Woche 7

Sonntag:

Nach einem schnellen Frühstück begeben wir uns auf die 4-stündige Heimfahrt von Daman nach Vadodara.

Schön!

Zu Hause angekommen, legen wir uns erstmal zum Nachmittagsschlaf in unser frisch aufgebautes Bett – sehr gemütlich! Abends werden Lebensmittel bestellt, die 15 Minuten später eintreffen, und es geht ans Kochen. Als wir unseren Gasherd anstellen wollen, stellen wir fest, dass unser einziges Feuerzeug fehlt. Wir hatten dem Makler für Samstag unseren Schlüssel überlassen, um die Mängel an der Wohnung zu beseitigen (unsere Wertsachen haben wir im Schlafzimmer unzugänglich abgesperrt). Die Mängel sind immer noch da, nur fehlt jetzt obendrein noch unser Feuerzeug… Also schnell ein Feuerzeug bestellt, 10 Minuten später ist es da. Nach dem Essen will Isi sich weiter ans Putzen machen, muss aber leider feststellen, dass die Putzkolonne vom Samstag den Dreck da gelassen und neu verteilt hat, und zur Belohnung unser Putzequipment mitgenommen hat… Wutentbrannt schreibt Isi eine Mail an den Makler und fordert das Equipment bis spätestens Montagabend zurück.

Montag:

Als Isi morgens ihre Arbeitstasche packt, muss sie feststellen, dass sie ihre AirPods nirgends finden kann. Sie ist sich aber sehr sicher, dass sie sie am Freitag vor Abreise nach Daman auf dem Esstisch zurückgelassen hat. Weil keine Zeit mehr für eine detaillierte Suche ist, will sie die weitere Suche auf abends vertagen. An der Arbeit kommt ihr die Idee, dass sie die Suchfunktion der AirPods nutzen kann, und muss feststellen, dass ihre AirPods fröhlich ihre Kreise durch Vadodara ziehen…

Mit jedem neuen Standort steigt Isi‘s Wut

Jemand vom Reinigungstrupp (oder der Makler selbst?!) muss sich also wohl am Wochenende bedient und sie mitgenommen haben. Isi fackelt nicht lange, beschwert sich beim Makler, bei der Eigentümerin und bei unserer Personalerin (die Wohnungssuche und der Makler liefen über Hilti). Die Personalerin ist entsetzt und droht dem Makler, dass die Kosten für die AirPods von der Maklerprovision abgezogen werden und – siehe da, wie durch ein Wunder – sind die AirPods 2 h später gefunden. Auf eine Entschuldigung warten wir vergebens, es scheint sich keiner verantwortlich dafür zu fühlen. Uns war es jedenfalls eine große Lehre, wir werden nie wieder jemanden während unserer Abwesenheit in unsere Wohnung lassen.

Glück gehabt – da sind sie wieder.

Am Nachmittag haben sich zwei Mitarbeiter einer Bank für einen Besuch bei Hilti angekündigt, um endlich unsere langersehnten Konten zu eröffnen. Wir müssen mal wieder einen Haufen offizieller Dokumente zusammensammeln, ausdrucken und zusammen mit unseren Passbildern (von denen wir glücklicherweise sehr viele in Isi‘s Geldbeutel mitgenommen haben) bei den Bänkern abgeben, dann noch viele leere Dokumente unterschreiben, die erst später befüllt werden (unter jedem Unterschriftenfeld steht: „Don‘t sign, if the form is not filled!“ – naja) und noch ca. 10 Bearbeitungstage abwarten, dann haben wir endlich unsere Konten.

Gerade noch rechtzeitig kurz vor Feierabend, kommen die von Isi bestellten Visitenkarten für die Konferenz am Donnerstag an! Die Freude währt nicht lange, der Name ist mal wieder falsch geschrieben (Isabel mit einem „l“), was noch zu verkraften gewesen wäre, leider ist aber die völlig falsche Mailadresse eines Kollegen abgedruckt. Also prompt reklamiert, morgen sollen die neuen Karten nach Hause geliefert werden.

Zu Hause angekommen eine zur Abwechslung erfreuliche Nachricht: Isi‘s Reisepass ist rechtzeitig zurück, der Geschäftsreise am Mittwoch und dem Heimatbesuch am Wochenende steht nun nix mehr im Weg!

Sehnsüchtig erwartete Post

Dienstag:

Heute ist Feiertag, der Tag vor Holi, da Cliff und Isi aber am vergangenen Sonntag frei hatten, was aufgrund des heutigen Feiertags ein vorgezogener Arbeitstag war, arbeiten beide von zu Hause aus. Isi muss – mal wieder auf den letzten Drücker – ein Poster und eine Stellungnahme für einen Produkt-Award, an dem Hilti auf der Konferenz teilnehmen wird, sowie obendrein noch ihre Konferenzpräsentation fertig machen, und ärgert sich, dass sie nicht schon früher begonnen hat, ist sich aber gleichzeitig im Klaren darüber, dass sich gewisse Dinge nie ändern werden.😉 Also, Augen zu und durch.

Heute hat sich nochmal ein Sanitär angemeldet, der auch tatsächlich mit nur 2 Stunden Verspätung kommt und alle unsere Toiletten repariert. Warmwasser in der Küche haben wir immer noch nicht, aber das Problem will er morgen lösen.

Am Nachmittag kommen wie versprochen Isi‘s Visitenkarten, diesmal sogar ohne Fehler.

Abends kommt ein Kollege vorbei, der Isi dabei unterstützt hat, das auf den letzten Drücker erstellte Poster zu drucken, das Ergebnis kann sich sehen lassen, dem Produkt-Award steht nichts mehr im Wege.

Mittwoch:

Leider können wir auf keines der zahlreichen Holi-Feste gehen, da Isi noch ihren Koffer packen muss und Cliff auf den Sanitär wartet und noch ein Meeting mit einem Kollegen aus Schaan hat.

Von unserer Wohnung aus können wir das bunte Treiben zumindest ein bisschen verfolgen.

Vor unserem Haus wird stundenlang wild getrommelt und mit Farben um sich geworfen.

Unsere Kollegen schicken Bilder von den Feierlichkeiten, wir leiden unter FOMO. 😂

Für 11 Uhr war der Sanitär angekündigt, bis 13 Uhr keine Spur von ihm. Isi begibt sich auf den Weg zum Flughafen, die Straßen sind gespenstisch leer aufgrund des Feiertags, alle Leute sind von oben bis unten voll mit Farbe und überall auf den Straßen sieht man bunte Farbkleckse.

Am Flughafen angekommen trifft Isi auf ihre Kollegen Erik und Surya, die sie auf die Konferenz begleiten. Surya, der einen sehr dunklen Hautton hat, hat am Vormittag Holi gefeiert und leuchtet trotz mehrfachen Duschens immer noch in allen erdenklichen Farben (aus Anstand hat Isi ihn nicht fotografiert, auch wenn die Versuchung groß war 😇). Er erklärt, dass die Farben in 2-3 Tagen wieder weg sein sollten. Isi ist in diesem Moment doch ganz froh, dass sie mit ihrer hellen Haut und den hellen Haaren Nix von den Farben abbekommen hat.

Es geht los! Eine seltene Gelegenheit bei Tageslicht aus Vadodara zu starten, da unsere Flüge ansonsten meistens nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang gehen. Isi hat sich noch fix einen Fensterplatz ergaunert und hat ihre Kamera gezückt für ein paar Schnappschüsse.

Statt Wolken sieht man hier die Dunstglocke, unter der wir immer sitzen.

Ankunft in Chennai und Fahrt zum Hotel

Oh Jesus!

Nach einem feinen Abendessen außerhalb des Hotels, voller kulinarischer Empfehlungen unseres südindischen Kollegen Surya, gibt es noch einen Absacker in der Hotelbar.

Im Staat Tamil Nadu ist das Trinken von Alkohol zwar erlaubt, trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass man es lieber sein lassen sollte

Als es sich Isi nach dem Absacker im Bett gemütlich macht, schrickt sie plötzlich auf, nachdem sie ein eigenartiges Geschöpf an ihrer Zimmerdecke identifiziert.

Sie ist bereits gedanklich dabei den Zimmerservice anzurufen, um das Insekt entfernen zu lassen. Mutig wagt sie es, sich dem vermeintlichen Insekt zu nähern und stellt bei näherem Hinsehen fest, dass es sich nur um einen schlecht installierten Wassersprinkler handelt. 🤦🏼‍♀️

Donnerstag:

Erster Konferenztag!

Positiv auffallend an Chennai ist, dass es deutlich sauberer und die Luftqualität wesentlich besser ist.
Die Konferenz-Deko: Stil kann man nicht kaufen – Stil hat man 😉

In der Pause geht Isi mal wieder auf Welpenschau

Abends ist Hilti Sponsor des Kulturprogramms, deshalb muss Isi auf die Bühne und den Musikern danken.

Die Musiker – während der Danksagung erfährt Isi, dass sie sehr selten zusammen spielen und heute hauptsächlich improvisiert haben – there might be signs…

Freitag:

Heute hält Isi auf der Konferenz einen Vortrag.

Sogar mit Pokal (den hat aber jeder bekommen)

Seit gestern ist Isi‘s Teammitglied Surya (frisch von der Uni) gestresst davon, dass sie sich im chaotischen Indien, in dem es keine strukturierten Regeln zu geben scheint, in der Konferenz-Location nicht an die Laufwege auf den ausgelegten roten Teppichen hält. Ständig nimmt sie Abkürzungen und wird regelmäßig von Surya aufgefordert, sich an die Laufwege zu halten. Am Abend – nachdem Isi mal wieder eine Abkürzung nimmt – spricht er sie darauf an und empfiehlt, dass sie sich an die Wege halten sollte. Isi antwortet salopp, dass es manchmal besser ist, sich nicht an Regeln und ausgetretene Wege zu halten, sondern eigene Wege zu gehen. Er ist irritiert und fragt, wie er ihr als Chefin dann folgen soll, wenn sie sich selbst nicht an die Regeln hält. Isi sagt: Folge mir, und du wirst es herausfinden… 😉

Cliff ist am Abend in Vadodara mit ein paar Kollegen verabredet.

Unterwegs auf dem Moped
Inzwischen vertragen wir auch Rohkost ganz gut

Unterwegs wird er Zeuge einer eigenartigen und einzigartigen Kommunikationsform 😂

Samstag:

Heute heißt es früh aufstehen für Isi, denn sie möchte zusammen mit Surya den Sonnenaufgang am Strand von Chennai bewundern.

Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt

Anschließend geht es zu Fuß zu einem nahegelegenen Tempel

Am Ende der Straße kann man den Tempel bereits erahnen

Manchmal sagt ein Blick mehr als tausend Worte. #momlife

Wieder im Hotel angekommen, beobachtet Isi badende Kühe – oder sind es mal wieder Wasserbüffel?

Nach dem Sightseeing geht es ein letztes Mal zur Konferenz. Von dort aus startet Isi am Nachmittag direkt zum Flughafen für den Flug nach Delhi.

Boarding in Chennai pünktlich zum Sonnenuntergang

Auch Cliff macht sich in Vadodara am frühen Abend per TukTuk auf den Weg zum Flughafen, um nach Delhi zu fliegen.

Ankunft in Delhi

In Delhi treffen sich Cliff und Isi dann ENDLICH (😉) wieder, um in der Nacht zum Sonntag gemeinsam nach Zürich zu fliegen.

Unsere erste Indien-Etappe nimmt hiermit ein Ende. Viele verrückte, überraschende, schöne und auch vereinzelt unschöne Momente, aber wir freuen uns auf all das, was uns erwartet, wenn wir wieder zurück in Indien sind.

Cheers & see you next week in Switzerland/ Liechtenstein/ Germany!🇨🇭🇱🇮🇩🇪

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