Woche 29

Sonntag:

Per App haben wir eine professionelle Sofareinigung bestellt. Der erste Dienstleister sagt nach 45 Minuten Verspätung grundlos ab. Daraufhin haben wir einen neuen Dienstleister bestellt, der ausschließlich mit einem handelsüblichen Staubsauger auftaucht. Heute also keine Sofareinigung, das Geld ist trotzdem weg (zum Glück nur ca. 10 €).

Montag:

An der Arbeit hat sich ein frecher Wauzi an unserem strengen Wachpersonal vorbeigeschlichen und suhlt sich sichtlich zufrieden auf unserer sattgrünen Wiese.

Beim Mittagessen erzählt Isi einem indischen Kollegen, dass sie seit Indien keine Nachrichten mehr verfolgt. Daraufhin empfiehlt dieser ihr, dem deutschen Tagesschau Instagram Kanal zu folgen, da er diesen für sehr informativ hält. Dieser Tipp kam überraschend.

Nach der Arbeit kaufen wir mal wieder Blumentöpfe.

Die Mückenstiche gibt es gratis dazu

Wir kaufen vorerst nur ein farbiges Modell, die farblosen Töpfe bringen uns aber auf eine Idee. Und so bestellen wir auf dem Heimweg 4 Liter Acrylfarbe und Malerpinsel, um uns in Zukunft unsere eigenen Töpfe nach Lust und Laune zu gestalten…

Auf dem Heimweg platzt plötzlich der Himmel auf und es regnet in Strömen. Man beachte den tapferen Schirmhalter auf dem Moped:

Dienstag:

Heute gibt es an der Arbeit eine Wettbewerbsanalyse mit Trennscheiben aus der ganzen Welt. Isi‘s Aufmerksamkeit liegt auf einer Trennscheibe, die aus ihrer ehemaligen Heimat Friedrichshafen vertrieben wird. Ein netter Zufall, der Isi ein klein wenig wehmütig macht.

Seit dieser Woche läuft unser Entfeuchter auf Dauerbetrieb aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit.

Heute hat Cliff sich auf eigene Faust an seine Steuererklärung gesetzt. Innerhalb von 30 Minuten war alles erledigt, eine Nachzahlung von lediglich ca. 50 € wurde fällig. Isi hatte das Privileg einer Steuerklärungsagentur genutzt, alleine für die Zusammenstellung aller erforderlichen Dokumente hat sie 3-4 mal so lange gebraucht. Damit stellte sich der Mehrwert der Agentur durchaus in Frage.

Nach der Arbeit holen wir uns unsere August-Ration im Liquor Shop ab, wie gewohnt verpacken wir es anonym in unserem Reisekoffer für den Abtransport nach Hause.

Außerdem wurde heute unser neues Sideboard geliefert, das wir am Wochenende für unseren Essbereich bestellt haben. Erfreulicherweise sieht es in Echt genauso hübsch aus, wie online dargestellt und so bestellen wir direkt ein weiteres Sideboard dieser Sorte.

Mittwoch:

Nach Feierabend wird mal wieder fleißig umgetopft und die Blumen werden für ein Wochenende „allein zu Hause“ vorbereitet, denn Morgen geht es für Cliff auf Überraschungstrip: Isi hat zum ersten kirchlichen Hochzeitstag einen kleinen Ausflug geplant.

Versehentlich artet der Abend zu einer kleinen Privatparty zu zweit aus, die mit einer Mc Donald‘s Bestellung um 3:30 Uhr morgens endet. 😇

Donnerstag:

Etwas zerknittert starten wir mit knapp 2 h Verspätung am Vormittag per Taxi zu unserem Ziel. Cliff ist nach wie vor ahnungslos.

Die Spuren der Party sind durchaus noch sichtbar

Unterwegs gibt es mal wieder einige Kuriositäten zu bestaunen.

Die offizielle Pipi-Pause lässt Isi gerne aus und verdrückt sich einige Zeit später, als es nicht mehr auszuhalten ist, in ein einsames Gebüsch.

Nach knapp 6 h Fahrt Ankunft in unserer Bleibe.

Wir kommen in einem sehr authentischen und gemütlich eingerichteten Guest House unter und fühlen uns direkt wohl
Von der Dachterrasse unserer Unterkunft haben wir beste Sicht auf den Stadtpalast Udaipurs

Nach einem kurzen taktischen Nachmittagsschlaf brechen wir zu einer ersten kleinen Stadterkundung und zum Abendessen auf.

Vom Restaurant aus haben wir besten Blick auf den Pichola-See
Der Wein schmeckt schon wieder
Die Luft hier ist herrlich und wir frieren fast ein bisschen bei kühlen 26 Grad, die hohe Luftfeuchtigkeit spürt man interessanterweise kaum
Ein Luxushotel mitten auf dem See, das nur per Boot zu erreichen ist

Auch hier prägen die Kühe das Stadtbild, selbst vor den engen verwinkelten Gassen der Altstadt machen sie nicht Halt.

Die Häuserwände in der Altstadt sind mit hübschen Gemälden geschmückt.

Der Wauzi hat sich zum Schlafen auf ein sicheres Dach begeben

Nach einem kurzen Verdauungsspaziergang zurück zur Unterkunft, begeben wir uns auf die Dachterrasse, um mit unserer Drohne einen Nachtflug zu starten. Cliff fliegt unbeirrt über die Stadt, den See, entfernte Berge und auch den Stadtpalast, als wir plötzlich von aufgeregten Rufen des Sicherheitspersonals des Stadtpalasts aufgeschreckt werden, die uns wohl zu verstehen geben wollen, dass Drohnenflüge über dem Palast nicht gestattet sind. Wir packen zügig das Equipment zusammen, verschwinden in unserem Zimmer, verstecken die Drohne in einem von Isi’s Kleidern (sicher ist sicher, man kann ja nie wissen 🙂) und fallen müde ins Bett.

Freitag:

Wir gönnen uns heute eine Extra-Portion Schlaf und starten den Tag mit einem ausgiebigen Mittagessen in einem Grill-Restaurant mit hübscher Dachterrasse.

Chicken Biryani
Paneer Masala
Die bisher besten Cocktails, die wir in Indien genossen haben

Im Anschluss erkunden wir weiter die Stadt und besuchen den Stadtpalast, den wir gestern Nacht bereits ausgiebig per Drohne aus der Luft begutachtet haben. Auf dem Palastgelände werden wir mal wieder zu einem begehrten Fotomotiv, sodass es eine ganze Weile dauert, bis wir uns zum Eingang des Palasts vorgearbeitet haben.

Von dieser Mauer rief uns gestern Nacht das Wachpersonal freundlich zu, den Drohnenflug zu unterlassen

Der Palast ist riesig und die Besichtigung sehr ermüdend, sodass wir im Anschluss zurück zu unserer Unterkunft gehen und eine kurze Pause einlegen, bevor wir abends wieder zum Abendessen aufbrechen.

Nicht nur wir fanden den Palastbesuch ermüdend, andere Besucher geben ihrer Müdigkeit direkt nach und machen es sich auf der Palastwiese gemütlich

Mit frisch getankter Kraft brechen wir zum Abendessen auf.

Die Abendessen-Location, auch heute wieder auf einer Dachterrasse (so ziemlich jedes Restaurant besitzt eine)
Eine feine asiatische Pho Suppe und im Hintergrund Laal Maas, eine scharfe Lamm-Spezialität aus Udaipur

Samstag:

Heute heißt es früh aufstehen, denn wir werden um 5:15 von unserem Fahrer abgeholt, um den Sonnenaufgang auf einem nahegelegenen Berg, dem Baahubali, zu beobachten. Das Aufstehen hat sich gelohnt, die Aussicht ist wirklich wunderschön, leider waren wir aber nicht die Einzigen mit dieser Idee, sodass das Erlebnis nicht so einsam wie erwartet wird.

Die Drohne kommt auch zum Einsatz
360 Grad Aufnahmen mit fragwürdigem Equipment als durchaus gutes Geschäftsmodell, die Inderinnen stehen Schlange
Ein Special Maggi Point darf unterwegs zur Stärkung nicht fehlen

Anschließend fahren wir zurück zum Hotel, wo Cliff im Frühstücksraum Bilder entdeckt, die ihm sehr gut gefallen.

Die Objekte der Begierde

Er fragt unseren Gastgeber, wo er die Bilder her hat und dieser erzählt ihm, dass sie von einem lokalen Künstler seien. Prompt ist der Kontakt hergestellt und so begeben wir uns nach dem Frühstück in das 5 Quadratmeter große Atelier von Rajesh Soni, der uns stolz seine Kunst und seine zahlreichen Artikel in Kunstzeitschriften präsentiert. Nach einigen Verhandlungen haben wir 7 der Kunstwerke gekauft, und wir fahren mit Rajesh zu einem Restaurant, das er uns wärmstens empfiehlt, um auf unseren ersten gemeinsamen Kunstkauf anzustoßen.

Anekdote aus dem Atelier: Der Künstler zeigt uns viele seiner Bilder, bei einem ist Isi abgelenkt, das Bild weckt aber ihre Aufmerksamkeit, allerdings hat Rajesh das Bild bereits wieder weggepackt und Isi findet es nicht mehr. Da sie das Bild nochmal sehen will, beschreibt sie das Bild förmlich und etwas kompliziert, dass es sich um eine etwas korpulentere Frau oder Figur handele, die auf dem Boden sitzt oder kniet. Als Rajesh damit nichts anfangen kann, wird Cliff deutlicher und sagt, dass es eine fette Frau war, die auf dem Boden saß. Dann kommt ihm ein Geistesblitz, er zückt prompt das Bild und sagt empört, dass es sich dabei um den Gott Lord Krishna handele. Hupsi 😂

Wir haben einen köstlichen Nachmittagssnack und da wir bei Betreten des Restaurants von kleinen Kindern um Geld oder Essen angebettelt werden, bestellen wir noch eine Extra-Portion Pommes, die wir im Anschluss einem Mädchen anbieten. Wir haben den Eindruck, dass ihr Geld lieber gewesen wäre, dennoch nimmt sie die Pommes zögerlich an.

Unterwegs gibt es wieder einiges zu Bestaunen.

Wir ziehen noch etwas durch die Altstadt Udaipurs, um Gewürze für Cliff‘s Biryani-Experimente zu kaufen (Vision: nach 3 Jahren möchte er DER Biryani-Experte Indiens sein 🙂) und kaufen noch das ein oder andere dekorative Stück für unsere Wohnung.

Kurze Tee-Pause beim Gewürzhändler
Cliff schult kurzerhand zum Spirituosen-Verkäufer um

Zurück in der Unterkunft begeben wir uns auf unsere Dachterrasse, um den Sonnenuntergang zu genießen (leider ist es aber etwas bewölkt, daher ist es eher unspektakulär). Cliff hat Isi noch eine tolle Überraschung zum Jahrestag organisiert, mit der sie nicht gerechnet hatte: die Uhr, die sie vor 2 Wochen anprobiert hatte, als Cliff sich seine Uhr gekauft hat. Außerdem hat er ihr noch eine Uhrenaufbewahrung per 3D Druck gedruckt, die sich beliebig erweitern lässt, damit noch viele weitere Geschenke folgen können. ☺️

Im Anschluss gehen wir ganz romantisch Abendessen in einen Pizza-Imbiss mit sehr guter Pizza, die ihrem italienischen Vorbild recht nahe kommt und beenden den Abend mit einem Absacker auf einer der unzähligen Dachterrassen.

Pure Romance im Pizza-Imbiss ❤️

Kommentar verfassen