem die letzten Tomaten-Chargen komplette Misserfolge waren. Diesmal versucht sie es mit speziellen heimischen Sorten, die sie extra Online bestellt hat und beginnt Studien mit unterschiedlichen Erden. Schauen wir mal, was daraus wird…

Mittwoch:
In der Firma herrscht heller Aufruhr: Für kommenden Montag haben sich zwei Vertreter der Liechtensteiner Fürstenfamilie samt politischer Gefolgschaft sowie unser CEO angekündigt. Nicht, dass wir erst seit über einem Monat wüssten, dass dieser Besuch ansteht – dennoch wird, ganz nach bewährter Manier, alles auf den letzten Drücker organisiert.
Isi erfährt trotz mehrfachen Nachfragens erst heute, dass ihr während des Besuchs einige relevante Aufgaben zufallen. Cliff wiederum ist als gebürtiger Liechtensteiner Teil des Planungskomitees und darf seit Beginn der Vorbereitungen am eigenen Leib erfahren, was indische Planungskompetenz im fortgeschrittenen Stadium der Improvisation so alles zu bieten hat …
Donnerstag:
Der Planungswahnsinn bei der Arbeit geht munter weiter, während wir versuchen, angesichts des herrschenden Chaos unseren Puls unter Kontrolle zu behalten.
Für heute Abend hat sich unser Freund Mike aus Deutschland angekündigt und wir haben uns den morgigen Tag für einen kleinen Ausflug mit ihm frei genommen.
Um 20:30 holen wir ihn am Flughafen Vadodara ab und gehen erstmal direkt in ein sehr leckeres Restaurant zum Abendessen. Danach geht es nach Hause, wo es vor dem zu Bett gehen noch einen kleinen Absacker gibt.
Freitag:
Wir starten den Tag mit einem köstlichen Dosa Frühstück.


Danach fahren wir eine gute Stunde nach Champaner-Pavagadh, einer UNESCO Weltkulturerbestätte, wo wir uns die Jami Masjid Moschee aus dem 16. Jahrhundert und den Kalika Mata Tempel anschauen.













Am Fuße des Tempels kann man eine Kokosnuss erwerben, die im Rahmen einer rituellen Zeremonie zunächst an einer Wand zerschmettert und anschließend ins Feuer geworfen wird, symbolisch wir damit das eigene Ego überwunden und das Feuer dient der Übermittlung der Opfergabe an die Gottheit (das nur schwelende Feuer und die feuchten Kokosnüsse sorgen für eine sehr unangenehme Rauchbildung, die die ganze Umgebung einnebelt).

Im Anschluss brechen wir auf zur 2-stündigen Fahrt zur Statue of Unity. Die Statue ist bekannt als größte Statue der Welt und ist dem Unabhängigkeitskämpfer Sardar Patel gewidmet.
Vom Parkplatz geht die Fahrt weiter per rosa TukTuk. Diese TukTuks werden ausschließlich von Frauen gefahren, als Teil einer Initiative zur finanziellen Unabhängigkeit.









Nach Einbruch der Dunkelheit geht es zurück in das gut 2 h entfernte Vadodara, wo wir uns mal wieder ein sehr leckeres Abendessen gönnen.



Nach dem Essen fallen wir gegen Mitternacht müde von dem ereignisreichen Tag ins Bett. Wir sind schon voller Vorfreude, denn morgen früh geht es per Zug für einen Kurztrip nach Mumbai.
Samstag:
7:30 Uhr kommen wir am Bahnhof Vadodara an, es geht durchaus nicht so chaotisch zu, wie wir es uns vorgestellt haben.


Wir haben uns Tickets für die erste Klasse gebucht, Kostenpunkt für die 5,5-stündige Reise für 3 Personen: knapp 60 €, Frühstück, Mittagessen und Getränke inklusive. Mit ein paar Minuten Verspätung starten wir, der Zug ist zwar etwas in die Jahre gekommen, die Reise ist aber dennoch komfortabel und die Sitze bieten ausreichend Platz.


Gegen halb 2 kommen wir in Mumbai an und machen uns per U-Bahn auf den Weg zu unserem Hotel.

Im Viertel des Hotels angekommen, legen wir erstmal den ein oder anderen Boxenstopp zur Sicherstellung des leiblichen Wohls ein.





Die letzten Meter zum Hotel legen wir per TukTuk zurück, welches mal wieder von Cliff gekapert wurde.


Nach einer kurzen Erfrischungspause im Hotel brechen wir am frühen Abend auf, um das Nachtleben Mumbai’s unsicher zu machen.






Die meisten Lokale in Mumbai schließen bereits gegen 1:30 Uhr – was uns zunächst zwar missfällt, uns am nächsten Tag jedoch möglicherweise vor gröberen Nebenwirkungen bewahrt.
Beflügelt von Mumbais pulsierendem Nachtleben lassen wir die Woche ausklingen und blicken voller Vorfreude auf die kommende Woche.