Woche 27

Sonntag:

Isi versucht sich heute auch zum ersten Mal an Sauerteig-Experimenten. Sie entscheidet sich für eine süße Variante in Form eines Sauerteig-Zopfs.

Mal schauen, ob das was wird

In der Gehzeit bis zum Backen bestellt Isi sich ein Spa-Treatment nach Hause: koreanische Gesichtsbehandlung, Wimpern zupfen und Pediküre. Ein 3-stündiges Treatment für ca. 25€.

Nach der sehr guten und entspannenden Behandlung, wird der Zopf in den Ofen geschoben, bevor etwas Action angesagt ist: wir machen Probefahrten mit unseren zwei Favoriten, dem Mahindra 7X0 und dem Mahindra Thar!

Von außen sieht er schonmal sehr gelungen aus!
Auf dem Weg zum Autohaus gibt es mal wieder allerhand Kuriositäten zu bestaunen
Trockenübung, bevor es auf die Straße geht
Die Praxis überlässt Isi für‘s Erste aber doch lieber Cliff

Sätze, die Isi während der Probefahrt zu Cliff sagte:

„Brems!!!“

„Ich glaube jetzt bist du Geisterfahrer.“

Eindrücke von unterwegs: wenn man mal etwas Cabrio-Feeling braucht, aber gerade keines zur Hand hat

Alles in allem verliefen die Probefahrten mit unseren zwei bevorzugten Modellen aber unproblematisch und Cliff hat sich fantastisch im indischen Straßenverkehr geschlagen.

Zu Hause angekommen, gönnen uns erstmal eine Portion Zopf.

Schmeckt wunderbar!

Auch Cliff hat wieder Brot gebacken, mit jedem Mal wird es immer noch ein kleines bisschen perfekter. Diesmal backen wir auch Brötchen, aus denen wir uns am Abend einen leckeren Chicken-Burger zaubern.

Montag:

Nach der Arbeit gibt es vor der finalen Entscheidung eine letzte Probefahrt, diesmal mit einem Kia Seltos. An einem Wochentag ist der Verkehr deutlich dichter und chaotischer, aber auch hier schlägt sich Cliff souverän und seine auf Gujarati gelernten Schimpfwörter machen sich endlich bezahlt.

Nach der Probefahrt ist Abendessen angesagt und es wird sich eifrig über die Fahrzeugwahl ausgetauscht. Am Ende des Essens ist die Entscheidung getroffen – stay tuned für die Auflösung. 🙂

Veganes Jackfruit Shawerma – unglaublich lecker!

Dienstag – Mittwoch:

Business as usual.

Bei Hilti auf dem Werksgelände gilt Helmpflicht, wenn man mit dem Moped oder Motorrad anreist. Ein häufig beobachtetes Phänomen: die Kollegen fahren ohne Helm bis kurz vor das Werksgelände, halten an, ziehen sich den Helm auf und fahren auf das Gelände. #safetyfirst

Der Pflanzen-Wahn geht weiter: wir stellen fest, dass wir zu viele Setzlinge gezogen haben und wollen uns jetzt am liebsten von keinem trennen, allerdings gehen uns allmählich die Töpfe aus.

Donnerstag:

Nach mehr als 180 Tagen in Indien sind wir endlich Aadhaar berechtigt, ein Identitätsnachweis, den wir zum Kauf eines Autos benötigen, aber auch dafür, um nach unserem Indien-Aufenthalt unsere eingezahlten Sozialleistungen wiederzukommen.

Offiziell öffnet das Büro um 10 Uhr, als wir 10:15 Uhr ankommen, ist es immer noch geschlossen und die Menschen warten im strömenden Regen vor dem Gebäude. 10:30 Uhr kommen die Beamten endlich gemütlich anspaziert und öffnen die Pforten.

Die beiden Mädels warten auch auf die Öffnung, beim Schutz vor dem Regen werden sie kreativ

Es gibt eine lange Schlange, man muss sich zuerst manuell in ein Buch eintragen und dann wieder laaange warten. Als wir zu einem Beamten gerufen werden, dem wir unser Anliegen erklären, erklärt er uns, dass wir noch 5 weitere Monate warten müssen, bis wir Aadhaar-berechtigt sind, weil unser letzter Einreisestempel auf den 15.06. datiert ist. Als Isi daraufhin ein wenig der Kragen platzt, weil das bedeuten würde, dass wir nie Aadhaar berechtigt sein werden, weil wir spätestens alle 3 Monate wegen Cliffs Vorsorgeuntersuchungen aus Indien ausreisen müssen, lenkt der Herr ein und schickt uns in das obere Stockwerk, um es mit dem Chef zu klären. Nach weiteren ermüdenden Minuten/ Stunden, werden wir in das Büro gerufen. Hier interessiert sich plötzlich niemand mehr für Ein- oder Ausreisestempel, das einzige Datum, das zählt, ist das Startdatum unseres indischen Visums, der 08. Januar 2026.

Ein paar Eindrücke aus dem Aadhaar Office:

Bitte lächeln!
Kaum zu glauben, dass sich in einem so runtergekommenen Gebäude eine offizielle Behörde befindet. Immerhin wird uns stolz von dem neu angeschafften, hochfortschrittlichen IT-Equipment berichtet – ein ziemlicher Widerspruch.

Nach 3 Stunden ist es endlich geschafft und wir verlassen glücklich das Aadhaar Office. In 1-2 Wochen sollten wir die Aadhaar Karte per Post erhalten.

Während der Warterei regnete es unermüdlich, inzwischen verstehen wir, warum die Einheimischen meistens nur in Schlappen rumlaufen, vor allem während der Monsun-Zeit.

Anschließend düsen wir ins Büro, unterwegs holen wir uns noch eine kleine Stärkung aus einer Bäckerei.

Zurück im Office klingeln plötzlich alle Handys gleichzeitig- eine Wetterwarnung aufgrund der anhaltend starken Regenfälle. Nachdem unsere Kollegen aber alle entspannt bleiben, beschließen wir, es ihnen gleichzutun.

Rosige Aussichten für die nächsten Tage

Zu Hause angekommen, installieren wir das Bewässerungssystem für unsere Pflanzen, da es morgen für ein verlängertes Wochenende auf Reisen geht! Die Vorfreude ist riesig, wir hoffen, dass der anhaltende Regen uns keinen Strich durch unsere Reisepläne macht.

Freitag:

Heute geht es nach Kochi, Kerala! Wir haben frei und starten früh zum Flughafen nach Ahmedabad. Unser Taxi hat den Dichtheitstest aufgrund des ganzen Regens der letzten Stunden nicht bestanden und so gibt es das Fußbad gratis dazu.

Unterwegs steht alles unter Wasser, die Autobahn ebenfalls, wir sind mehr als glücklich, als wir nach 2 h Autobahn endlich in Ahmedabad ankommen.

Auch Ahmedabad steht unter Wasser, wir kommen dennoch gut vorwärts und erreichen den Flughafen früher als geplant.

Am Flughafen läuft auch alles reibungslos und so haben wir noch ausreichend Zeit für ein gemütliches Frühstück. Der Flug verläuft ruhig und wir kommen nach knapp 2,5 h pünktlich in Kochi an. Auch hier regnet es, allerdings deutlich weniger als in Gujarat.

Nach 1,5 h Fahrt vom Flughafen zur Unterkunft haben sich die Wolken aufgelöst und es erwartet uns ein strahlend blauer Himmel.

Erste Station nach Ankunft: ein Diner, das Beef Burger mit Bacon anbietet. 🤫 (in Kerala ganz normal)

Dann brechen wir zu einem Spaziergang auf, um die Gegend ein wenig zu erkunden. Erster Stop: die chinesischen Fischernetze.

Hübsch
Nicht so hübsch
Kochi ist für indische Verhältnisse extrem sauber, nur ausgerechnet an einer der Haupt-Touristenattraktionen, türmt sich der Müll.
Wir legen selbst Hand an und bedienen eines der Fischernetze

Danach treffen wir auf Isi‘s persönliches Paradies: zwei Hundemamas mit insgesamt mehr als 15 Welpen! 😍

Der Schal weckt besonderes Interesse
Hier wird sich erstmal eine Runde ausgeruht, bevor wieder wild weitergetobt wird
Die älteste Kirche Indiens
Ausklang des Abends mit einem köstlichen Südindischen Abendessen im Hotel

Samstag:

7 Uhr morgens startet der Tag mit einem geführten Heritage Walk durch Fort Kochi.

Unser Hotel von außen
Imposante Rain Trees prägen das Stadtbild von Kochi
Die Fischernetze aus einer anderen Perspektive

Reges Treiben auf dem Fischmarkt am frühen Morgen. Die meisten der Fische sind noch am Leben – zwar ist es das beste Frischekriterium, leider aber eine Qual für die armen Fische…

Die Katzen wissen, wo sie sein müssen, um auch etwas von der Beute abzubekommen. Ironischerweise handelt es sich bei dem Fisch um einen „Catfish“.
Wir treffen auch wieder auf unsere pelzigen Freunde, diesmal sind sie aber nicht ganz so aktiv wie am Vortag.

Die Einwohner Kochis sind morgens sportlich sehr aktiv: es wird gejoggt oder geradelt, es gibt Outdoor-Fitnesskurse, es wird Fußball oder Cricket gespielt.

Nach dem Sightseeing gehen wir zurück ins Hotel und frühstücken ausgiebig. Dann wird eine Runde gefaulenzt, bevor es am Nachmittag per Boot in die Backwaters von Kochi geht!

Unser Boot
Cliff‘s erster Outdoor-Flug mit seiner neuen Drohne, und das direkt auf dem Wasser – gewagt, aber es geht zum Glück alles gut. 🙂 (die atemberaubenden Videos folgen in einem separaten Beitrag)

Wir stoppen auf dem Grundstück einer älteren Dame, die uns zeigt, wie man aus Kokosfasern ein Seil herstellt und wie man aus den Blättern einer Kokospalme ein Dach flechtet.

Anschließend begeben wir uns auf den Rückweg, nicht ohne mal wieder eine neue Hundefreundschaft geschlossen zu haben. Isi hat den Hund von seiner Leine befreit, der Abdruck am Hals und die riesige Begeisterung über seine neu gewonnene Freiheit deuten darauf hin, dass er sein Dasein hauptsächlich an einen Strick gefesselt fristet. Wir werden wohl nie erfahren, ob es der Dame gelingen wird, den Hund wieder einzufangen…

Wieder zu Hause angekommen, machen wir uns kurz frisch und brechen in ein nahegelegenes Restaurant auf, wo wir den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Das beste Dessert seit wir in Indien sind: Kokosnusspudding, leicht und frisch mit nur wenig Süße – ein Traum! P.S.: Kerala bedeutet übrigens übersetzt „Land der Kokosnuss“

Außerdem erreichen uns heute erfreuliche News von der Aadhaar-Behörde. Unsere Anträge wurden genehmigt, somit steht dem Autokauf nun nichts mehr im Wege. 🙂 Auf allzeit gute Fahrt und viele neue Abenteuer…

Kommentar verfassen