Woche 28

Sonntag:

Nach einem ausgiebigen Frühstück und einem gemütlichen Start in den Tag, brechen wir zum Cherai Beach im Norden Kochi‘s auf. Wir nehmen eine kleine Abkürzung per Fähre, die uns 30 Minuten Weg spart.

Die 5-minütige Fahrt kostet für Cliff 3 Rupees
(< 3 ct), für Isi ist die Fahrt kostenlos
Vor der Fähre gibt es eine lange Schlange, es ist ein beliebtes Fortbewegungsmittel, da man durch die vielen Wasserkanäle sehr viel Zeit im Vergleich zum Landweg sparen kann
Ankunft auf der anderen Seite

Von dort aus buchen wir uns ein Taxi, um unsere Reise fortzusetzen. Nach 45 Minuten kommen wir am Strand an. Leider setzt pünktlich zu unserer Ankunft auch der Regen ein, sodass wir uns erstmal in ein Restaurant flüchten. Wir gönnen uns eine kleine Stärkung in fester und flüssiger Form.

Die Leergut-Sammelstelle des Restaurants, selten sieht man in Indien so viel Struktur und Ordnung
Generell ist es in Kochi viel sauberer als in Vadodara, vermutlich liegt das an den Mülltonnen, die überall zur Verfügung stehen, selbst für Flaschen gibt es separate Sammelbehälter und die Leute scheinen sich daran zu halten

Nach kurzer Zeit klart der Himmel wieder auf und wir begeben uns an den Strand, um etwas Drohne zu fliegen.

Mit dem besseren Wetter nehmen auch die Menschenmassen am Strand zu
Wir finden einen weitestgehend leeren Strandabschnitt, das Baden lassen wir aber aus

Anschließend treten wir den Rückweg an, da am Abend etwas Kultur angesagt ist: wir besuchen eine Kathakali Tanzshow, für die Kerala sehr berühmt ist. Die Kostüme und Schmink-Kunst sind faszinierend, wenngleich wir etwas Probleme mit der Interpretation der Geschichte haben. Im Grunde ist die Storyline aber immer die Gleiche: ein tapferer Held, das Gute und das Böse, die um das Herz des tapferen Helden kämpfen, am Ende gewinnt natürlich das Gute. 🙂

Die Show beginnt mit einem eigenartigen Augentanz:

Die Bösewichtin:

Grande Finale:

Nach der Show gönnen wir uns ein letztes köstliches Abendessen in unserem Hotel.

Chicken-Biryani im Bananenblatt

Montag:

Zum checkout bekommen wir noch einen schmackhaften Abschiedsgruß, bevor wir zu einer kleinen Shopping- und City-Tour aufbrechen.

Synagoge
Mattancherry Palace mit historischem Museum zur Geschichte Kochis und Keralas
Eine Trage für faule Staatsoberhäupter
Antiquitäten

Ein Gemälde der Straße haben wir uns als Andenken mit nach Hause genommen.

Der Künstler behauptete, dass die Wasserflecken auf dem Bild beabsichtigt seien, um die Regenzeit darzustellen. Wir sind uns bis heute nicht so sicher, aber egal, denn wir mögen das Bild trotzdem sehr – vielleicht gerade weil es so perfekt unperfekt ist, wie so vieles in Indien… 🙂

Im Anschluss geht es an den Flughafen, wo wir uns Dank unserer Bankkarte für schlappe 25 Rupees (< 25 ct) Lounge-Zutritt verschaffen und noch eine kleine Stärkung zu uns nehmen, bevor der Flieger pünktlich kurz nach 18 Uhr abhebt.

Ankunft um 21 Uhr in Ahmedabad, Rückreise nach Vadodara mit dem Taxi (zum Glück ohne Regen), Ankunft zu Hause um 23:30 Uhr. Im EG erwartet uns eine große Lieferung, nach langem Warten ist endlich unser Gästebett angekommen! Besucher sind ab sofort also herzlich Willkommen. 🙂

Wir schleppen als letzten Akt des Tages die Pakete in die Wohnung und fallen anschließend müde ins Bett.

Dienstag:

Nachdem wir unsere Aadhaar-Nummer nun haben, gehen wir nach der Arbeit ins Autohaus und bestellen unser Wunsch-Auto. Dort erfahren wir, dass nun noch zusätzlich die Steuer- und Aadhaar-Nummer miteinander verknüpft werden müssen, was unser Unterfangen erneut verzögert.

Anschließend gönnen wir uns ein Abendessen mit stilvollem Sushi-Haus (vegetarisch, aus Sicherheitsgründen 😉).

Dimsum
Curry-Ramen

Mittwoch:

Nach der Arbeit gehen wir in ein Uhrengeschäft, weil Cliff sich eine Uhr für den Alltag kaufen möchte. Seine Wahl fällt auf die indische Marke Titan, die geschmackvolle Uhren zu erschwinglichen Preisen anbietet.

Auf dieses Modell ist Cliff‘s Wahl gefallen, kostet ca. 130 €

Isi stöbert auch ein wenig, belässt es aber ausnahmsweise beim Gucken.

Keramik-Modelle sind etwas teurer und liegen bei ca. 450 €

Donnerstag:

Marktbesuch nach der Arbeit. Anders als sonst, werden wir heute permanent und sehr aufdringlich von bettelnden Kindern verfolgt. Als Cliff ihnen 10 Pflaumen kauft, rennen sie sofort weg, um kurze Zeit später ohne die Pflaumen wiederzukommen, und mit ihrer Bettelei weiterzumachen. Wir schwanken zwischen Mitleid und Genervtheit, haben aber den Eindruck, dass es sich bei den Kindern um einen Teil der bekannten Bettelmafia handelt, da die üblichen Bettler nicht so aufdringlich sind. Wir sind jedenfalls froh, als wir mit unseren Einkäufen fertig sind und uns wieder in unser Auto begeben können.

Abends baut Cliff das Gästebett auf, leider müssen wir feststellen, dass die Füße teilweise falsch geliefert wurden und keine einheitliche Farbe haben.

Gold
Schwarz
Schwarz

Nun ja, mal wieder eine kleine Extra-Runde, die wir drehen müssen…

Freitag:

Als wir gerade aufstehen wollen, bekommen wir einen Anruf von unserem Fahrer. Er empfiehlt uns, aufgrund der starken Regenfälle heute nicht an die Arbeit zu gehen.

Wir sind uns unschlüssig, bekommen aber Stück für Stück von einigen Kollegen mit, dass auch diese nicht an die Arbeit kommen, weil die Straßen teilweise knietief unter Wasser stehen.

Eindrücke aus der Wohnung eines Kollegen

Somit gibt es heute einen ungeplanten Tag im Homeoffice, den Isi effizient mit Multitasking verbringt.

Am frühen Abend kommt unser Autoverkäufer bei uns vorbei, um die Anzahlung zu finalisieren, nachdem die Verknüpfung unserer Steuer- und Aadhaar-Nummer gestern bestätigt wurde. Somit steht dem Kauf nun nichts mehr im Wege, die Lieferzeit beträgt 1-2 Monate, wir sind schon voller Vorfreude und Aufregung!

Abends setzt Isi Sauerteig für ein neues Back-Experiment an. Diesmal gibt es Zimtschnecken! 😋 Nachts um 12 ist der Teig fertig, morgen früh um 6 geht es weiter.

Samstag:

Vor Arbeitsbeginn macht Isi die Zimtschnecken fertig: Teig ausrollen, befüllen, zusammenrollen, portionieren und auf dem Blech platzieren.

Dann heißt es wieder Warten. Da es auch heute stark regnet und wir beide nicht wirklich gesund sind (Isi plagt ihr Infekt seit 5 Wochen, Cliff schwächelt seit dieser Woche mit ähnlichen Symptomen), beschließen wir, nicht an die Arbeit zu fahren und unsere Aufgaben von zu Hause aus zu erledigen.

Nach 3 Stunden Gehzeit, kommen die Zimtschnecken in den Ofen.

Davor
Dazwischen
Danach

Hoffentlich schmecken sie so gut wie sie aussehen! 😍

Durch den Regen herrscht eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit, die die eigentlich angenehmen 26 Grad recht unerträglich macht.

Die Feuchtigkeit drückt auch merklich in die Wohnung, glücklicherweise lässt sich das aber mit der Klimaanlage relativ gut regulieren.

91 % Luftfeuchtigkeit

Gegen Mittag werden die Zimtschnecken verkostet, sie sind unfassbar lecker! 🤤

Monsun-Gespräche:

Isi und Cliff stehen am Fenster und schauen nach draußen.

Isi: „Es ist schon verrückt, der Regen hier in Indien ist teilweise ganz anders, viel feiner. Man schaut raus, denkt es regnet nicht und trotzdem regnet es in Strömen. Oder?“

Cliff: „Keine Ahnung, habe ich noch nicht beobachtet. Und gerade regnet es ja nicht.“

Isi schaut Cliff verwundert an.

Isi: „Dann schau nochmal genauer hin.“ 🙂

Abends muss Cliff erstmal das Internet reparieren…

… bevor es per Flugsimulator von Vadodara nach Ahmedabad geht.

Nach einer sanften Landung folgt ein gemütlicher Wochenausklang auf dem Sofa.

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