Woche 3

Sonntag:

Besichtigungsrunde 3 mit anderem Makler, wir haben uns für eine konkrete Wohnung interessiert, er bestätigt, dass wir diese anschauen werden. Als wir am Treffpunkt ankommen, eröffnet er uns, dass der Eigentümer heute keine Zeit hat (was er sicherlich auch zuvor bereits wusste) und der Makler stattdessen 2 andere Wohnungen für uns hat, leider aber in genau den Wohnanlagen, die wir uns bereits am Tag zuvor angesehen hatten…

Dafür wurden wir Zeuge eines eindrücklichen Naturschauspiels: der Pool, der am Tag zuvor frisch gereinigt in schönem Blau erstrahlte, ist nur einen Tag später in ein sattes Grün umgeschlagen… Wir überdenken unsere Meinung nochmals, dass es eine feine Sache wäre, Zugang zu einem Pool zu haben… 🙈

Poolfarbe am Samstag
Poolfarbe am Sonntag

Wir beenden unsere Besichtigungstour frühzeitig.

Stattdessen beschließen wir in einem vegetarischen Sushi-Restaurant Mittagessen zu gehen, das Haus drumherum befindet sich noch im Rohbau, Zweifel kommen auf, ob das Restaurant tatsächlich schon geöffnet sein kann.

Aufzug-Schacht mit Bambus-Gerüst ohne Aufzug
Der Eingang zum Restaurant
Von außen sieht es schon ganz gut aus

Doch wird werden nicht enttäuscht und finden ein hübsches Restaurant mit sehr leckerem Essen vor.

Vegetarisches Sushi und Chili-Aubergine

Frisch gesättigt beschließen wir, ein paar Elektronikläden und Möbelhäuser zu besuchen, um uns unsere Traumwohnung zu konfigurieren und um ein Gefühl über die vorherrschenden Preise zu erhalten.

Mitten im Screening überkommt Isi eine plötzliche Nervosität und sie möchte dringend zum Hotel aufbrechen. Die kulinarischen Experimente der letzten Tage scheinen sich in genau diesem Moment zu rächen… 🙈

Nachdem wir das Hotel gerade noch rechtzeitig erreicht haben, ist erstmal etwas Ruhe angesagt, doch gegen 20 Uhr steigt der Tatendrang wieder und wir beschließen, uns nochmal auf den Weg zu machen und zwei weitere Möbelhäuser zu besichtigen. Die Möbelauswahl überrascht uns sehr positiv und wir sind optimistisch, dass wir Möbel nach unserem Geschmack finden werden.

Anschließend holen wir uns noch ein kleines Abendessen bei Burger King. Das SB-Bestell-Terminal bringt Isi zum ersten Mal seit Ankunft in Indien an den Rande eines Nervenzusammenbruchs. Nach 20 Minuten Bestellvorgang (inkl. eigenhändiger Reparatur des Kartenlesegerätes) sitzen wir endlich mit unserem Abholzettel am Tisch und warten gespannt auf unsere Bestellung (statt Rind gibt es hier Hammel-Burger, wir gehen lieber auf Nummer Sicher und bestellen Chicken-Burger)

Eis beruhigt die Gemüter und der Magen-Darm-Trakt kann auf eine erneute Probe gestellt werden

Montag:

Cliff begibt sich ebenfalls in die Immunisierungsphase und beginnt das aufbereitete Trinkwasser im Werk zu trinken, hoffentlich führt das im Hotelzimmer nicht zu Toiletten-Engpässen…

Nach Feierabend ist die letzte Wohnungsbesichtigung angesetzt, wir brechen um 18 Uhr auf, plötzlich ruft der Makler an, dass sich die Besichtigung verspätet, weil der Eigentümer sich in einem spirituellen Ritual befindet. 20:00 warten wir immer noch auf den Anruf des Maklers und gehen erstmal zum Abendessen…

Beim Abendessen werden wir von einer Mutter und ihrer Tochter angesprochen und sie fragen, woher wir kommen. Als Isi sagt, dass sie aus Deutschland ist, antwortet die Tochter, dass ihr Bruder ein großer Fan von Deutschland sei wegen Hitler. 🙈😶 Betretenes Schweigen und ein verlegenes Lächeln von Isi, die irgendetwas von schwieriger Deutscher Geschichte vor sich hinmurmelt, untermalen die Szene perfekt…

21:21 Uhr haben wir immer noch nix vom Makler gehört. Wir geben die Hoffnung auf und gehen ins Hotelzimmer.

Dienstag:

Nach einem unaufgeregten Arbeitstag Abendessen per Room Service bestellt, Geschirr und Getränke kamen an, leider fehlte aber das Essen… Auf Nachfrage wurde es 15 Minuten später nachgeliefert.

Heute gibt es Luft, Liebe und Sodawasser 🙂

Cliff schaut sich nach Feierabend nochmal 2 Wohnungen an (die Wohnung von gestern ist nicht dabei, der Vermieter hat sich kurzerhand dazu entschlossen, die Wohnung seiner Familie zu überlassen), Isi hat Verwaltungsratssitzung von ihrer nebenberuflichen Verpflichtung und kann leider nicht mitkommen, vertraut aber auf Cliff‘s erlesenen Geschmack und sein objektives Urteilsvermögen.

Mittwoch:

Die Arbeit bei Hilti ist anstrengend und macht müde, bereits am frühen Morgen… (man achte auf den Hintergrund 😉)

Abends Besuch im Wine Shop, Gujarat ist ein trockener Staat, nur Touristen und ansässige Ausländer dürfen mit einer Lizenz Alkohol in speziellen Geschäften kaufen, die Formalitäten sind ermüdend und der Alkohol ist rationiert in „Units“ (2 Units pro Person alle 10 Tage erscheint uns aber als ausreichend 😉), wir gehen fröhlich shoppen und verlassen den Shop als gefühlte „Most Wanted“, weil jeder entweder gierig oder entsetzt auf unsere Kartons starrt

Unsere Ausbeute

Anschließend Abendessen im Hotel, bunte Dessertauswahl (teils lecker, teils nicht so, schön heißt nicht gleich lecker)

Donnerstag

Cliff beendet offiziell seine Immunisierungsphase, nachdem ihm das Wasser aus dem Werk offensichtlich nicht so gut bekam. Isi‘s Immunisierung scheint gelungen, sie trinkt das Wasser seit knapp einer Woche.

Frühstück im Hotel, Masala Dosa mit Kokos- und Tomatenchutney

Heute hat Isi ein Interview mit einem potentiellen neuen Mitarbeiter. Nachdem sie sich vorgestellt hat, bedankt er sich bei ihr für die klare und deutliche Vorstellung und stellt überrascht fest, dass er Isi sehr gut verstanden hat. Am Ende des Interviews äußert er nochmal sein Erstaunen darüber, dass er sie so gut verstanden hat und dass er etwas besorgt war, weil er vor dem Interview von den Personalern vorgewarnt wurde, dass Isi etwas schwer zu verstehen sein könnte, weil sie einen europäisch-englischen Dialekt habe… 😂

Abends brechen wir zum Supermarkt auf, kommen aber nicht weit, da wir vor dem Hotel in eine Hochzeits-Zeremonie geraten und plötzlich ungewollter Mittelpunkt davon werden. Tanz in der Menge, anschließend werden wir mit Turbanen ausgestattet und auf den Hochzeitswagen bugsiert.

Die Gastfreundschaft ist beeindruckend, wir werden vom Bräutigam eingeladen zu bleiben, lehnen aber dankend ab und ziehen los zum Supermarkt und zum anschließenden Abendessen. Cliff kann sich gar nicht mehr von seinem Turban trennen und wird beim Abendessen noch fürstlicher als sonst behandelt

Freitag:

Die selbstgemachte Masala Buttermilch vom Abendessen hat Isi eine kurze Nacht beschert (Cliff war schlauer und hat sie nicht getrunken), hoffentlich wirken die Mittel und bringen Isi durch den Tag.

Vor Arbeitsbeginn schauen wir uns noch eine letzte Wohnung an, da wir erfahren, dass die Wohnung, für die wir uns bereits entschieden hatten, voraussichtlich nur bis 03/2028 verfügbar ist, weil der Eigentümer anschließend bei Renteneintritt selbst dort einziehen will. Wir entschließen uns dennoch, das Risiko einzugehen und hoffen, dass uns die indische Planungssicherheit in diesem Fall positiv in die Karten spielen wird. Einzug ist für den 13. oder 16.02. geplant.

Start ins Wochenende mit Roomservice und Netflix. Isi freut sich besonders über das Bett und die nahegelegene Toilette.

Samstag:

Roomservice wird unsere neue Leidenschaft, Pommes zum Frühstück, Isi scheint wieder über den Berg 😉

Wir bestellen uns Matratzen für unsere neue Wohnung direkt ins Hotel (das Hotel weiß noch Nix von seinem Glück), damit wir gleich bei Einzug dort schlafen können, Emma liefert auch in Indien für 1/3 des deutschen Preises, wir sind gespannt, ob die Qualität vergleichbar ist.

Abends ziehen wir los in eine Shopping Mall, um uns mit dem Nötigsten für die Wohnung auszustatten, leider ohne Erfolg, es gibt hauptsächlich Kleidung und Kosmetik, aber immerhin steigt unsere Zuversicht, dass wir uns in Indien sehr hübsche Kleidung zu erschwinglichen Preisen kaufen können.

Der Eingang zur Mall

22 Uhr fahren wir mit dem Tuk Tuk nach Hause, überall wird Müll verbrannt und wir sehnen uns zum ersten Mal nach der frischen, sauberen Luft in unserer Heimat…

1 Kommentar

  1. Avatar von jenibra jenibra sagt:

    Wie bereits gewohnt äußerst amüsant und unterhaltsam! Gut Kack und Prost! 🙂

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