Woche 30

Sonntag:

Abreise aus Udaipur nach Ahmedabad, zuvor ist noch eine letzte Shopping-Runde angesagt.

Auf dem Heimweg sieht man überall auf den Straßen friedliche Versammlungen, heute wird der World Tribal Day der Adivasi Stämme gefeiert.

Nach knapp 5 Stunden Fahrtzeit Ankunft in Ahmedabad, wo wir uns zusammen mit unserem Fahrer ein letztes Abendessen gönnen, denn Isi reist heute Nacht nach Thailand für eine Geschäftsreise. Nachdem sie Isi am Flughafen Ahmedabad abgesetzt haben, fährt Cliff weiter nach Vadodara und kommt gegen 11 Uhr zu Hause an.

Blick von der Restaurant-Terrasse

Montag:

Ankunft um 7 Uhr morgens in Bangkok pünktlich zum Sonnenaufgang. Es ist genauso schwül und feucht wie in Indien, aber glücklicherweise ist Isi daher ja schon bestens akklimatisiert.

Bestens auf die Reise vorbereitet, stellt Isi fest, dass sie die E-Arrival Registrierung vergessen hat. Der Express-Service (mit Extra-Gebühr – versteht sich) retten ihr aber glücklicherweise den Hintern und so hält sie nach 20 Minuten das Formular in den Händen, was beim Dokumenten-Check bei der Einreise aber ärgerlicherweise gar niemanden interessiert.

In einer engen Toiletten-Box wechselt sie dann noch schnell vom Freizeit- ins Business-Outfit und schon geht es weiter in das knapp zwei Stunden entfernte Pattaya, wo bereits Isi’s drei Kollegen bei einem Lieferanten auf sie warten. Zwei unserer chinesischen Kollegen, die eigentlich auch kommen wollten, haben es leider aufgrund des Tropensturms Dolphin nicht nach Bangkok geschafft, weil ihre Flüge gestrichen wurden.

Nach einer ausführlichen Werksbesichtigung gibt es erstmal ein super leckeres und vielseitiges Mittagessen.

Anschließend geht es weiter zum nächsten Lieferanten. Dort reißt Isi‘s gestern erst frisch erworbene Hose mit einem lauten „Ratsch“ und ohne jegliche Vorwarnung am Hintern auf (zum Glück passierte es erst gegen Ende des Besuchs, eine lange Bluse konnte das Schlamassel weitestgehend kaschieren).

Frische Kokosnuss mit ausgeklügelter Vorrichtung zum unkomplizierten Trink-Genuss

Nach dem Besuch geht es ins Hotel, gefolgt von einem gemütlichen Dinner mit den Lieferanten am Strand von Pattaya.

Blick aus Isi‘s Hotelzimmer
Eine Geschäftsreise an einen ultra touristischen Urlaubsort lässt das Ereignis irgendwie unreal wirken

Dienstag:

Neuer Tag, neuer Lieferantenbesuch. Abholung am Hotel mit Karaoke-Party-Bus.

Beim Lieferanten gilt Hausschuh-Pflicht
Süße kleine Mini-Shrimps in einem Aquarium

Erneut werden wir mit einem sehr leckeren Mittagessen inkl. Jakobsmuscheln und Monster-Shrimps verwöhnt. Unser indischer Kollege leidet bei jedem Esssen, weil er Vegetarier ist und es größtenteils nur Nüsse oder Brot für ihn gibt, da die meisten Essen mit Fisch-Sauce angemacht sind.

Man beachte den skeptischen Blick unseres indischen Kollegen auf die Meeresfrüchte

Am späten Nachmittag brechen wir mit unserem Karaoke-Bus zurück nach Bangkok auf, wo wir eine Nacht verbringen, bevor es morgen weiter nach Shanghai geht. Der Verkehr in Bangkok ist extrem dicht, dennoch ist er im Vergleich zu Indien super strukturiert und ruhig, kein Hupen, kein Gedrängel – eine Wohltat.

Lieferanten-Besuche machen scheinbar müde

Abends brechen wir zum Abendessen und anschließend zu einem Nachtmarkt per Party-TukTuk auf.

Fisch gefällig?

Unterdessen in Vadodara: Cliff kocht heute zum ersten Mal in Indien sein eigenes Biryani mit den am Wochenende in Udaipur gekauften Gewürzen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, geschmacklich besteht es ebenfalls dem eigenen Urteil des kritischen zukünftigen Biryani-Meisters.

Das Ergebnis stößt auch bei dem bekochten Kollegen auf Begeisterung:

Mittwoch:

Heute gibt es in Bangkok vermeintliche Thüringer Bratwurst zum Frühstück. Nicht einmal mit ganz viel Phantasie lässt sich auch nur annähernd die Brücke zum Original schlagen, aber immerhin enthält sie das Hauptgewürz Majoran.

7:45 Uhr Anreise zum Flughafen Bangkok und Weiterreise nach Shanghai zu weiteren Lieferantenbesuchen. Unser indischer Kollege kann leider nicht mit uns weiterreisen, da er sein Visum für China nicht rechtzeitig bekommen hat.

Flughafen Bangkok
Armband-Shopping zum Zeitvertreib
Interessante Toiletten-Beschriftung – nicht getestet
Bye bye Bangkok

16 Uhr Ankunft in Shanghai, per Taxi geht es zum Hotel. Natürlich bezahlt Isi viel zu viel für das Taxi (was sich später noch herausstellen wird), zudem wird sie noch vor dem falschen Hotel abgesetzt. Die Suche nach dem richtigen Hotel nimmt 10 Minuten in Anspruch, das Personal ist nicht sehr hilfsbereit und die Sprachbarriere macht die Suche nicht leichter. Nach dem dritten Anlauf findet sie über eine Tiefgarage zufällig den Nebeneingang des Hotels.

Hält den Regen ab

Die zwei Kollegen aus Schaan haben einen etwas späteren Flug genommen und so treffen wir uns erst im Hotel wieder. Nach einer kurzen Rast geht es mit unseren chinesischen Kollegen zum Abendessen.

Mit Suppe und Fleischklops gefüllte Dumplings
Peking Ente – ein Traum!

Nach dem Essen geht es ins Hotel, aus der geplanten Amazon Video Session vor dem Schlafen wird aber leider nichts, Isi hatte für einen kurzen Moment vergessen, dass sie sich in China befindet und „The Great Firewall“ ihr einen Strich durch die Rechnung macht.

Unterdessen gibt es in Vadodara die zweite Runde Biryani, die für noch besser als die erste Version befunden wird. Auch der diesmal bekochte Kollege ist durchaus begeistert, kommt aber bezüglich Schärfe an seine Grenzen. Wer hätte das gedacht.

Donnerstag:

Um 7 Uhr startet Isi in Shanghai zu einem 3 h entfernten Lieferanten. Auf halber Strecke gibt es erstmal eine Pipi- und Frühstücks-Pause.

Der Rasthof hat viel zu bieten – es gibt sogar einen weitläufigen Park, in dem man sich die Beine vertreten kann
Unser Frühstück, eine Art Wrap mit Ei, Gemüse und einer Knusperwaffel
Glücklicherweise gibt es immer eine „normale“ Toilette, sodass Isi Pipi-Squads erspart bleiben
An der Raststätte kann man sich lebende Riesen-Heuschrecken als Haustiere kaufen
Das Essen beim Lieferanten ist wie immer vorzüglich

Nach dem Lieferantenbesuch reisen wir am frühen Abend zurück nach Shanghai, auch hier ist der Verkehr zwar sehr dicht, aber alle halten sich an die Regeln, bleiben in ihren Spuren und keiner kommt auf die Idee zu hupen.

Abends gibt es wieder köstliche chinesische Küche.

Halb-frittierte Dumplings
Frittierter Fisch

Nach dem Essen geht es auf 320 Meter Höhe, um Shanghai aus der Vogelperspektive zu betrachten.

Ganz schön windig in luftigen Höhen

Zum Abschluss gibt es vom Boden aus noch ein obligatorisches Skyline-Selfie, bevor es ab ins Hotel zum Schlafen geht.

Cliff ist abends in Vadodara mit dem gestern bekochten Kollegen beim Abendessen, der inzwischen auch bei uns eingezogen ist und bereits die letzte, wie auch die heutige Nacht in unserem Gästezimmer schläft.

Moped fahren darf nicht fehlen
Gezockt wird auch

Schaut man sich die Behausung an, in der unser Kollege wohnt, verwundert es nicht, dass er gar nicht mehr gehen will…

Freitag:

Heute geht es für Isi in unser chinesisches Werk am Stadtrand von Shanghai. Die chinesischen Kollegen erklären uns, dass das Werk in einer sehr ländlichen Gegend liegt, die „ländliche Gegend“ ist immer noch dichter besiedelt als so manche europäische Großstadt…

Nach dem Mittagessen gibt es erstmal eine Runde Billard zur Verdauung.

Zum Feierabend begeben wir uns wieder ins Zentrum, um den Pearl Tower zu besuchen.

Der Shanghai-Tower, das höchste Gebäude Chinas und das dritthöchste Gebäude der Welt
Blick auf Shanghai vom Glasboden des Pearl-Towers aus ca. 250 m Höhe
Hoffentlich hält das Glas nach all dem Essen der letzten Tage
Der Pearl-Tower von außen, erinnert ein klein bisschen an den Fernsehturm in Berlin

Nach der Turmbesichtigung verabschieden wir uns von unseren europäischen Kollegen, die am Abend ihren Heimflug haben. Isi geht mit den chinesischen Kollegen zum Ausklang der Reise noch Hot Pot essen, da ihr Flieger erst morgen Früh zurück nach Indien geht.

Beef Loading bevor es zurück nach Indien geht, Vegetarier haben es in China nicht so leicht, Fleisch in jeglicher Form dominiert ganz klar die Ernährung
Shrimps
Magen 🙄 Isi hat mit etwas Überwindung probiert und für gut befunden
Der Hot Pot
Moped-Schirm

Unterdessen bedienen sich die Kühe in Vadodara an den Pflanzen unserer Nachbarn.

Abends trifft Cliff zum dritten Mal in Folge seinen Lieblingskollegen Ravi.

Außerdem erhält Cliff von Isi die Auflage, dass der Kollege aus dem Haus ist, wenn sie am Samstagabend wieder nach Hause kommt. 😂

Samstag:

Der Wecker in Shanghai klingelt früh, da Isi um 4:30 Uhr zum Flughafen abgeholt wird. Die Reise wird heute relativ lang mit 2 Umstiegen (Shanghai – Bangkok – Mumbai – Vadodara).

Am Flughafen in Shanghai vertreibt Isi sich die Zeit bis zum Abflug mit ein wenig Bummeln und stößt dabei auf fragwürdige Snacks.

Hühnerfuß to Go

Im Flieger hört Isi in der Reihe hinter sich eine Familie einen sehr vertrauten schwäbischen Dialekt sprechen, als die Mutter mit ihren drei Kindern plötzlich über Meckenbeuren spricht. Isi spricht daraufhin die Frau an, sie kommen tatsächlich vom Bodensee. Sie haben die Schwester des Mannes in Shanghai besucht und verbringen nun noch 2 Wochen Sommerferien in Thailand – klein ist die Welt! 🙂

Cliff verbringt den Nachmittag heute auf dem Land bei einem Kollegen.

Es werden Kokosnüsse gepflückt,…
… Bananen…
… und Papayas geerntet
Moped darf mal wieder nicht fehlen
Blumen werden gekauft – Cliff wird strikt untersagt die Pflanzen zu tragen, stattdessen muss die arme Dame ran…
Pumpwerk zur Wasserversorgung
Im Anschluss wird geshoppt
Cliff‘s Ausbeute für knapp 70 €

Isi hat unterdessen in Bangkok am Flughafen noch etwas Alkohol gekauft, dabei aber nicht bedacht, dass es eine Höchstgrenze von 2 Litern für die Einfuhr in Indien gibt, die sie um einen halben Liter überschreitet. Daher ist sie bei der Zoll-Kontrolle etwas nervös und als ihr Gepäck gescannt wird, gelingt es ihr tatsächlich den Beutel mit dem Alkohol vor den Zollbeamten so selbstverständlich an der Schulter zu tragen, dass sie ihn gar nicht in den Fokus nehmen – Glück gehabt. 😇

20:20 landet Isi’s Flieger pünktlich in Vadodara. Heute wird in Indien der Independence Day gefeiert, weshalb der Flughafen schön geschmückt ist. So muss Cliff nicht auf seinen Nationalfeiertag in Liechtenstein verzichten, der auch auf den 15.08. fällt. Nur fehlt hier leider das Freibier… 😉

Rangoli Kunst

Isi wird von Cliff ganz romantisch per Tuk Tuk abgeholt. Nach Ankunft zu Hause wird noch eine Kleinigkeit gegessen und dann geht es ab ins Bett.

Nach einer erneut ereignisreichen Woche geht es auf in Woche 31, die hoffentlich zur Abwechslung mal etwas weniger aufregend wird. 🙂

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